Rapid-Kapitän Schwab: Glaube an Serie wie 2015

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Die Winterpause war kurz, die Herbstsaison nicht gänzlich zufriedenstellend.

Trotzdem ist Stefan Schwab schon wieder Feuer und Flamme, optimistisch gestimmt und für den Angriff im Frühjahr bereit.

Der Rapid-Kapitän weiß, wo die Wiener den Hebel ansetzen müssen. Ob man den enteilten Sturm und Salzburg noch gefährlich werden kann?

"Wir haben vor drei Jahren im Frühjahr einen Lauf gehabt, wo wir nur einmal verloren haben. Vielleicht gelingt uns ja eine ähnliche Serie", hofft Schwab im LAOLA1-Interview.

Davon auszugehen, noch in den Titelkampf eingreifen zu können, wäre seiner Meinung nach jedoch vermessen.

Im Interview spricht der 27-jährige Saalfeldner über Ziele, die Qualität im Kader, den Derby-Anreiz zum Rückrunden-Auftakt, das Wiedersehen mit Stefan Stangl und die Situation von Dejan Ljubicic.

LAOLA1: Die Winterpause wird immer kürzer. Wie äußert sich das bei euch Spielern, wenn es nach Familienbesuchen und Kurzurlaub nach zweieinhalb Wochen schon wieder losgeht?

Stefan Schwab: Für uns ist es schon ungewohnt, wenn die Winterpause jetzt immer kürzer wird. Aber wir müssen uns anpassen, international spielen sie teilweise durch. Also dürfen wir nicht jammern. Zweieinhalb Wochen Urlaub waren schon okay, jetzt freuen wir uns, dass es wieder losgeht. Dafür haben wir im Sommer ein bisschen länger Urlaub, das gleicht sich dann wieder aus. Natürlich ist es in Österreich ein bisschen schwieriger, im Winter durchzuspielen oder eine Vorbereitung durchzudrücken. Aber deshalb fliegen wir ja auf Trainingslager. Von dem her dürfen wir nicht jammern, das ist kein Problem.

LAOLA1: Hat der Trainer euch schon mitgeteilt, welche Schwerpunkte er in der Vorbereitung setzt und wo der Hebel angesetzt wird?

Schwab: Natürlich, wir haben jetzt schon ein paar Tage trainiert und unsere Tests absolviert. Jetzt kriegen wir unsere Ausdauerwerte und werden sicher bis zum Trainingslager im körperlichen Bereich arbeiten. Wobei unser Trainerteam trotzdem viel mit dem Ball machen will, damit wir uns auch fußballerisch weiterentwickeln. Es wird jetzt eine Mischung aus Kraftkammer mit Ausdauereinheiten inklusive Ball.

LAOLA1: Neuzugänge sind zum Vorbereitungsstart nicht dabei. Wäre das ein neuer Anreiz für die Mannschaft gewesen oder siehst du es als Vorteil, dass alles beim Alten bleibt?

Schwab: Wir haben einen großen Kader. Ich glaube, dass der Sportdirektor nach wie vor darum bemüht ist, den Kader zu verkleinern. Das hat man dadurch gesehen, dass es schon Abgänge gegeben hat. Meiner Meinung nach ist es nicht unbedingt nötig, Neuzugänge zu präsentieren. Da wird der Sportdirektor sicher mehr Arbeit im Sommer haben, weil da Verträge auslaufen. Aber prinzipiell würde ich nicht sagen, dass wir jetzt einen neuen Reiz brauchen. Wir müssen jetzt einfach hart weiterarbeiten. Die Qualität in der Mannschaft ist da, wir müssen es jetzt nur öfter und mehr Minuten auf den Platz bringen als im Herbst.

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LAOLA1: Was ist für dich besonders wichtig in der Vorbereitung, um zu gewährleisten, dass man gut in die Saison kommt und sich gleichzeitig auch noch verbessert?

Schwab: Wichtig ist natürlich, dass wir von der Gesundheit her gut drüber kommen, nicht zu viele Verletzte haben, wirklich fit sind, gut arbeiten und uns körperlich herrichten, um für die Saison bereit zu sein. Wir sind im Cup dabei, wir sind in der Liga dabei und haben doch noch einige Spiele. Von dem her müssen wir auch Selbstvertrauen tanken, schon in den Vorbereitungsspielen giftig sein und zeigen, dass wir noch einmal vorne rankommen wollen. Wir wollen einen Spirit und vielleicht noch mehr Siegermentalität reinbringen, damit man im Frühjahr sieht, dass wir die Spiele vielleicht noch mehr gewinnen wollen. Vor allem wollen wir als Mannschaft auftreten. Das Wichtigste wird sein, dass wir intern keine Probleme haben. Denn die Qualität ist da, um unsere Saisonziele zu erreichen. Beide Ziele sind absolut möglich – die Top 3 in der Liga und im Cup wollen wir zum Finale nach Klagenfurt.

LAOLA1: Wie sehr strebt man die Rückkehr auf die internationale Bühne im Sommer an und wie wichtig wäre dies für den Verein?

Schwab: Das ist ein großes Saisonziel von uns. Wir wollen unter den ersten Drei sein. Da sind wir im Moment einmal dabei, auch wenn wir nach vorne hin schon ein kleines Loch aufgerissen haben. Wir wollen die Lücke noch schließen und irgendwie näherrücken. Ganz wichtig für uns ist aber, dass wir heuer wieder international zurückkehren und gute Leistungen zeigen. Wir sind alle optimistisch, weil es im Herbst schon ganz gut funktioniert hat.

