Ist die Defensive Salzburgs Erfolgsgeheimnis?

 

Wer aktuell vom FC Red Bull Salzburg spricht, kommt unweigerlich ins Schwärmen über die großartige Offensive der "Bullen", die Woche für Woche sowohl nationale als auch internationale Gegner abschießt.

Und so toll die Leistungen von Karim Adeyemi, Noah Okafor und Co. auch sind, ein Mannschaftsteil der Mozartstädter überstrahlt in dieser Saison - zumindest auf dem Papier - alle anderen: Die Defensive.

Die Mozartstädter haben sich nach zwölf Bundesliga-Runden erst sieben Gegentore eingefangen und damit so wenige, wie seit 2006/07 nicht mehr zu diesem Zeitpunkt. In der vergangenen Spielzeit hatte die Truppe von Jesse Marsch nach zwölf Spieltagen bereits 15 Gegentore kassiert.

Obwohl beim klaren 4:1-Sieg der Salzburger im Spitzenspiel gegen den SK Sturm (Spielbericht>>>) ein Gegentor dazukam, gibt es von Sportdirektor Christoph Freund nach der Partie bei "Sky" Extralob für die Hintermannschaft der Mozartstädter:

"Es war jetzt ein überragender Start nach zwölf Runden und 34 Punkten. Es waren auch einige Spiele knapp. Der große Unterschied war, dass wir derzeit wenig Gegentore bekommen. Es wirkt sehr stabil und deswegen haben wir auch eine große Dominanz."

Salzburgs Defensivstärke kam mit Jaissle

Der Kaderplaner und Chefstratege hinter dem aktuellen Salzburger Erfolg ist "beeindruckt davon, was die Jungs abliefern." Er sei überzeugt, "dass wir noch besser werden können." Außerdem verfügt Salzburg über "einen richtig guten Trainer", der noch dazu "sehr ehrgeizig ist. Im Moment funktioniert es richtig gut."

Der angesprochene Trainer heißt Matthias Jaissle und legte bei seinem Amtsantritt besonderen Wert darauf, die in der letzten Saison teilweise stark in Kritik geratene Salzburger Defensive zu festigen. Außerdem stellte der 33-Jährige das Spielsystem auf eine Raute um, in der die Restverteidigung deutlich besser funktioniert als in dem sehr offensiven 4-4-2 seines Vorgängers Jesse Marsch.

Jaissle ist nach dem klaren Sieg im Spitzenspiel "stolz auf meine Mannschaft. Sie haben auch heute wieder gezeigt, warum sie zurecht auf Platz eins stehen. Nach dem Highlight unter der Woche haben sie wieder Anschluss gefunden. Wenn wir unsere PS auf die Straße bekommen, werden wir schwer zu schlagen sein."

(Text wird unter VIDEO fortgesetzt)

Jaissle: "Gegentor ärgert mich schon"

Warum es bei den Mozartstädtern aktuell defensiv so gut funktioniert, zeigt folgende Reaktion Jaissles auf den Gegentreffer durch Jakob Jantscher, der nach einem von Philipp Köhn nach vorne abgewehrten Abschluss nur mehr einschieben musste:

"Es ärgert mich schon. Sowas ist unnötig. Die Grazer sind eine absolute Topmannschaft. Es gab eine Phase innerhalb der 90 Minuten, die wir überstehen mussten. Wenn sie den Ausgleich machen, läuft die Partie anders. Dementsprechend mussten wir 90 Minuten griffig und scharf sein, um alles wegzuverteidigen."

Jaissle hat längst jeglichen Zweifel an seiner Person, etwa aufgrund seines jungen Alters, seiner Unerfahrenheit oder schlicht seiner zuvor kaum vorhandenen Prominenz, abgelegt und hat mittlerweile jeden, der in dieser Saison ein Spiel der Salzburger gesehen hat, von seinen Trainerfähigkeiten überzeugt. So auch "Sky"-Reporter Gerhard Krabath, der sich dazu hinreißen ließ, Jaissle gegenüber Sportdirektor Freund als "Trainergott" zu bezeichnen.

"Vor drei Monaten haben wir noch gehört, dass wir nicht mehr Meister werden und jetzt haben wir einen Trainergott. Das geht alles so schnell. Er ist extrem ehrgeizig und konsequent in der Sache. Die Jungs bekommen klare Ansagen und er ist sehr strukturiert. Das braucht die Mannschaft. Von ihm werden wir die nächsten Jahre noch sehr viel hören, auch im internationalen Fußball. Jetzt sind wir froh, dass er da ist", kann Freund wenig mit solchen Superlativen anfangen.

Freund: "Durchgängigkeit der Schlüsselfaktor"

Jaissle steht auch für die durchgängige Arbeit, die in Salzburg geleistet wird. Der 33-Jährige arbeitete sich - parallel zu einigen seiner aktuellen Spieler übrigens - von der U18 der "Bullen" über Liefering bis in die Kampfmannschaft hoch.

Für Freund der ausschlaggebende Punkt, warum es mannschaftschemisch in dieser Saison so gut klappt: "Viele Spieler kennen das System seit vielen Jahren. Es wird nicht viel herumgewechselt und wir spielen immer dasselbe System. Die Spieler fühlen sich extrem wohl zusammen als Mannschaft in diesem System. Das ist der Schlüsselfaktor. Sie können sich auch auf die Abläufe verlassen und das macht die Mannschaft so stark. Die Intensität und die Spielfreude kommt dann einfach dazu. Die Basis ist, dass die Abläufe zu hundert Prozent passen. Das ist eine starke Arbeit vom Trainer und dem Trainerteam."

Diese Arbeit ist allerdings noch lange nicht zu Ende, wie auch Jaissle immer wieder unterstreicht. Von den aktuell elf Punkten Vorsprung in der Bundesliga-Tabelle und dem erhofften erstmaligen Achtelfinal-Einzug in der Champions League könne sich Salzburg wenig kaufen, betont der "Bullen"-Coach immer wieder.

"Die Meisterschaft ist definitiv noch nicht entschieden. Es ist noch eine lange Saison, bis der Titel vergeben wird. Wir sind aber auf einem richtig guten Weg", hält Jaissle fest.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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