Austrias Stöger: Kein Geld für Trainingslager

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Das 5:0-Erfolgserlebnis gegen Hartberg war Balsam auf die Seele der Wiener Austria.

Trotzdem ist die Situation angespannt - sportlich und auch wirtschaftlich. In der Tabelle droht weiterhin das Szenario, das Meister-Playoff zu verpassen. Finanziell wird der Gürtel enger geschnallt, dadurch bahnen sich einige Einsparungen an.

Das bestätigt auch Sportvorstand Peter Stöger bei "Talk und Tore" auf "Sky". Demnach wurde sogar das Winter-Trainingslager vorerst einmal aus dem Budget gestrichen.

"Wir sind das Budget durchgegangen und haben ein paar Sachen vorweg aus dem Budget gecuttet und herausgenommen. Das stimmt, da ist das Trainingslager der Profimannschaft und auch die große Weihnachtsfeier dabei", bestätigt der 53-jährige Wiener.

Trainingslager nur durch flexible Lösungen noch umsetzbar

Finanziell hat die Austria bekanntliche einige Probleme zu lösen. Vorstand Markus Kraetschmer und Stöger arbeiten daran, die Austria nach ungeplanten Mehrausgaben für die Generali Arena wieder auf Kurs zu bringen.

Ob die Streichung eines Trainingslagers weiterhilft? "Jetzt kann man sagen: Ist das alles notwendig? Wenn man es summiert, dann kommt am Ende des Tages ein ordentlicher Batzen Geld heraus. Es ist vieles gewachsen, da gehört normalerweise ein Trainingslager dazu, weil es Usus ist. Wir sind eben viele Bereiche durchgegangen und haben dann festgestelt, Sachen einzusparen, in dem Fall bringt es dann ein bisschen Sicherheit und Ruhe ins Haus und dann werden wir schauen, was wir damit machen."

Derzeit sind die Prognosen vage, der Wille nach Verbesserungen und Lösungen ist aber definitiv vorhanden. Auch Stöger will nicht ausschließen, dass man noch irgendwie eine Lösung findet, sich im Jänner doch wie gewohnt bei guten, nicht winterlichen Bedingungen auf die Frühjahrssaison vorzubereiten.

"Das heißt nicht, dass wir nicht schauen, ob wir flexible Lösungen für ein Trainingslager finden können. Aber rein von dem, dass wir suchen und das bestmögliche Trainingslager nehmen um die teuerste Kohle - das spielt es in der Saison auf jeden Fall einmal nicht. Das ist vielleicht auch ein Fingerzeig. Es ist eng und der Verantwortung stellen wir uns."

"Mission ist es, dieses Stadion voll zu bekommen"

Die Unzufriedenheit auf sportlicher Ebene sei offensichtlich. Große Kadersprünge sind im Winter nicht zu erwarten. Auch hier gilt die Devise: Abwarten! Denn nach aktuellem Stand sind dem FAK die Hände gebunden.

"Wir versuchen, das Haus effizienter zu machen", gibt Stöger das Ziel vor. "Klar ist, dass wir schon Ressourcen freimachen müssen, was den Sport betrifft." Einfacher gesagt als getan. Was andererorts eingespart wird, kann im Endeffekt in die Mannschaft und das Umfeld investiert werden.

"Es ist auch vieles gewachsen in der Zeit - nicht nur das Stadion, die ganze Infrastruktur - viele Bereiche haben sich mitentwickelt. Jetzt geht es einmal darum, den Sport so aufzustellen, dass die Leute zufrieden sind, dass wir das Stadion wieder voll kriegen - weil deshalb haben wir es gebaut. Wenn wir in dem Bereich unterwegs bleiben, wo wir jetzt sind, dann hätten wir das Stadion nicht bauen brauchen. Dann wäre das Korsett möglicherweise nicht so eng - da dreht sich das Ganze im Kreis. Die Mission ist es ja, dieses Stadion irgendwann einmal relativ voll zu bekommen. Im Idealfall so voll, dass die Leute darauf warten, Karten zu bekommen."

Während in Deutschland oder der Schweiz (Beispiel: FC Basel) ein neues Stadion bereits Grund genug ist, mehr Leute ins Stadion zu locken und dadurch neue Ressourcen zu generieren, sei dies bei der Austria noch nicht der Fall. Deshalb befinden sich die Verantwortlichen auf der Suche nach Lösungen.

Kader nicht so ausgeglichen wie gewünscht

Punkto Kader merkt Stöger an, dass dieser nicht so ausgeglichen ist, wie er sich das wünschen würde. Die Rute ins Fenster will der Sportvorstand keinem Spieler stellen.

Fakt ist aber, dass junge Spieler die Eigenmotivation mitbringen müssten, das zukünftige Gesicht der Austria zu werden. Benedikt Pichler, Manprit Sakaria oder Dominik Fitz sind einige Beispiele junger Akteure, die zuletzt für frischen Schwung beim FAK sorgten. Dazu gebe es einige Jungs, "die den Laden am Laufen halten". Zudem seien einige Akteure im richtigen Alter, um Führungsspieler zu werden, jedoch hätten sich diese noch nicht so herauskristallisiert. Andere wiederum stehen womöglich in ihrer eigenen Karriereplanung an.

Auch wenn Veränderungen wünschenswert wären, wird die Austria Verträge einhalten, Abgänge schließt Stöger trotzdem nicht aus. Wenn sich jemand verändern will, würden jedoch auch wieder Mittel frei werden, um Feintuning im Hinblick auf die richtige Mischung zu betreiben.

Monschein-Abgang (noch) kein Thema

(Noch) kein Thema soll ein Abgang von Christoph Monschein sein. Für den Topscorer gäbe es laut Stöger bisher nur lose Anfragen und Informationen, dass beobachtet wird. Ein Angebot sei jedoch noch nicht auf dem Tisch, auch wenn zum Beispiel Aston Villa Interesse nachgesagt wurde.

In diesem Fall wäre Stöger hin- und hergerissen. Will Monschein bleiben, wäre es gut für die Austria, wenn sich der Torgarant weiter die Schuhe in Favoriten schnürt. Auf der anderen Seite würden dann einige Millionen fließen, die der FAK bitter nötig hätte.

Fakt ist: Fad wird Stöger bei der Austria nicht! Ob das Aufatmen durch den 5:0-Sieg gegen Hartberg weiter anhält, wird das Derby am Sonntag bei Erzrivale SK Rapid zeigen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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