Marko Raguz: Das Ausland bleibt das Ziel

Marko Raguz: Das Ausland bleibt das Ziel Foto: © GEPA
 

Noch hat die neue Saison für LASK-Stürmer Marko Raguz nicht wirklich begonnen.

Der 23-Jährige, der nach einem Kreuzbandriss im November 2020 in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit sein Comeback gefeiert hat, fehlt den Athletikern aktuell aufgrund muskulärer Probleme im Oberschenkel.

Diese sind dafür verantwortlich, dass der ehemalige U21-Nationalspieler im ersten Ligaspiel gegen Altach nur für 25 Minuten am aktiven Geschehen teilnehmen konnte.

Im LAOLA1-Interview klärt Marko Raguz über den Heilungsprozess seines Oberschenkels, die mentale Seite der Regeneration und seine Meinung zum Video Assistant Referee nach dem Aufreger gegen Rapid auf.

LAOLA1: Wie geht es deinem Oberschenkel?

Marko Raguz: Wieder um einiges besser. Es war zwischenzeitlich nicht so gut, es zieht sich mittlerweile schon lang. Es ist schon besser, trotzdem habe ich gesagt, dass ich kein Risiko mehr eingehe und das ganz ausheilen möchte. Deswegen mache ich so lange Pause, bis ich nichts mehr spüre und alles gut ist.

LAOLA1: Gibt es schon einen Zeitplan, wie lange das noch dauern wird?

Raguz: Geplant ist ein Trainingseinstieg am nächsten Montag.

LAOLA1: Wie gehst du mental mit der Situation um? Erst der Kreuzbandriss mit einer langen Genesungsphase und jetzt laborierst du am Oberschenkel.

Raguz: Beim Kreuzbandriss war es sogar ein bisschen einfacher, denke ich, weil man weiß, worauf man sich einstellen muss und es neun Monate dauert, bis man fit ist. Jetzt ist es ein bisschen mühsam, weil das keine große Verletzung ist. Es zwickt halt und man weiß, wenn man einen blöden Schritt macht, könnte es gröber werden. Deswegen haben wir gesagt, dass wir da kein Risiko eingehen. Für den Kopf ist es nicht super, wenn man nicht spielen kann, aber ich habe trotz meiner jungen Jahre schon viel gesehen, viel erlebt und viele Rückschläge gehabt. Das wirft mich nicht aus der Bahn, so schlimm ist das nicht.

Interview wird unter dem VIDEO fortgesetzt

LAOLA1: Du fürchtest nicht, dass du nach deiner Rückkehr vielleicht den einen oder anderen Schritt anders setzt als davor, weil das möglichweise im Hinterkopf bleibt?

Raguz: Nein, definitiv nicht. Das ist eine leichte Muskelverletzung, nichts Grobes. Das Knie ist stabil, in einem Top-Zustand, über das reden wir gar nicht, weil es gut beinand ist. Bei einer Muskelverletzung ist das überhaupt kein Thema, das wird in einer Woche ausheilen, dann ist wieder alles gut. Da mache ich mir gar keine Sorgen.

LAOLA1: In die vergangene Saison bist du als unumstrittener Stammspieler gegangen, heuer hast du im Sturmzentrum mit Rückkehrer Schmidt und Christoph Monschein Bundesliga-erprobte Konkurrenz bekommen. Wie gehst du mit der Situation um, stört dich das vielleicht ein wenig?

Raguz: Nein, das ist ganz normal im Fußball. Ich denke eher, dass das ziemlich gut ist für uns. Das ist eine sehr gute Situation, wenn wir als LASK so gute Spieler bekommen können. Für mich persönlich denke ich schon, dass ich das nötige Selbstvertrauen und die Qualität habe, dass ich weiß, dass ich auf meine Spielminuten kommen werde und ich meine Leistung bringen werde. Das ist für mich das Wichtigste, dass ich da bin, wenn ich gebraucht werde.

"Es ist nach wie vor ein Ziel von mir, irgendwann im Ausland zu spielen, das ist kein Geheimnis. Das muss ich aber schon sagen: Der LASK ist für mich eine große Herzensangelegenheit, mein Herzensverein, deswegen bin ich schon an der richtigen Adresse."

Marko Raguz

LAOLA1: Spiegeln solche Transfers deiner Meinung nach den Fortschritt wieder, den der LASK in den vergangenen Jahren gemacht hat?

Raguz: Ja, definitiv. Wir haben in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet und man weiß auch, dass wir ein familiäres Umfeld bieten und sportlich sehr gute Aus- und Weiterbildung für jeden Spieler haben. Ich denke, dass das sehr viele Spieler anlockt. Da muss man schon sagen, dass sehr viel weitergegangen ist. Man muss das aber auch in den nächsten Jahren weiterverfolgen. Ich hoffe, dass uns das gelingt. Da bin ich aber guter Dinge, weil bei uns nach wie vor gute Arbeit geleistet wird.

LAOLA1: Der LASK stellt offensichtlich auch ein gutes Sprungbrett ins Ausland dar. Mit Reinhold Ranftl und Gernot Trauner haben euch zwei wichtige Spieler verlassen. Wie könnt ihr die Abgänge auf und neben dem Platz kompensieren?