LAOLA1: Ist das Selbstvertrauen so groß, um Sturm und Salzburg noch angreifen zu können oder muss dieses Gefühl sogar vorhanden sein, um sich zu pushen?

Schwab: Natürlich ist der Polster schon groß. Zehn Punkte auf Sturm und neun auf Salzburg sind schon ein Fenster. Aber es sind noch einige Spiele, wo wir das noch aufholen können. Wir wissen schon, dass Salzburg im Frühjahr immer sehr gut ist, sehr wenige Spiele verliert und man einen Riesen-Lauf braucht, um noch einmal heranzukommen. Von dem her wäre es ein bisschen vermessen zu sagen, dass wir es noch drehen können. Möglich ist es, dass wir noch einmal heranrutschen, aber es muss sehr viel zusammenpassen. Wir werden aber alles versuchen, um unsere Spiele zu gewinnen. Wir werden auf uns schauen, um es zu schaffen, im Frühjahr sehr viele Punkte zu holen und ganz wenige Niederlage einstecken zu müssen. Wir haben vor drei Jahren im Frühjahr einen Lauf gehabt, wo wir nur einmal verloren haben (Anm. d. Red.: 2015, 11 Siege, 5 Remis, 1 Niederlage). Vielleicht gelingt uns ja eine ähnliche Serie. Daran werden wir arbeiten und dann sehen, wie weit wir noch rankommen.

LAOLA1: Mit dem Wiener Derby zum Auftakt gibt es ohnehin keine Eingewöhnungsphase. Da muss man vom ersten Spiel an voll da sein. Ein Vorteil?

Schwab: Das ist sicherlich schon ein Anreiz auch für uns. Da geht man schon mit einem anderen Gefühl in die letzte Trainingswoche rein, wenn man weiß, dass gleich das Heim-Derby ansteht. Noch dazu haben wir daheim gegen die Austria noch nicht gewonnen. Von dem her ist es gleich eine Riesen-Aufgabe für uns, die wir positiv bestreiten wollen und mit der wir vielleicht gleich ein, zwei Dinge korrigieren können, die uns im Herbst nicht gelungen sind. Das wäre natürlich gleich schön, darauf bereiten wir uns vor. Aber nicht nur für das Spiel, sondern für die ganze halbe Saison, damit wir bis Sommer gut drüberkommen und auf die internationale Bühne zurückkehren können.

LAOLA1: Im Derby gibt es auch gleich ein Wiedersehen mit deinem früheren Mitspieler Stefan Stangl, der mit Sturm, Rapid, Salzburg und Austria die großen Vier nun durch hat. Was sagst du, der seinen Klubs doch länger treu geblieben ist, zu diesem Weg?

Schwab: Es ist eine Entscheidung für ihn als Spieler. Ich glaube, im Nachhinein hätte er uns damals nicht verlassen müssen, wenn man sieht, dass er jetzt dort spielt. Aber das muss man natürlich respektieren, das ist seine Geschichte. Es wird für uns kein großes Thema, weil es in unserer Mannschaft sehr wenige oder gar keinen gibt, die mit Stefan noch Kontakt haben. Von dem her belastet uns das jetzt sehr wenig. Das wird auch am Spiel am 4. Februar nichts ändern, ob er am Platz steht oder nicht.

LAOLA1: Was kann Rapid für Dejan Ljubicic tun, der sich mit dem Moschee-Eklat eine Entgleisung erlaubt hat, aber diesen Vorfall sicher bereut?

Schwab: Er hat sich schon beim Trainingsstart vor der ganzen Mannschaft entschuldigt, dass ihm dieser Fauxpas leider passiert ist. Es tut ihm unheimlich leid. Auch bei uns in der Mannschaft gibt es verschiedene Religionen, deshalb hat er wirklich deutlich gemacht, dass es ihm leid tut. Er hat natürlich auch darum gebeten, dass wir ihn unterstützen. Das ist für uns Ehrensache. Wir werden ihn unterstützen und schauen, dass er das so schnell wie möglich abhaken kann. Er kann jetzt leider nicht viel mehr machen, als sich zu entschuldigen. Das hat er auch dort vor Ort gemacht. Von dem her muss er jetzt damit umgehen können. Es wird sicher keine leichte Zeit, aber wir als Mannschaft werden ihn stützen. Wichtig ist für ihn, dass die Meisterschaft bald losgeht und er wieder mit dem Kopf am Platz ist. Dann wird da wieder ein bisschen Gras drüberwachsen und sich das auch wieder beruhigen.

LAOLA1: Bei Rapid ist aufgefallen, dass man im letzten halben Jahr viele Torchancen gebraucht hat, zudem der beachtliche Rückstand auf Sturm und Salzburg. Was wird 2018 besser laufen?

Schwab: 2017 war jetzt sicher nicht optimal für uns. Das Frühjahr war ganz schlecht, jetzt im Herbst haben wir uns gefangen und waren halbwegs stabil. Wir haben es am Ende der Saison angesprochen, dass wir noch ein bisschen Luft nach oben haben. Die Punkteausbeute ist okay, aber es könnte der eine oder andere Punkt mehr sein. Jetzt ist ein neues Jahr und wir müssen das fortsetzen, was wir im Herbst schon teilweise gezeigt haben. Dann schaut das ganz gut aus. Wir müssen es jetzt nur hinbekommen, dass wir das über das ganze Jahr spielen, dann ist einiges möglich.

Textquelle: © LAOLA1.at

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