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Austria Lustenau: Ärger über den Schiri und sich selbst

Domenik Schierl trauert um verlorene Punkte im Spiel gegen Austria Wien. Beim Treffer zum 1:2 sieht sich der Torhüter klar von einem Austrianer gestört.

Austria Lustenau: Ärger über den Schiri und sich selbst Foto: © GEPA

Austria Lustenau muss gegen die Wiener Austria eine späte Niederlage hinnehmen. Tief in der Nachspielzeit kassieren die Vorarlberger das strittige 1:2.

Sie hadern mit dem späten Gegentreffer in Minute 93. Kang Hee Lee setzt seinen Kopfball nach einer Flanke an die Latte. Den Abpraller verwertet Kelvin Boateng per Seitfallzieher in jenes Eck, in dem Lee neben Domenik Schierl im Tor, im Abseits liegt.

Torhüter Schierl hat für die Entscheidung des Schiedsrichters überhaupt kein Verständnis: "Beim Tor war es klar Abseits. Der Spieler der ins Tor fällt, behindert mich ganz klar. Ich kann dir da 20 Tormänner hinstellen, da wird dir jeder dasselbe sagen."

Unverständnis für die Erklärung des Schiedsrichters

Der Unparteiische habe Schierl erklärt, Kang Hee Lee, der am Boden gelegen ist, habe nicht zum Ball geschaut und könne so Schierl gar nicht stören.

Diese Argumentation versteht der Torhüter nicht: "Was soll das sein? Entweder es stört mich oder es stört mich nicht. Und es hat mich in meiner Aktion ganz klar gestört und deswegen ist es für mich Abseits."

Auch Trainer Markus Mader kann die Entscheidung von Christian-Petru Ciochirca nicht vollziehen: "Aus meiner Sicht ist der Torschütze am Anfang im Abseits. Danach greift er ein, also ist es ein Abseitstor. Es ist aber egal, weil das Spiel wird nicht wiederholt und die Punkte werden nicht mehr zurückkommen."

"Irgendwann musst du einmal den Killerinstinkt haben"

"Wir haben es wieder geschafft, eine Mannschaft die tot war, ein Stadion das tot war, haben wir zu neuem Leben erweckt", ärgert sich Mader.

Vor allem die Fahrlässigkeit beim Ausspielen der Umschaltsituationen stört Mader enorm: "In so einem wichtigen Spiel musst du dann irgendwann einmal den Killerinstinkt haben und das haben wir nicht geschafft."

Die Gastgeber aus Wien-Favoriten kamen über weite Strecken des Spiels zwar ins letzte Drittel - dort konnte aber nichts Zählbares kreiert werden. "Die haben ja keine Lösungen nach vorne gehabt. Der Matchplan wäre fast perfekt aufgegangen, wenn das Ergebnis hintenraus nicht so negativ wäre", meint Mader.

Gute 80 Minuten bringen nichts

Bis zur 80. Minute spricht man bei den Lustenauern von einer "hervorragenden Leistung", von der man sich jetzt natürlich aber nichts kaufen kann.

Auf der achtstündigen Rückfahrt habe laut Schierl keiner Spaß und würde sagen "Wir haben bis zur 80. richtig klasse gespielt". "Wir haben einem toten Gegner drei Punkte geschenkt", resümiert Schierl.

Die Vorarlberger hätten das Spiel in der 73. Minute entscheiden können. Ein starker Schuss von Sacha Delaye ging aber nur an die Stange. "Und wie es im Fußball oft ist, wenn du sie vorne nicht machst, bekommst du sie hinten", weiß Mader.

Jeder Tabellenletzte wird wieder zum Leben erwacht

Die Lustenauer befinden sich laut Mader in einem Entwicklungsprozess. Er als Trainer könne aber nur die Struktur und Ideen mitgeben. Es auf den Platz bringen, sich zu entwickeln und die Naivität abstellen, könnten nur die Spieler selbst.

"Das Problem ist einfach, dass wir jeden Tabellenletzten wieder zum Leben erwecken. Und wenn das so weitergeht, sind wir bald einmal die Letzten", hadert Mader.

In der 2. Runde verlor man gegen den GAK, der zu dem Zeitpunkt gleichauf mit der Wiener Austria Letzter war. Noch bitterer war es in der 5. Runde, als man sich gegen den Letzten WSG Tirol eine 0:4-Schlappe einfing.

Im nächsten Spiel wartet auf die Lustenauer das Vorarlberger Derby gegen den SCR Altach. Dieser befindet sich auf dem, für die Lustenauer so gefährlichen, letzten Platz.

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