Stefan Maierhofer: Als Trainer in die Bundesliga

Stefan Maierhofer: Als Trainer in die Bundesliga Foto: © GEPA
 

Kabinen-Ansprachen des Trainers Stefan Maierhofer werden auf jeden Fall mitreißend sein.

Noch ist dies Zukunftsmusik, aber parallel zu seinem Engagement als Spieler des SV Mattersburg bastelt der 35-Jährige bereits an der Option, einmal den Job als Coach zu ergreifen.

Die Gegenwart gehört jedoch noch der aktiven Laufbahn und verläuft beim SVM derzeit überaus erfreulich. Mit den Burgenländern steht der 2,02-Meter-Riese nicht nur im Cup-Halbfinale, sondern ist in der Liga auch Teil des Erfolgslaufs von neun Spielen ohne Niederlage.

Im Gespräch mit LAOLA1 schätzt Maierhofer die beinahe schon unheimliche Trefferquote von Smail Prevljak (neun Frühjahrs-Tore) ein, hält er Trainer Gerald Baumgartner reif für eine weitere Chance bei einem Großklub, spricht er über die Infrastruktur des SVM und setzt sich in seiner angepeilten Karriere als Trainer hohe Ziele.

...ÜBER DEN MATTERSBURGER ERFOLGSLAUF IM FRÜHJAHR:

Wir sind sehr gut aus den Startlöchern gekommen mit Siegen gegen Sturm und die Austria, die uns niemand zugetraut hat, und einem hart umkämpften Punkt gegen die "Bullen". Wir hatten 80 Minuten einen Mann mehr, da wäre vielleicht sogar noch ein bisschen mehr drinnen gewesen. Aber unterm Strich haben wir gegen den Meister und BVB-Bezwinger ein Unentschieden herausgeholt. Wir haben im Sommer extrem intensiv gearbeitet und uns intern als Mannschaft gewisse Ziele gesteckt. Wir sind auch gut gestartet, das ist dann aber ein wenig abgeflacht. In einigen Partien haben wir gut gespielt, aber unnötig und unglücklich verloren. Diese Punkte haben uns im Herbst gefehlt. Die letzten Spiele im Herbst waren aber richtig gut, und diesen Schwung haben wir mit einer harten Vorbereitung mitgenommen. Wir wollten einfach Spiele gewinnen, das gelingt uns momentan sehr gut. Und mein Sturm-Kollege Smail Prevljak hat einen unglaublichen Lauf.

...ÜBER DEN LAUF VON SMAIL PREVLJAK:

Das freut mich persönlich für ihn, weil er extrem viel Talent hat. Im Herbst konnte er vielleicht noch nicht so zeigen, was er drauf hat. Jetzt bringt er es von Start weg, macht ganz, ganz wichtige Tore für uns, oft auch das wichtige 1:0, wo du dann auch als Mannschaft besser spielen kannst. Das gibt uns auch eine gute Sicherheit. Die Defensive steht sehr gut, daran haben wir im Frühjahr extrem gearbeitet. Das spricht alles dafür, dass wir als Mannschaft momentan die Punkte einfahren können. Darum sind wir in der Frühjahrs-Tabelle ganz gut mit dabei.

...DARÜBER, WARUM PREVLJAKS LAUF AUCH EIN VERDIENST DER MANNSCHAFT IST:


...DARÜBER, OB PREVLJAK NÄCHSTE SAISON NACH SALZBURG ZURÜCKKEHREN ODER INS AUSLAND GEHEN SOLLTE?

Da möchte ich mich gar nicht einmischen. Für ihn ist entscheidend, dass er irgendwo hingeht, wo er Woche für Woche Einsatzminuten bekommt. Denn man sieht, wenn er diese Minuten vom Trainer bekommt, dass er der Mannschaft extrem hilft, die Mannschaft ihn aber auch in den Vordergrund spielt, damit er zu diesen Torchancen kommt. Wir geben ihm das Vertrauen, dass die nächste Chance kommt, wenn der erste Schuss nicht drinnen ist. Das macht er wirklich sehr, sehr gut und erzielt ebenso wichtige wie wunderschöne Tore. Mich als Stürmer freut es, dass er so gut drauf ist.

...ÜBER DEN FRISCHEN WIND, DEN ER IM WINTER 2017 IN DEN ABSTIEGSGEFÄHRDETEN SV MATTERSBURG GEBRACHT HAT:

Am meisten hilft die Bananenschnitte meiner Mutter vor jedem Heimspiel. Vor dem Salzburg-Spiel gab es einen guten Schoko-Marille-Kuchen. Spaß beiseite: Als ich in Mattersburg unterschrieben habe, habe ich das Vertrauen von Franz Lederer und Gerald Baumgartner gespürt, das wollte ich einfach zurückgeben. Zuvor hatte ich ein halbes Jahr keinen Verein. Letztes Frühjahr ist sehr viel aufgegangen, das einzig Negative war mein Jochbeinbruch. Uns hat niemand etwas zugetraut, aber wir haben die nötigen Punkte gemacht und sind nicht abgestiegen, obwohl eigentlich schon jeder ein Hakerl darunter gemacht und gesagt hat: "Mattersburg steigt ab." Das war aber nicht auf eine einzelne Person, die Maierhofer heißt, zurückzuführen, sondern auf das gesamte Team. Auch Thorsten Röcher, David Atanga, Patrick Bürger oder Nedeljko Malic haben beispielsweise ganz wichtige Tore gemacht, wir haben als Team sehr gut funktioniert. Dass wir alle an einem Strang gezogen haben, ist ausschlaggebend, dass Mattersburg noch in der Bundesliga ist. Das haben wir in die neue Saison mitgenommen.

