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Hoff Thorup: "Bevorzuge, auf unserer Art und Weise zu verlieren"

Für den Rapid-Coach war es nie eine Option, den Salzburgern auch diesmal mit einer destruktiven Spielweise zu begegnen. So steht es um einen neuen Sechser:

Hoff Thorup: "Bevorzuge, auf unserer Art und Weise zu verlieren" Foto: © GEPA
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Genau die Hälfte an Ballbesitz, 54 Prozent zu 46 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 16 gegenüber 17 abgegebene Schüsse - selten ging ein statistisch ausgeglichenes Fußballspiel so deutlich aus wie jenes des FC Red Bull Salzburg gegen den SK Rapid am Mittwoch (Spielbericht>>>).

Die Wahrheit liegt am Ende irgendwo zwischen Statistik und Endergebnis:

Die "Bullen" gewannen dieses Spiel hochverdient und waren über die gesamte Spieldauer die bessere Mannschaft. Mit etwas mehr Konsequenz im letzten Drittel und größerer defensiver Achtsamkeit hätten die Hütteldorfer die attraktive Begegnung aber auch deutlich spannender gestalten können.

"Obwohl das Resultat nicht gut war, sehe ich positive Dinge. Es gab aber auch einige Dinge, die wir sofort abstellen müssen", analysiert SCR-Coach Johannes Hoff Thorup danach.

Große defensive Mängel

Eigentlich hatten sich die Wiener vorgenommen, Salzburg-Stürmer Haris Tabakovic besonders im Auge zu behalten und nicht zur Entfaltung kommen zu lassen; letztendlich wurde der Bosnier bei seinen beiden Treffern beinahe zum Torerfolg eingeladen.

"Wenn man so verteidigt wie wir heute, reicht es nicht. Wenn du immer einen Meter zu spät dran bist, holst du hier keine Punkte", so das bittere Fazit von Linksverteidiger Jannes Horn.

Hoff Thorup ergänzt: "Es gab zu viele Defensiv-Momente, in denen wir Probleme hatten, in denen wir nicht genug Physis in die Zweikämpfe gebracht haben und die Läufe nicht mitgemacht haben. Ein gutes Team wie Salzburg bestraft dich dafür."

Hoff Thorup: "So ein Team wollen wir nicht sein"

Der Däne machte vor Mittwoch bisher ausschließlich positive Erfahrungen mit den Salzburgern - alle drei Duelle seit seiner Amtsübernahme konnte Rapid mit 1:0 für sich entscheiden.

Die Hütteldorfer, die in diesen Spielen stets mit einer Dreierkette in der Abwehr aufliefen, bestachen dabei jeweils mit einer starken Defensive, traten teils aber auch recht destruktiv auf.

"Wir waren damals an einem anderen Punkt mit dem Team. Im ersten Spiel zuhause hatten wir nicht viele Chancen, wir haben nur verteidigt. So wollen wir es nicht machen, so ein Team wollen wir nicht sein", macht Hoff Thorup deutlich.

Horn: "Verliere lieber einmal so, als..."

Weiter führt er aus: "Jeder weiß, dass es in Salzburg schwer wird. Du kannst nicht immer erwarten, hier zu gewinnen. Aber wir wollen es auf unsere Art und Weise probieren, auch wenn es Risiko mit sich bringt. Wenn du mit Risiko spielst, kann es immer passieren, dass dir wehgetan wird."

Ich verliere lieber einmal so und kriege eine richtige Watschn, als dass ich fünf Mal 0:1 verliere.

Jannes Horn

Horn erklärt dazu passend: "Ich verliere lieber einmal so und kriege eine richtige Watschn, als dass ich fünf Mal 0:1 verliere."

Sein Trainer will diese Aussage zwar nicht unterschreiben, kann die Logik seines Linksverteidigers aber nachvollziehen: "Ich bevorzuge nicht, Spiele 1:5 zu verlieren, aber ich bevorzuge, auf unsere Art und Weise zu verlieren."

Das tut Hoff Thorup am meisten weh

Viel mehr als die defensiven Unzulänglichkeiten ärgert Hoff Thorup ohnedies, wie schlecht seine Mannschaft die immer wieder schön vorgetragenen eigenen Angriffe zu Ende spielte.

"Ich bin enttäuscht, dass wir aus den guten Momenten, die wir hatten, nicht mehr Gefahr kreieren konnten. Das tut mir an unserer Performance am meisten weh. Wir können verlieren, aber nicht so deutlich", so der 37-Jährige.

Jene Pleite in Salzburg war die erste Rapids 2026/27 in regulärer Spielzeit; im Conference-League-Playoff unterlag man den Hearts ja erst im Elfmeterschießen.

Seidl: "Der Saisonstart war trotzdem gut"

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Der Spirit bei Rapid passt trotz der schweren Rückschläge der letzten Woche
Foto: ©GEPA

Die vergangene Woche mit dem extrem bitteren Europacup-Aus, dem überzeugenden Sieg gegen Sturm und nun der klaren Niederlage in der Mozartstadt war eine, "die zeigt, wie der Fußball ist", schmunzelt Hoff Thorup.

Trotz der durchwachsenen letzten Tage will man sich im Rapid-Lager den Saisonstart nicht schlechtreden lassen.

"Ich würde schon sagen, dass er gut war. Natürlich, in der Höhe wie heute zu verlieren, ist nicht optimal. Aber wenn man jetzt wieder in die Spur findet und vor allem im Pressing wieder konsequenter wird, wird es schnell wieder besser", verspricht Kapitän Matthias Seidl.

So steht es um einen neuen Sechser

Schnelle Besserung könnte auch ein Neuzugang im dünn besetzten defensiven Mittelfeld bringen. Nach LAOLA1-Informationen will man sich auf dieser Position bis zum Transferschluss um 17 Uhr noch verstärken.

Hoff Thorup macht jedenfalls kein großes Geheimnis daraus, dass er sich noch einen richtigen Sechser in seinem Team wünschen würde: "Wir haben heute gesehen, wo wir Verstärkung brauchen, wenn wir um die Spitzenplätze in dieser Liga mitspielen wollen."

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