Austrias Bemühen um Ruhe

 

„Spurlos geht das an keinem vorüber“, gibt Thomas Letsch offen zu.

Vor rund einer Woche haben Teile der Anhängerschaft nach dem schwachen Auftritt seiner Mannschaft beim 2:3 gegen den Wolfsberger AC seine Ablöse gefordert.

Der Trainer der Wiener Austria sagt aber auch: „Innerhalb der Mannschaft ist die Unruhe kein Thema.“ Und außerdem: „Ich würde nicht sagen, dass Unruhe im Verein herrscht, eher im Umfeld, bei den Fans.“

Tatsache ist aber auch, dass der Deutsche unter Druck steht. Die Veilchen stehen gerade noch über dem Strich für die Meister-Runde, haben seit vier Meisterschaftsspielen nicht mehr gewonnen und erzielen im Schnitt nur ein einziges Tor pro Partie.

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Nach dem Umbruch im Sommer ist die neu zusammengestellte Mannschaft in ihrer Entwicklung noch nicht so weit wie es die Verantwortlichen erwartet haben, das geben vom Trainer über den Sportdirektor bis zum Vorstand auch alle unumwunden zu.

Nur ist die Stimmung auf den Rängen der Generali Arena eben in den finalen Minuten des bisher letzten Spiels gekippt. Und nun kommt Serienmeister Salzburg nach Wien-Favoriten. Wett-Quoten

Vor- und Nachteile des Salzburg-Gastspiels

Einerseits ist dieser Umstand schlecht für Letsch – es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Austria ausgerechnet gegen den noch ungeschlagenen Titelverteidiger zurück auf die Siegerstraße, die sie in dieser Saison sowieso nur sporadisch befährt, zurückkehrt. Andererseits nimmt genau dieser Umstand auch ein wenig Druck von den Schultern des Trainers – niemand erwartet von der Austria Großartiges gegen die „Bullen“.

"Ich habe keine konkreten Alternativpläne im Kopf"

Ralf Muhr

Und so bleibt den Verantwortlichen praktisch nur das einzig Logische: eine Reaktion zu fordern. „Es ist eine Möglichkeit, gegen den Liga-Primus eine Reaktion zu zeigen“, sagt Sportchef Ralf Muhr. „Uns ist bewusst, dass nach den letzten Ergebnissen eine Reaktion gefordert ist“, sagt Letsch.

In den kommenden 90 Minuten geht es für die Veilchen also eher um das Wie als das Was. „Wir wollen selber aktiv sein! Entscheidend ist, dass wir mutig sind. Ich erwarte, dass jeder im Stadion sieht: Wir stehen nicht auf dem Platz und machen uns in die Hose“, erklärt der Trainer.

Keine emotionale Analyse

Und was, wenn das Wie und das Was negativ ausfallen? Damit will sich aktuell öffentlich niemand beschäftigen. Muhr: „Man sollte nicht vor dem Spiel irgendwelche Szenarien ausmalen.“

Sollte es tatsächlich keine Reaktion der Mannschaft auf das 2:3 gegen den WAC geben, werde man „sich dementsprechend damit auseinandersetzen und Rückschlüsse ziehen“. Aber, und auch das will der Sportchef festgehalten wissen: „In einer inhaltlichen, nicht in einer emotionalen Analyse!“

Und außerdem: „Ich habe keine konkreten Alternativpläne im Kopf.“ Nachsatz: „Wir sind nicht zufrieden, wie wir tabellarisch dastehen, sollten aber alle im Verein die Ruhe bewahren.“ So hat es auch Frank Hensel, seit Montag neuer Präsident der Austria, nach seiner Wahl gesehen.

Dementsprechend entspannt ist Letsch auch: „Für mich ist es sehr erfreulich und es hilft mir, dass ich innerhalb des Vereins absolute Rückendeckung spüre. Es geht mir nicht um eine Jobgarantie, aber ich erfahre, dass der Verein zu mir hält und absolut überzeugt ist.“

Das Rezept gegen die "Bullen"

Nun gilt es, diese Überzeugung beizubehalten und auch die Kritiker auf den Rängen wieder ins Boot zu holen. Und das eben gegen einen am Papier fast schon übermächtigen Gegner. Letsch bezeichnet die „Bullen“ als „europäische Spitzenmannschaft“.

"Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir Salzburg spielerisch auseinandernehmen"

Thomas Letsch

Die Flinte wird deshalb aber freilich nicht vorzeitig ins Korn geworfen. „Wenn wir in das Spiel reingehen und sagen: ‚Wir stellen und hinten rein und kriegen hoffentlich kein Tor‘, werden wir Schiffbruch erleiden“, will Letsch nicht mauern.

Wobei er freilich kein Offensiv-Feuerwerk – das die Austria in dieser Saison sowieso noch nie abgebrannt hat – erwartet: „Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir Salzburg spielerisch auseinandernehmen. Es ist wichtig, dass jeder ganz klar weiß, was zu tun ist, um dem Gegner keinen Raum zu lassen und richtig aggressiv gegen sie zu spielen.“

„Wenn sie im Ballbesitz sind, braucht man enge Kompaktheit, darf sich nicht locken lassen. Man muss ihre Aggressivität und Geschwindigkeit kontrollieren. Man darf aber nicht den Fehler machen, sich selbst hinten reinzustellen, sondern muss aktiv sein“, beschreibt Letsch sein Rezept eher vage.

Letztendlich sei das Duell mit dem Spitzenreiter „eine große Chance“. Noch gewährt die Austria ihrem Trainer solche.

Textquelle: © LAOLA1.at

Kommentar: Austria setzt deutliches Zeichen gegen Rechts

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