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WACs Wohlmuth ratlos: "Habe jetzt schon den fünften Trainer"

"...also liegt es an uns Spielern". Die Wolfsberger kassieren bei Rapid eine historische Abfuhr. Verteidiger Fabian Wohlmuth spricht nach dem Debakel Klartext.

WACs Wohlmuth ratlos: "Habe jetzt schon den fünften Trainer" Foto: © GEPA

Für den Wolfsberger AC wird die sportliche Krise immer prekärer.

In der 12. Runde der ADMIRAL Bundesliga kassiert das Schlusslicht beim SK Rapid eine deutliche 0:6-Niederlage (zum Spielbericht >>>).

Es ist die höchste Bundesliga-Pleite der Lavanttaler seit dem 1:8 gegen die Hütteldorfer am 4. April 2021 und die zweithöchste Niederlage ihrer gesamten Bundesliga-Geschichte.

WAC fällt auseinander

Dabei steht die Partie sinnbildlich für die schwierige Situation der Kärntner. Bereits nach 35 Minuten reagiert Trainer Manfred Schmid mit einem leistungsbedingten Doppeltausch und nimmt unter anderem Kapitän Simon Piesinger vom Feld.

Auch danach findet der 55-Jährige keine funktionierende Formation. Nach einer weiteren Systemumstellung auf eine Viererkette bricht der WAC endgültig in sich zusammen: In der Schlussviertelstunde kassieren die Gäste drei weitere Gegentreffer.

Drei Kapitäne in 90 Minuten

Fabian Wohlmuth, der nach den Auswechslungen von Piesinger und Donis Avdijaj als dritter Spieler an diesem Abend die Kapitänsbinde übernimmt, findet nach Schlusspfiff deutliche Worte.

"Wenn du da sechs Trümmer bekommst in Hütteldorf, tut das natürlich sehr weh. Dass wir da nicht als Favorit ins Spiel gehen, ist glaube ich auch jedem, der die Tabelle lesen kann, klar. Aber dass du da sechs Tore bekommst, das darf nicht passieren", erklärt der 24-Jährige.

Vor allem die individuellen Fehler seien ausschlaggebend gewesen: "Wir haben uns die Tore ziemlich von selbst geschossen. Ziemlich vor jedem Gegentor war ein gravierender, individueller Fehler."

Dass der WAC bereits nach 35 Minuten zweimal wechseln musste, sei eine Trainerentscheidung gewesen. "Natürlich spricht das jetzt nicht für uns als Mannschaft, wenn der Trainer in der 35. Minute schon zweimal wechselt", so Wohlmuth.

Wohlmuth: "Habe jetzt schon den fünften Trainer"

Besonders deutlich wird der Verteidiger, als es um die mittlerweile zahlreichen Trainerwechsel in Wolfsberg geht. Seit seinem Wechsel ins Lavantal im Sommer 2025 hat er bereits fünf verschiedene Trainer erlebt: Didi Kühbauer, Peter Pacult, Ismail Atalan, Thomas Silberberger und nun Manfred Schmid.

"Ich glaube, ich habe jetzt schon den fünften Trainer, seitdem ich beim WAC bin, und ich bin nicht einmal eineinhalb Jahre da. Also es liegt natürlich nicht am Trainer, sondern an uns Spielern. Wir müssen uns da in die Pflicht nehmen", stellt der Führungsspieler klar.

Der Verteidiger weiß, dass die Situation mittlerweile ernst ist: "Wir sind jetzt in einer Scheiß-Lage. In die haben wir uns selbst hineinmanövriert, aber da geht es jetzt nur gemeinsam heraus."

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Manfred Schmid ist der fünfte WAC-Coach binnen zwölf Monaten
Foto: ©GEPA

Auch Manfred Schmid macht nach dem Debakel bei "Sky" keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft über weite Strecken chancenlos war.

Schmid: "In jedem System die Zweikämpfe nicht angenommen"

"In der ersten Hälfte haben wir noch versucht, mitzufighten, in der zweiten Hälfte waren wir aber völlig überfordert", analysiert der WAC-Coach.

Die zahlreichen taktischen Anpassungen hätten nicht den gewünschten Effekt gebracht. Nach der Umstellung auf eine Viererkette sei seine Mannschaft endgültig aus dem Spiel gewesen.

Eine reine Systemfrage sei das allerdings nicht: "Wir haben in jedem System, das wir heute versucht haben, die Zweikämpfe nicht angenommen."

Auch mit den individuellen Leistungen seiner Spieler zeigt sich Schmid unzufrieden. "Viele haben die Chance heute nicht genutzt", hält der 55-Jährige fest. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass mehr in der Mannschaft steckt: "Dass die Mannschaft besser spielen kann, das hat sie auch gegen Sturm Graz gezeigt."

Länderspielpause soll Wende bringen

Nun soll die anstehende Länderspielpause genutzt werden, um die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Schmid kündigt eine genaue Analyse sowie zahlreiche Gespräche an. Außerdem müsse man dafür sorgen, dass die Spieler wieder frisch und fit werden.

Wohlmuth sieht in den kommenden Wochen eine wichtige Gelegenheit: "Nach der Länderspielpause kommen die Gegner, gegen die wir punkten müssen."

Mit lediglich sechs Punkten aus zwölf Spielen liegt der WAC weiterhin am Tabellenende. Seit dem einzigen Saisonsieg zum Auftakt gegen Austria Wien warten die Kärntner mittlerweile elf Bundesliga-Spiele auf einen vollen Erfolg.

Nach der Pause warten auf die Wolfsberger noch vier Ligaspiele vor der Winterpause. Gegen die SV Ried (Heim), Austria Wien (Auswärts), Austria Lustenau (Heim) und Red Bull Salzburg (Auswärts) soll endlich der Turnaround gelingen.

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