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Eine zweite Rapid-Hälfte, "nahe an der Perfektion"

Und doch: Johannes Hoff Thorup benannte überraschend viel Verbesserungspotenzial. Selbst, wenn er zwischendurch auch einfach nur genoss.

Eine zweite Rapid-Hälfte, "nahe an der Perfektion" Foto: © GEPA
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"Wir sind Rapid, wir fürchten uns vor niemandem", prangt es auf den Shirts, die alle Spieler nach dem 6:0 Rapids über den Wolfsberger AC trugen.

Ein Spruch, zuletzt von Ercan Kara geprägt. Aber der WAC hatte ohnehin kein Mandat, den Wienern wegen irgendetwas Furcht abzuringen. Das Ergebnis war den Vorzeichen eines Duells Erster gegen Letzter entsprechend, das Spiel phasenweise auch.

Speziell im letzten Viertel der Spieldauer, als die Tore eher an eine vergnüglichere Spielstätte für winterliche Temperaturen erinnerten: Die Wiener Stadthalle.

"Zu offen, zu wild"

Die Grundlage wurde einmal mehr früh geschaffen: In der neunten Minute stand es 1:0, das mittlerweile elfte Tor Rapids in den ersten 15 Minuten in dieser Saison. Auch Gegenspieler Fabian Wohlmuth gab zu, dass mit diesem schnellen Gegentor wenig vom Matchplan der Gäste übrig blieb.

Dafür hielten sie sich im Vergleich mit anderen Teams noch lange anständig, zumindest in Sachen Zwischenstand. Erst kurz vor der Pause fiel der zweite Treffer.

Es wäre nicht Johannes Hoff Thorup, wenn er sich daran nicht aufhängen würde: "Die erste Hälfte war etwas zu offen und zu wild für das, was wir eigentlich geplant hatten. Wir haben ihnen schon ein paar Situationen gegeben."

Der zweite Durchgang wäre dann aber "nahe an der Perfektion gewesen". Dem Coach imponierte, wie - einmal mehr - auf seinen Input in der Pause reagiert wurde.

Noch viel zu tun

Davor sei die defensive Linie nicht gut genug gewesen, das Timing schlecht und Ballverluste hätten zu Umschaltmomenten geführt. Zu glauben, dass Rapids aktuelles Spiel nicht genug Verbesserungspotenzial bereithalten würde, wäre ein Trugschluss hinsichtlich des dänischen Eifers.

In manchen Momenten, in denen dieses Team aktuell spielt, genieße ich es auch einfach nur, so nah an ihnen zu stehen und beim Fußballspielen zusehen zu können."

Johannes Hoff Thorup

"Wenn die Spiele offener werden, will ich mehr Kontrolle. Wir folgen dem Tempo der Partie öfter, statt es zu ändern, wenn es nicht nach unseren Vorstellungen läuft. Und Details im Pressing, im Aufbau", konnte Hoff Thorup die Verbesserungswünsche für die anstehende Pause aus der Pistole liefern.

Als Trainer eines Teams, das gerade den elften Sieg aus den ersten zwölf Bundesliga-Spielen einfuhr, damit einen Rekord aus 1950/51 einstellte und getrost als die aktuelle Benchmark auf Österreichs Fußballplätzen gelten darf.

Es ist auch Genuss dabei

Dann musste auch er doch eingestehen: "Es ist schwer, das Team zu kritisieren, wenn es gerade sechs Tore geschossen hat. Auch, wenn es mehr hätten sein können."

Zwischendurch ließ sich Hoff Thorup selbst von seinem Team beeindrucken: "Das vierte Tor war unglaublich. Ich kann mich nicht erinnern, wie viele Pässe wir von ganz hinten beginnend gespielt haben. Und es endet damit, dass Tonni (Adamsen, Anm.) nur ins leere Tor einschieben muss."

Er selbst gebe dem Team nur den Rahmen und Lösungen für die Probleme, "innerhalb dessen müssen sie aber ihre Kreativität zeigen. Daher kann ich für manches der Tore kein eigenes Lob annehmen, das war einfach die Qualität der Spieler."

Als Trainer sei er freilich 90 Minuten lang angespannt, aber auch Hoff Thorup muss zugeben: "In manchen Momenten, in denen dieses Team aktuell spielt, genieße ich es auch einfach nur, so nah an ihnen zu stehen und beim Fußballspielen zusehen zu können."

Immer weiter

Das konnte auch Niklas Hedl ganz hinten irgendwann.

Bei 1:0 musste er noch den möglichen Ausgleich vereiteln, danach kam nicht mehr viel Arbeit auf ihn zu. "Am Ende war es dann sehr, sehr hoch. Aber es zeigt auch den Charakter der Mannschaft, dass wir nicht aufhören. Wir müssen uns nicht mit dem 1:0, 2:0 zufrieden geben."

Spätestens ab dem 3:0 "war das dann gegessen, aber genossen habe ich es heute 90 Minuten. Vor so einer Kulisse zu spielen ist einfach überragend, wir haben da Freitagabend 20.000 Leute im Stadion".

Eine Pause ohne Verschnaufen

Die 20.000 - und mehr - müssen jetzt aber zwei Wochen auf Nachschlag warten, denn es steht die Länderspielpause an. Aus der ersten ist Rapid gefühlt sogar gestärkt hervorgekommen.

Auch "JHT" war nur positiv über die Gelegenheit gestimmt, jetzt wieder innezuhalten. "Manchmal ist es gut, einen kleinen Stopp zu machen und sich anzusehen: Was haben wir bisher gemacht? Wo müssen wir uns verbessern? Was können wir jetzt machen? Damit wir diese guten Leistungen weiter bringen."

Fast schon eine Drohung, dass da noch mehr kommt? Den nächsten Gegner hat es beim ersten Duell jedenfalls noch schlimmer erwischt als den WAC jetzt: Es geht zum GAK.

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