Ernst Baumeister: "Admira hat Qualität für Top 6"

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Am vergangenen Wochenende entschied sich der FC Admira Wacker für einen Neustart - ohne Ernst Baumeister.

Der jahrelangen guten Seele des Vereins wurde nicht mehr zugetraut, das Tabellen-Schlusslicht ins sichere Fahrwasser zu steuern, dies soll nun der Deutsche Reiner Geyer schaffen.

Im "Kurier-Podcast" sprechen sowohl der 61-jährige Ex-Coach als auch Admira-Manager Amir Shapourzadeh über die Trennung.

Baumeister ist zumindest überzeugt: "Die Admira wird sicher nicht absteigen." Und er bescheinigt: "Die Mannschaft hat Qualität, um unter den ersten Sechs zu sein."

"Wenn es der Admira hilft, habe ich kein Problem damit"

Schlechte Worte will Baumeister über die Admira nicht verlieren, immerhin hat er ganze vier Mal bei den Südstädtern "ausgeholfen".

Das Verhältnis zu Shapourzadeh soll nicht das Beste gewesen sein, so überraschend soll es jedoch nicht zur Entlassung gekommen sein.

"Die Freistellung kam nicht ganz überraschend. Wir haben zwar alle immer davon gesprochen, dass man Zeit braucht und dass wir schon vor der Saison gewusst hatten, dass es keine einfache Saison wird. Das einzig überraschende war der Zeitpunkt. Aber es ist klar, dass der Verein irgendwann reagieren muss. Wenn es der Admira hilft, habe ich kein Problem damit."

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Tatsächlich stand Baumeister nach der 0:3-Niederlage zum Saisonauftakt gegen Rapid da und wusste genau, was auf ihn zukommt. Damals noch mit einem Rumpfkader, nach den Abgängen zahlreicher Leistungsträger und vielen jungen Spielern, die nachrücken sollten.

"Die Admira wird sicher nicht absteigen"

Was schwierig begann, setzte sich dann auch so fort. In einen positiven Lauf kamen die Niederösterreicher in dieser Saison bisher nie, auch wenn zwischenzeitlich der eine oder andere Hoffnungsschimmer dabei war.

Wie Baumeister die sportliche Misere begründet? "Es sind mehrere Faktoren. Man braucht Zeit, bis man eine neue Mannschaft hat, wir konnten nie mit derselben Mannschaft spielen, dadurch war die Offensive nicht so, wie sie sein sollte. Zuerst muss die Defensive stehen, damit man den nächsten Schritt machen kann. Das war gesamt nicht so, wie es gehört."

Nach der vergangenen Saison wurde der Ex-Profi noch dafür gefeiert, dass er mit dem Underdog die Qualifikation für die Europa-League-Qualifikation schaffte. Möglicherweise haben auch die zu hohen Erwartungen und die veränderten Rahmenbedingungen ihren Teil zum Admira-Absturz beigetragen.

"Das könnte sein. Das betrifft nicht nur die vorige Saison, sondern auch die Jahre zuvor. Aber das ist ein normaler Vorgang im Fußball. Da ist es klar, dass der Verein reagiert. Die Mannschaft hat aber Qualität, um unter den ersten Sechs zu sein. Es ist noch sehr viel Luft nach oben. Ich habe immer gesagt, dass das jetzt eine Momentaufnahme ist und die Admira sicher nicht absteigen wird. Davon bin ich nach wie vor überzeugt. Kalajdzic kommt auch wieder zurück, der macht vorne Tore."

Shapourzadeh: "Hatten nicht das Gefühl, dass wir Turnaround schaffen"

Für Shapourzadeh gab es schlussendlich keine andere Möglichkeit mehr, als mit einem neuen Impuls, die Mannschaft rechtzeitig vor der Winterpause noch aufzuwecken. Dies soll mit Geyer nun passieren. Die Ablöse von Baumeister rechtfertigt er folgendermaßen:

"Man muss ein Gefühl für die Situation entwickeln. Es lag nicht am Rapid-Spiel, aber es gab zuletzt einen Negativtrend, wobei man die Europa League-Quali da ausklammern muss. Das war ein Zubrot. Wir haben uns darüber gefreut. Aber wir sind im Cup ausgeschieden, haben wenig Tore geschossen, viele kassiert. Da musste man überlegen, ob man bis zum Winter oder Sommer so weiter geht. Oder versucht man jetzt einen neuen Impuls zu setzen, damit die Mannschaft einen neuen Trainer kennen lernt und sich einspielt. Dann kann man im Winter noch Korrekturen vornehmen. Wir hatten aktuell nicht das Gefühl, dass wir den Turnaround schaffen."

Den totalen Umbruch im Sommer muss er sich jedoch vorrangig selbst auf die Fahnen heften, auch wenn er diesen verteidigt: "Es ist generell so, dass, wenn man das geringste Budget hat und so eine Akademie, dann muss man diesen Weg gehen. Auch Mannschaften mit uns auf Augenhöhe hatten einen Umbruch."

Dass die beiden unterschiedlichen Charaktere nicht immer einer Meinung waren, ist bekannt. Shapourzadeh will das aber nicht so stehen lassen und meint über das Verhältnis: "Privat war es sehr gut. Ich schätze Ernst menschlich sehr. Man muss aber Arbeit und Privates trennen können. Wir haben Dinge ähnlich gesehen und auch anders."

Textquelle: © LAOLA1.at

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