Raguz: Nicht nur die beiden, ob es jetzt der "Ramsi" (Christian Ramsebner, Anm.) ist oder Spieler, die lange im Verein sind, die waren sehr wichtig für den Erfolg der letzten Jahre. Das ist normal im Fußball. Spieler und Trainer kommen und gehen, das ist alles ganz normal. Ich gönne den beiden die Transfers ins Ausland. Es ist nicht einfach für uns, wenn uns solche Spieler verlassen. Aber ich denke, die neuen Spieler werden das super kompensieren. Es entscheiden sich wirklich gute Spieler zum LASK zu kommen. Das war auch wieder der Fall, wir haben gut nachlegen können, darum sind wir da sehr gut aufgestellt.

LAOLA1: Du wärst auch ein Kandidat für einen Transfer ins Ausland gewesen. Glaubst du, hättest du diesen vollziehen können, wenn das vergangene Jahr verletzungsfrei über die Bühne gegangen wäre?

Raguz: Das kann ich jetzt so nicht sagen. Es kann sein, dass es passiert wäre, das hätte von meinen Leistungen abgehangen. Es ist nach wie vor ein Ziel von mir, irgendwann im Ausland zu spielen, das ist kein Geheimnis. Das muss ich aber schon sagen: Der LASK ist für mich eine große Herzensangelegenheit, mein Herzensverein, deswegen bin ich schon an der richtigen Adresse. Derzeit ist das für mich der bestmögliche Verein. Was irgendwann einmal ist, kann ich jetzt nicht sagen. Was gewesen wäre, kann ich auch nicht beurteilen.

LAOLA1: Mit einem Sieg gegen Altach und einem Remis gegen Rapid seid ihr ordentlich in die Saison gestartet. Wo kann die Reise am Ende hingehen?

Raguz: Ich denke, dass wir uns darauf konzentrieren müssen, unser Spiel wieder ein bisschen mehr zu finden. In der letzten Saison ist viel passiert, auch mit den Turbulenzen rundherum. Jetzt ist wichtig, dass wieder Ruhe im Verein einkehrt und die Spieler sich auf das Wesentliche konzentrieren. Wir waren seit dem Wiederaufstieg immer unter den Top Vier. Ich glaube, dass das heuer wieder das Ziel sein kann, das wäre ganz realistisch.

LAOLA1: Beim Spiel gegen Rapid war ein nicht gegebener Elfmeter nach Foul an Karamoko der große Aufreger. Auch Trainer Thalhammer war ziemlich erbost darüber. Wie ist deine Meinung zum Video-Schiedsrichter nach den ersten beiden Bundesliga-Runden?

Raguz: Ich denke, dass der Trainer nicht der Einzige war, der da erbost war. Wir waren alle fast schockiert. Es ist klar, dass es ein bisschen dauern wird, bis sich das mit dem Video Assistant Referee einpendelt, aber die Szene war schon ziemlich offensichtlich. Es war ein Fehler, denke ich. Im Nachhinein wissen das die Schiedsrichter auch und ich hoffe, dass sie daraus lernen werden. Wenn er weiterhilft, ist der VAR aber eine gute Sache.

LAOLA1: In der Conference League gegen Novi Sad muss sich der LASK damit immerhin nicht herumschlagen. Der Weg in die Gruppenphase ist vorgezeichnet: Wenn Galatasaray gegen St. Johnstone gewinnt, könnte man sagen, dass dieser dankbar ist. Muss das Ziel die Gruppenphase sein?

Raguz: Jetzt ist mal wichtig, wie wir am Donnerstag in die Quali starten. Es ist noch ziemlich früh in der Saison. Es für uns ein Gradmesser, wo wir stehen, gegen eine Mannschaft, die in den letzten Jahren in den Quali-Runden mitgespielt hat. Das Ziel ist mal da drüber zu kommen, dann kann man schon weiterschauen. Vorerst müssen wir uns darauf konzentrieren, am Donnerstag eine gute Leistung zu bringen. Wenn das der Fall ist, denke ich, dass wir dort gewinnen können.

LAOLA1: Vor der Einführung der Conference League gab es durchaus einige kritische Stimmen. Was hältst du vom neuen Bewerb?

Raguz: Ich denke, dass es ein ganz cooler Bewerb sein kann. Es ist ein neuer Bewerb, man weiß nichts darüber, ist ein bisschen skeptisch. Ich bin selbst gespannt, wie sich das entwickeln wird.

LAOLA1: Für die Fans sind internationale Spiele das Salz in der Suppe. Wie ist das für dich als Spieler?

Raguz: Für uns sind das die Bonus-Spiele. Das tägliche Brot ist natürlich die Bundesliga. Das soll auch so sein, da müssen wir liefern. Aber wenn man als Spieler international aufzeigen kann, ist das schon noch ein bisschen mehr wert.

LAOLA1: Wir haben vorher über die Ziele des Vereins gesprochen. Wie lauten deine persönlichen Ziele für diese Saison, abgesehen von der Genesung?

Raguz: Ich denke, dass es wichtig sein wird, dass ich so viele Spiele und Trainings wie möglich mache und mich wieder in das ganze hineinfinde. Ich glaube, dass bei mir ein bisschen die Gefahr besteht, dass ich relativ schnell hohe Erwartungen an mich habe. Vielleicht muss ich da etwas aufpassen. Aber ich denke, dass ich der Mannschaft schnell weiterhelfen kann und dass ich körperlich, abgesehen vom leichten Zwicken im Oberschenkel, top-fit bin. Darum mache ich mir keine Gedanken, dass das auch eine gute Saison werden kann. Ich möchte fit werden und der Mannschaft weiterhelfen. Das ist das Wichtigste für mich.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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