Junuzovic: "Es ist nicht so einfach"

Junuzovic: Foto: © GEPA
 

Es war der Deal des bisherigen Transfer-Sommers: Meister Red Bull Salzburg verpflichtet Zlatko Junuzovic.

Der 30-Jährige kehrt nach sechseinhalb Jahren bei Werder Bremen von Deutschland nach Österreich zurück und soll nun bei den "Bullen" die Fäden ziehen.

Im ersten Pflichtspiel gelangen dem Offensivmann beim 6:0 im ÖFB-Cup gegen Oedt gleich zwei Assists.

Vor dem Auftakt in der Bundesliga gegen den LASK (So., Live ab 17:00 Uhr im Ticker) spricht Junuzovic im LAOLA1-Interview über die Wichtigkeit von Standard-Situationen, die Favoritenrolle des Serienmeisters und was er in Salzburg vermisst.


LAOLA1: Die neue Saison beginnt am Wochenende. Wie gut hast du dich eingelebt und wie gierig bist du auf den Start?

Zlatko Junuzovic: Das erste Pflichtspiel (ÖFB-Cup, Anm. d. Red.) war schon einmal positiv – so wie die ganze Vorbereitung. Die Mannschaft hat es mir sehr leicht gemacht, mich schnell zu integrieren. Ich fühle mich sehr wohl und freue mich, wieder in Österreich zu sein.

LAOLA1: Welche Aufgabe hast du im Team. Spielst du den "Valon Berisha"?

Junuzovic: Also eins zu eins spiele ich nicht den Valon (lacht). Ich habe generell viele Aufgaben – am Platz, aber auch abseits des Rasens. Ich versuche so gut wie möglich meine Stärken auszuspielen. Wir werden von Spiel zu Spiel schauen. Ich kann viele Positionen spielen. Mal sehen, was sich der Trainer überlegen wird.

LAOLA1: Die WM hat gezeigt, dass Standard-Situationen enorm wichtig sind. Eine deiner Stärken sind Standards. Hast du sie weiterentwickelt?

Junuzovic: Ja, klar. Ich trainiere jeden Tag Standards, mache diverse Übungen und schaue, dass da ein bisschen Gefühl reinkommt. Wir wollen durch die Standards eine weitere Waffe besitzen. Das ist heutzutage auch sehr wichtig. Denn wenn ein Match eng ist, kann ein Standard helfen. Bei uns kommen dafür aber einige Spieler in Frage.

LAOLA1: War bei der WM diese Vielzahl an Toren nach Standards ein Zufall oder doch ein Trend?

Junuzovic: Das war in den letzten Jahren auch schon so. Gerade wenn man die deutsche Bundesliga hernimmt, sieht man, dass da sehr, sehr viele Standard-Treffer dabei waren. Es ist einfach ein großer Vorteil, wenn man verschiedene Varianten im Repertoire hat. Dann bist du viel unberechenbarer. Das kann dir sehr helfen. Und die WM war dafür das beste Beispiel, denn so viele Tore aus Standards sind noch nie bei einem Turnier gefallen.

Ganz in blau: Das ist das neue Trikot von Sensations-Aufsteiger TSV Hartberg.

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Der SKN St. Pölten läuft in gelb mit blauen Akzenten auf.

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Der SV Mattersburg bleibt beim traditionellen grün-weiß gestreiften Design.

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Der SK Sturm setzt auswärts auf weiß mit einem schwarzen Streifen in der Mitte.

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Und ein schwarzes Trikot mit einem grauen Streifen wird in zuhause getragen.

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Bei Rapid ändert sich in puncto Trikot, dass das bisherige weiß-grüne Auswärtstrikot das Heimtrikot werden soll.

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..., während das bisherige grüne Trikot durch ein am Donnerstag neu präsentiertes Dress ersetzt wird.

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Auch in Altach vertraute Farben: weiß und schwarz dominieren das Heimdress.

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Auswärts wird in rot gespielt.

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Ganz in weiß tritt der WAC künftig seine Heimspiele an.

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Bei Meister Red Bull Salzburg dominieren die Klubfarben rot und weiß das Heimtrikot.

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Auswärts wird es etwas ausgefallener mit den Farben blau, rot, weiß und gelb.

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Ganz traditionell ist der LASK unterwegs: schwarz-weiß heim und auswärts sowie rot-schwarz als Ausweichtrikot.

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Bei der Austria sticht ein neuer Brustsponsor ins Auge.

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Auswärts spielen die Veilchen in weiß, die Torhüter werden zum Pink Panther.

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Die Admira tritt zuhause wie gewohnt in rot an.

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Auswärts stehen ein schwarzes und ein weißes Trikot zur Verfügung.

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Aufsteiger Wacker Innsbruck kommt gestreift in den Klubfarben grün und schwarz auf den Rasen.

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Auswärts dominiert weiß das Trikot der Tiroler.

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LAOLA1: Salzburg gilt als der ganz große Favorit. Die WM hat aber gezeigt: Defensiv gut stehen können auch schwächere Mannschaften – und damit hatten die Favoriten oft Probleme. Erwartest du in den meisten Fällen eher eine Abwehrschlacht des Gegners?