...ÜBER DIE SCHLÜSSELFIGUREN DES AKTUELLEN ERFOLGSLAUFS:


...DARÜBER OB SICH TRAINER GERALD BAUMGARTNER NACH DEM SCHEITERN BEI DER AUSTRIA GERADE WIEDER FÜR HÖHERE AUFGABEN IN STELLUNG BRINGT:

Definitiv! Wenn du bei einem großen Verein arbeitest, sind das Medieninteresse und der Druck natürlich größer als bei einem Verein wie Mattersburg. Aber die Arbeit, die er als Trainer und Mensch in diesem Verein leistet, ist großartig und enorm wichtig. Ich denke schon, dass er bei einem richtig guten Verein andocken wird, wenn er seine Zelte in Mattersburg einmal abbricht. Die Qualität dazu hat er einfach. Er ist ein akribischer Arbeiter, bringt auch ein bisschen die Red-Bull-Philosophie in den Verein. Ich denke schon, dass er als Trainer Potenzial für mehr hat.

...ÜBER DAS ZIEL EUROPACUP:

Natürlich ist es ein Ziel. Wir sind knapp hinter dem LASK, der Admira und Rapid. Salzburg und Sturm sind für uns wohl nicht mehr greifbar, aber die anderen Plätze schon, wenn wir die direkten Duelle gewinnen. Es ist noch gut ein Viertel in der Meisterschaft zu spielen, und ich hoffe, dass wir dieses Ziel für unseren Verein und auch unseren Präsidenten verwirklichen können und nächstes Jahr wirklich international starten dürfen. Und natürlich ist unser Ziel auch, Red Bull Salzburg im Cup-Halbfinale einen Kampf zu liefern.

...ÜBER DEN TRAUM VOM CUPSIEG:

Als Spieler willst du Titel gewinnen. Ich habe vor zwei Jahren mit Trencin Meistertitel und Cupsieg feiern dürfen, habe im Cupfinale ein wichtiges Tor gemacht. Das sind Emotionen, für genau solche Momente trainierst du als Spieler, damit du am Ende einer Saison einen Titel feiern darfst!

...ÜBER DIE KRITIK, DASS DER SV MATTERSBURG ZWAR VIEL IN DIE MANNSCHAFT INVESTIERT, ABER WENIG INS UMFELD - VOR ALLEM INS STADION:


...ÜBER SEINE ZUKUNFT IN MATTERSBURG:

Gespräche mit Mattersburg haben schon stattgefunden. Ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, dass ich noch eine Saison in Mattersburg anhänge. Ich fühle mich gut und denke, dass ich körperlich auf jeden Fall noch in der Bundesliga mithalten und der Mannschaft helfen kann. Man wird sehen, was die nächsten Wochen bringen. Wir wollen gemeinsam noch viel erreichen. Der Verein gibt mir auch die Möglichkeit, dass ich meine Trainerausbildung mache. Ich arbeite in der Akademie mit, was mir Spaß macht. Und es sind nur knapp 100 Kilometer von mir zu Hause. Also ich fühle mich wohl.

...DARÜBER, WIE LANGE ER NOCH ALS PROFI AKTIV SEIN MÖCHTE:

So lange es mir Spaß macht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich noch ein, zwei, drei Jahre dranhänge, wenn der Körper mitspielt. Im Herbst hatte ich eine kleine Meniskus-Blessur, das war mein erster kleiner Eingriff. Da war ich nach zwei Wochen wieder fit. Ich schaue auf meinen Körper und meine Ernährung, das kommt mir jetzt auf jeden Fall zu Gute. Wenn ich meine Werte vom Sommer und Winter anschaue und mit anderen Spielern vergleiche, dann bin ich trotz meines Alters nicht so schlecht mit dabei. Mir macht es Spaß, mit den Jungs tagtäglich auf dem Spielfeld zu stehen, mich immer noch weiterzuentwickeln und Woche für Woche gemeinsam zu feiern. Denn es ist ja das Schönste am Sport, wenn du dir unter der Woche Ziele steckst, am Wochenende gemeinsam mit deiner Mannschaft Siege feiern kannst und dabei gute Emotionen entstehen.

...ÜBER SEINE ZIELE ALS TRAINER:


...ÜBER DIE AMBITION, TRAINER IM PROFIBEREICH ZU WERDEN:

Als Trainer würde es mich natürlich irrsinnig freuen, wenn ich irgendwann in der Bundesliga in Österreich oder vielleicht sogar in Deutschland aktiv sein dürfte. Aber das steht alles noch in den Sternen. Aber ich möchte auf jeden Fall in den Profibereich. Ich betreibe den Aufwand ja nicht aus Jux und Tollerei. Die A-Lizenz ist sehr zeitintensiv, da gehen viele Stunden drauf. Aber mir macht es sehr viel Spaß. Deswegen ist die A-Lizenz der nächste Schritt, um dann irgendwann in den Profi-Lizenz-Kurs zu kommen und in vielleicht fünf, sechs Jahren irgendwann selbst als Trainer tätig zu sein.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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