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Die Austria rechtfertigt und entschuldigt sich

Jürgen Werner will Sportvorstand bleiben, gibt ein Update in der Trainerfrage und entschuldigt sich für die Kommunikation.

Die Austria rechtfertigt und entschuldigt sich Foto: © GEPA

Der Nebel hängt tief am Laaerberg, Pickerl mit dem Konterfei von Manfred Schmid und der Forderung „Schmid verlängern“ auf den Laternenmasten dominieren den Weg in die Generali Arena.

Sie wirken wie aus längst vergangenen Tagen. Denn die Ära Schmids als Trainer der Wiener Austria ist seit zweieinhalb Wochen vorbei, der Ärger der Fans über diesen Umstand aber längst noch nicht verflogen.

Zwei Tage vor Weihnachten treten Vorstand Gerhard Krisch und Investor Jürgen Werner zu einer Pressekonferenz an, um den Nebel rund um den FAK ein wenig zu lichten. Das ist nur zum Teil gelungen.

Werner will Sportvorstand werden

Die faktisch größte Neuigkeit ist, dass Werner künftig als Sportvorstand fungieren will. Er sagt: "Ich muss mich auch operativ einbringen, ich bin kein Feigling, der aus der zweiten Reihe schießt. Ich habe angeboten, als Sportvorstand zur Verfügung zu stehen. Wir haben da schon recht gute Gespräche geführt, jetzt entscheiden die Gremien.“

Das könne noch einige Wochen dauern, erklärt Krisch.

Werner ergänzt: "Manuel Ortlechner bleibt Sportdirektor und ist operativ verantwortlich, was im Sport passiert. Er ist keine Marionette von Jürgen Werner, kann alleine Entscheidungen treffen. Er ist nicht entmachtet.“

Zwischen Slalom, Abfahrt und RTL

Das Ziel Werners ist längst bekannt, er will seine Vorstellung von Fußball bei der Austria umfassend implementieren.

"Ich möchte mit dem Narrativ aufräumen, dass ich ein Red Bull oder LASK 2.0 hier installieren will. Red-Bull-Fußball ist bei der Austria schon zwei Mal gescheitert. Wenn in Österreich einer von Pressing redet, heißt es immer gleich Red-Bull-Fußball. Da gibt es noch etwas dazwischen. Sagen wir, wir wollen wie Kanada spielen. Ich bin völlig davon überzeugt, dass wir die Mannschaft dazu haben. Die Mannschaft muss nur noch punktuell verstärkt werden“, sagt der Oberösterreicher.

Nachsatz: "Wir haben bis jetzt in der Kampfmannschaft Slalom trainiert, bei den Violets Abfahrt und in der Akademie Riesenslalom.“ Nun solle eine Kultur-Änderung passieren.

Werner weiter: "Die Frist, innerhalb derer man etwas erkennen muss, sind die nächsten zwei Jahre. Ich würde mich auch nicht länger binden. Wenn das nicht greift, was ich mir vorstelle, muss ich persönlich Konsequenzen ziehen und zurücktreten.“

Trainerfrage bleibt offen

Welcher Trainer künftig auf der Bank sitzen soll, ist weiterhin offen. "Wir haben aber einen Plan und sind in weit fortgeschrittenen Gesprächen. Wir haben ein klares Profil, wie der Trainer ausschauen muss. Ich werde aber keine Namen diskutieren“, blockt Werner sämtliche Spekulationen ab.

Auch eine Übergangslösung bis zum Sommer ist nicht ausgeschlossen. "Das Ziel ist, den Trainerposten langfristig zu besetzen, wenn möglich, schon ab jetzt. Man muss sich aufgrund der finanziellen Situation aber auch situationselastisch zeigen“, sagt Werner.

Die Anforderungen an den Nachfolger Schmids: "Wir erwarten uns ein proaktives Spiel gegen den Ball verbunden mit konstruktivem Spielaufbau. Die Austria soll in der Generali Arena wieder eine Macht werden.“

Rechtfertigungen und eine Entschuldigung

Vielbeschäftigt sind Krisch und Werner auch weiterhin damit, sich für die Trennung von Schmid rechtzufertigen. "Wir haben niemanden rausgeekelt“, hält Krisch vehement fest.

Werner meint: "Wir haben uns auf Augenhöhe getrennt. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir hatten triftige Gründe. Wer ist so deppert und macht das aus Jux und Tollerei? Wir haben ausgemacht, dass keine Schmutzwäsche gewaschen wird und ich halte mich daran. Aus meiner Sicht sind wir ordentlich auseinandergegangen.“

Dass die Kommunikation der Trennung gelinde gesagt suboptimal gelaufen ist, ist den Verantwortlichen indes auch sonnenklar. Werner: "Man muss sich für die Kommunikation bei allen Austrianern entschuldigen, das war nicht in Ordnung.“

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