Junuzovic: Das kann sein, muss es aber nicht. Man hat gesehen, dass die vermeintlich "Kleinen" mit starkem Pressing erfolgreich waren. Der Trend geht dorthin, dass alles viel ausgeglichener wird. Wir müssen schauen, bei jedem Spiel bereit zu sein. Heutzutage kommst du nicht mehr leicht zu Siegen. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen und in jedem Duell fokussiert sein sowie unsere Stärken auch auf den Platz bringen. Jeder ist taktisch schon so versiert und läuferisch und kämpferisch auf einem Niveau, dass er mithalten kann.

LAOLA1: Als Spieler von RB Salzburg hört man ständig von allen Seiten, dass man der ganz große Favorit ist. Wie verhindert man eine gewisse Lässigkeit und bleibt fokussiert?

Junuzovic: Der Trainer hat da eine gute Mischung – die Spieler aber auch. Jeder will gewinnen. Und ja, natürlich bekommen wir die öffentliche Wahrnehmung mit. Aber das interessiert uns nicht, denn wir stehen am Platz und wissen, wie schwer das ist. Es ist tatsächlich nicht so einfach, wie es von außen immer gesagt wird. Du musst jedes Match bereit sein, sonst gibt es die Überraschung. Wir müssen unser Spiel durchziehen und ich denke, wir sind alle Profis genug, um das zu schaffen.

LAOLA1: Im Gegensatz zu anderen Jahren hat es in Salzburg heuer keinen großen Kaderumbruch gegeben. Ist es dir auch deswegen so leicht gefallen, dich so schnell zu integrieren?

Junuzovic: Genau deswegen, ja. Der große Kern des Teams ist dageblieben, die Atmosphäre enorm positiv. Das ist für uns Neue sehr wichtig gewesen. Der Kader ist auch in der Breite sehr gut. Es gibt sehr viel Qualität und ich hoffe, dass wir das von Spiel zu Spiel zeigen können.

LAOLA1: Sind die Rahmenbedingungen in Salzburg mit jenen in Deutschland zu vergleichen – oder hinkt der Vergleich, da der Fußball in Deutschland viel mehr gelebt wird?

Junuzovic: Dort sind andere Bevölkerungsmassen. Das darf man nicht vergessen. Deutschland hat rund 80 Millionen Einwohner, Österreich acht. Das ist einfach ein gewaltiger Unterschied. Dennoch müssen wir uns nicht kleiner machen. Die österreichische Liga ist auf einem vernünftigen Niveau. Und zu den Rahmenbedingungen in Salzburg: Das ist schon sehr hohes Niveau. Das kann man mit der deutschen Liga vergleichen – wenn nicht sogar in einigen Fällen besser. Durch diese Möglichkeiten haben wir natürlich viele Vorteile, gerade was die Entwicklung junger Spieler betrifft. Der Verein lebt die Philosophie.

"Im Fußball ist alles möglich. Ich habe ja noch ein paar Jahre vor mir."

Junuzovic über weiteres Auslands-Engagement

LAOLA1: Kannst du dir vorstellen, noch einmal im Ausland zu spielen, oder ist mit der Rückkehr klar, dass du deine Karriere in Österreich ausklingen wirst?

Junuzovic: Im Fußball ist alles möglich. Ich habe ja noch ein paar Jahre vor mir. Ich fühle mich körperlich sehr gut und lebe den Moment. Alles was in der Zukunft passiert, ist noch weit weg.

LAOLA1: Wie cool ist Trainer Marco Rose? Viele Leute dachten, dass er nach der fabelhaften Europa-League-Saison den Klub verlassen wird, aber er vermittelt mehr den je den Eindruck, dass es ihm in Salzburg irrsinnig Spaß macht, oder?

Junuzovic: Genau so ist es. Das hat er auch selbst erklärt. Natürlich hat er sich seine Gedanken gemacht, was für ihn der beste Weg ist. Das machen wir Spieler auch. Aber er ist hier sehr zufrieden. Das merkt man von der Stimmung, denn er ist sehr ausgeglichen. Marco Rose bringt die Dinge auf den Punkt – speziell auch im Training und bei den Besprechungen. Jeder kapiert seine Anweisung und das ist vor allem für die Jungen sehr wichtig. Ich hoffe, dass es so weiter geht.

LAOLA1: In eurem Kader tummeln sich sehr viele Nationen. Merkst du dennoch, dass du in Österreich bist bzw. was fehlt dir aus Deutschland?

Junuzovic: Was mir etwas abgeht, ist das Umfeld. Ich war sechseinhalb Jahre in Bremen, kenne dort alles in- und auswendig. Es gab sehr viel Positives aus der Stadt bzw. von den Leuten in Richtung meiner Person. Dafür möchte ich mich noch einmal bedanken. Ich habe dort Freunde gefunden und das hat meinen Abschied schon schwer gemacht. In Salzburg ist es aber natürlich auch sehr gut. Auch wenn hier viele Nationalitäten sind, kennen wir eine Sprache und das ist der Fußball.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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