LASK-Coach Ismael: "Bin kein Kumpel-Typ"

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Die Ära von Valerien Ismael als Trainer des LASK ist am Dienstag offiziell gestartet.

Wie bei seiner Antritts-Pressekonferenz von Vize-Präsident Jürgen Werner verraten wird, hätte diese Ära eigentlich schon vor vier Jahren starten sollen. Schon damals führten die Linzer mit dem ehemaligen Weltklasse-Innenverteidiger Gespräche.

2015 sagte Ismael noch ab, es folgte die erfolgreiche Zeit unter Oliver Glasner. "Zunächst möchte ich Oli Glasner zu seiner Arbeit gratulieren. Ich habe damals gehört, wo der LASK hin will und vier Jahre später ist es passiert", so Ismael.

Die Gründe, warum sich der 43-jährige Franzose nun für die Linzer entschieden hat und einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, sind klar: "Ich habe hier eine Mannschaft, die topfit ist und eine klare Spielphilosophie hat. Als Trainer ist es immer das schwierigste, wenn du eine Mannschaft übernimmst. Ich starte hier aber nicht bei Null, sondern bei 70 oder 80. Auch die Mannschaft steht schon zu 99 Prozent."

Seine Ziele für seine Zeit in der oberösterreichischen Landeshauptstadt hat Ismael auch klar formuliert: "Ich glaube ein realistisches Ziel ist wieder eine gute Saison zu spielen. Wir wollen an der Philosophie festhalten und die Fans begeistern. Wir wollen aber auch mehr Kontrolle im Spiel bekommen. Der LASK hat eher Stärken im Umschaltspiel, in der Rückrunde wurde er aber auch gezwungenermaßen mit viel Ballbesitzt konfrontiert – da muss man sich noch verbessern. Welche Tabellensituation dabei herauskommt, kann ich nicht sagen."

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Trainer-Team wird aufgestockt

Im Gegensatz zum Vorjahr wird ein zusätzlicher Mann ins Trainerteam kommen, wie Werner bestätigt. Insgesamt werden sich in der kommenden Saison fünf Trainer um die Profis kümmern. Ein Co-Trainer ist bereits fix: Ismael wird den Deutschen Daniel Nister mitnehmen, der ein Spezialist in Sachen Videoanalyse ist.

"Er ist sehr vielseitig und nimmt alles mit, was man braucht", schwärmt Ismael von seinem Assistenten.

Bei den restlichen Trainern gilt es noch die Gespräche zu finalisieren: "Es wird noch einen zweiten Co-Trainer geben, mit dem laufen aber noch die Gespräche. Genauso beim Fitness- und Torwartrainer."

Ein Name, der zuletzt durch die Medien geisterte, wurde allerdings ausgeschlossen. Ronald Brunmayr wird kein Amt übernehmen. Der 44-Jährige war bis Dezember Trainer beim FC Juniors OÖ und leitet seither die Linzer Akademie.

Keine Änderung beim System

"Ich kenne die Mannschaft auswendig. Ich war viel unterwegs, ich wohne in der Nähe von München. Ich war sehr oft im Stadion, habe den LASK oft gesehen", glaubt Ismael nicht, dass er eine Eingewöhnungszeit braucht.

Vom erfolgreichen 3-4-3-System, das Glasner praktiziert hat, will Ismael auch nicht abweichen: "Ich habe schon bei Wofsburg mit Dreierkette gespielt. Der ist Kader genau danach ausgerichtet. Von den Philosophien wird nichts geändert, ich setzte aber auch sehr auf Flexibilität. Wenn die gegnerischen Teams Schwächen finden, muss man flexibel sein."

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wird Ismael wohl öfters auf Rotation setzen, auch weil die Doppelbelastung im Europacup "droht". Erst nach dem Europa-League-Finale entscheidet sich jedoch, in welcher Quali-Runde die Linzer in die Champions League einsteigen.

Das Angebot von Glasner, der neue Trainer könne ihn jederzeit kontaktieren, hält sich Ismael zunächst noch offen: "Wenn es nötig ist, weiß ich, dass ich ihn jederzeit kontaktieren kann. Zunächst will ich mir mein eigenes Bild machen. Aber ein Austausch mit einem Trainer-Kollegen ist immer interessant, um Dinge von einem anderen Blickwinkel zu sehen."

Kein Kumpel-Typ

Auf die Frage, welche Art von Trainer er sei, meint der Ex-Bayern-Star: "Als Trainer bin ich sehr kommunikativ. Ich bin kein Kumpel-Typ, aber immer sehr nah dran an der Mannschaft. Solange die Mentalität stimmt, wird es immer in die richtige Richtung gehen."

Neben den Trainer-Aufgaben soll Ismael aber, wie schon Glasner, auch die Rolle des Sportdirektors bekleiden. Er darf sich jedoch auf mehr Unterstützung von Jürgen Werner freuen, der seine Anteile an der Spieler-Agentur "Stars & Friends" verkauft hat.

"Aber natürlich soll er sportlich das Sagen haben. Wir werden ihm nicht einen Spieler aufs Auge drücken, den er nicht will", unterstreicht Werner.

Die Transfer-Pläne

Zu tun wird es einiges geben am Spieler-Sektor. Zum einen warten durch den Europacup mehr Spiele auf die Linzer, zum anderen drohen nach Joao Victor weitere namhafte Abgänge. Speziell Thomas Goiginger und Maximilian Ullmann werden mit einem Wechsel in Verbindung gebracht.

"Es hat bei beiden kein konkretes Angebot gegeben. Wir wollen keinen Spieler verlieren, außer es gibt ein Angebot von einem großen Klub aus einer großen Liga", stellt Werner klar.

Auf die Ablösesummen ist man in Linz nicht angewiesen: "Wir haben ohne Europacup und Transfers budgetiert. Wir sind auf ein Niveau gekommen, wo wir Spieler nicht an die zweite deutsche Bundesliga verlieren."

Ismael kommentiert die Kader-Überlegungen so: "Wir haben bis 31. August Zeit. Wir werden abwarten, was möglich ist und wo wir international landen. Zwangsläufig müssen wir uns breiter aufstellen, aber das machen wir behutsam. Wir müssen auch jungen Spieler eine Chance bieten."

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Textquelle: © LAOLA1.at

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