Marco Rose spricht über den Kapitäns-Wechsel

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Am Mittwoch gab Red Bull Salzburg bekannt, dass ab sofort Andreas Ulmer neuer Kapitän ist (Hier nachlesen!).

Dabei überrascht es weniger, dass der Vorzeige-Profi (seit 2009 im Verein) dieses Amt übernimmt, sondern Alexander Walke als Captain abgelöst wird.

Salzburg-Trainer Marco Rose erklärt am Rande des Bundesliga-Auftakt-Events in Wien im LAOLA1-Interview, warum diese Rochade vorgenommen wurde und spricht auch über Stefan Lainer sowie das große Ziel Champions League.

LAOLA1: Andreas Ulmer löst überraschend Alexander Walke als Kapitän ab. Warum?

Marco Rose: Das hat sich so ergeben. Alexander war ein herausragender Kapitän und ist für mich auch noch Kapitän, weil er immer vorangeht und immer vorangehen wird. Fakt ist aber, dass wir für die neue Saison eine neue Konstellation geschaffen haben, um beiden Torhütern gerecht zu werden. Sowohl der herausragenden vergangenen Saison von Alex, als auch den 19 Top-Spielen, die Cican Stankovic gemacht hat. Wir werden kommende Saison mit Cican als Nummer 1 in die Bundesliga gehen und Alex wird uns international sowie im Cup vertreten. Das ist der grundsätzliche Plan. Weil Alex damit nicht immer auf dem Platz sein wird, haben wir Andi zum Kapitän gemacht, weil er in allen Wettbewerben regelmäßig auf dem Platz stehen wird.

LAOLA1: Ist diese Torhüter-Entscheidung einfach auch aufgrund der Perspektive gefallen?

Rose: Ganz klar. Wir machen uns ja unsere Gedanken. Wir wissen, was Alex (35) für eine Saison gespielt hat, wissen aber auch, was Cican (25) geleistet hat. Wir müssen dem Jungen auch einfach gerecht werden und ihm die Möglichkeit nach ein paar Jahren in Salzburg geben, den nächsten Schritt zu gehen, um sich für die Zukunft auch in Salzburg als Nummer 1 zu empfehlen. Das ist die Idee dahinter. Das schmeckt nicht immer jedem, aber die Jungs haben das beide sehr professionell aufgenommen und werden trotz allem in einen fairen Konkurrenzkampf treten. Das heißt auch nicht, dass die Situation komplett in Stein gemeißelt ist. Cican kann mal ein internationales Spiel machen, Alex auch ein Bundesliga-Spiel.

LAOLA1: Abgesehen von dieser Entscheidung ist auffällig, dass Salzburg die erfolgreiche Mannschaft von 2017/18 weitestgehend zusammenhalten konnte. Bleibt das so oder ist noch mit Abgängen zu rechnen?

Rose: Fakt ist, dass wir eine außergewöhnliche Saison mit einer tollen Mannschaft hinter uns haben und das Ziel des Vereins war, diese Mannschaft so gut wie möglich beisammen zu halten. Da sind wir dabei. Was in den nächsten Wochen passieren wird, wird man sehen. Da sollte man im Fußball mit grundsätzlichen Äußerungen vorsichtig sein. Fakt ist aber natürlich auch, dass es bald losgeht und ich mich als Trainer schon auch ein Stück weit darauf verlassen möchte, wer da ist und wer nicht.

LAOLA1: Wurde das Team auch einfach deswegen zusammengehalten, weil das große Ziel Champions League erreicht werden soll? In den vergangenen Jahren gelang das bekanntlich nicht, auch weil die Mannschaft immer auseinander gerissen wurde.

Rose: Als Mannschaft der österreichischen Bundesliga gab und gibt es einfach in den vergangenen Jahren gewisse Gesetzmäßigkeiten. Im Moment stellt sich das bei uns so dar, dass wir das viellicht ein wenig ändern können. Aber ich glaube nicht, dass es für uns das große Ziel Champions League in irgendeiner Form buchbar macht. Ich denke dennoch, dass es sehr schwierig wird. Aber egal, was ich jetzt sage, ich weiß ja, was medial rauskommt. Fakt ist, dass wir dabei sind und es unbedingt wollen und mit allem, was wir haben, probieren. Wir müssen es aber auch einfach mit einer gewissen Lockerheit angehen, wenn wir verkrampfen ist das Buch relativ bald wieder zu.

LAOLA1: Stefan Lainer wollte nach Napoli wechseln, durfte aber nicht. Auch wegen der CL?

Rose: Dass Stefan nach Napoli wechseln wollte, ist Fakt. Er wird bei uns bleiben. Es ist schon auch ein Zeichen dafür, dass wir etwas vorhaben, wenn man so einen Spieler unbedingt halten möchte. Jetzt haben wir die Aufgabe vor der Brust und wollen sie auch angehen.

LAOLA1: Sie sind geblieben, die Mannschaft ist geblieben. Wie nehmen Sie die Atmosphäre rund um den Klub wahr und denken Sie, dass überhaupt mehr Zuschauer ins Stadion kommen werden?

Rose: Das glaube ich auf jeden Fall und freue mich, wenn das dann der Fall ist. Ich spüre in der Stadt und im Umland, dass eine gewisse Euphorie da ist. Die wollen wir natürlich gerne nützen. Es war ein außergewöhnlicher Tag der offenen Tür. Es waren viele Leute da, das erlebt man auch in der deutschen Bundesliga nicht alle Tage. Jetzt liegt es auch an uns, diese Euphorie mitzunehmen. Mich würde es aber auch freuen, wenn eine gewisse Nachhaltigkeit reinkommt, die Leute den Jungs auch einen Vertrauensvorschuss geben und gegen alle Gegner ins Stadion kommen.


Textquelle: © LAOLA1.at

Red Bull Salzburg hat einen neuen Kapitän

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