Knasmüllner mit Ansage an David Alaba

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2008 wechselten zwei junge Österreicher in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München.

Ihre Karrieren sollten sich in völlig unterschiedliche Richtungen entwickeln. Während David Alaba sechsfacher deutscher Meister, vierfacher DFB-Pokalsieger, Champions-League-Sieger und zweifacher österreichischer Sportler des Jahres wurde, stand Christoph Knasmüllner kurz vor dem Ende seiner Profi-Karriere.

Inter Mailand, FC Ingolstadt und Admira Wacker lautete sein weiterer Werdegang. Auch in der Südstadt lief es nicht berauschend, ehe beim 25-jährigen Mittelfeldspieler ein entscheidendes Umdenken einsetzte. Seither - und speziell in der aktuellen Saison - läuft es beim Spielgestalter jedoch.

Welcher Moment seine Karriere rettete, wie er seine Zukunft (Vertragsende im Sommer 2018) plant, was er vom Satz "Der Knasi war talentierter als der Alaba" hält und wie sein Verhältnis zu Alaba heute aussieht, verrät Christoph Knasmüllner im LAOLA1-Interview:

LAOLA1: Fünf Tore in den letzten drei Spielen, insgesamt schon 8 Tore und 3 Assists in den ersten 12 Runden – bist du in der Form deines Lebens?

Christoph Knasmüllner: Gute Frage, auf jeden Fall fühle ich mich zurzeit sehr gut. Das hängt auch damit zusammen, dass wir als Mannschaft gut agieren. Das kommt mir zugute. Je besser wir als Mannschaft funktionieren, desto besser komme auch ich persönlich zur Geltung.

VIDEO - Knasmüllners sehenswerter Lupfer:
(Interview wird unterhalb fortgesetzt)

LAOLA1: Wie du sagst, läuft es bei euch aktuell sehr gut. Sechs Liga-Spiele ohne Niederlage - was sind die Gründe für den Erfolgslauf?

Knasmüllner: Wir wissen, was wir können. Tagtäglich erarbeiten wir uns das auf dem Platz. Jeder kämpft für den anderen, jeder macht Meter für den Mitspieler. Dazu kommt, dass wir auch viel Qualität in unseren Reihen haben.

LAOLA1: Unter Ernst Baumeister setzte es noch keine Liga-Niederlage. Wie groß ist sein Anteil?

Knasmüllner: Schon als er die Amateure interimistisch übernommen hat, ist es auf einmal gelaufen. Bei uns ist es jetzt genauso. Es hat aber auch schon davor mit Damir Buric gut funktioniert. Wir wissen alle, was wir an Ernst Baumeister haben. Wir haben gewisse Freiheiten, er pusht uns immer aufs Neue. Wir versuchen, am Spieltag das umzusetzen, was wir am Trainingsplatz herausarbeiten.

LAOLA1: Du kennst ihn bereits, seit du ein Kind bist. Fühlst du dich unter ihm noch ein Stück wohler?

Knasmüllner: Er schenkt mir viel Vertrauen, das versuche ich zurückzuzahlen. Aktuell funktioniert das sehr gut. Er spricht oft mit mir und ich denke, er hält auch viel von mir. Bei ihm komme ich auch wieder als „Sechser“ zum Zug, auch weil Tothi (Daniel Toth/Anm.) verletzt ist. Diese Rolle liegt mir, das weiß er. Ich kann mich nicht beklagen.

LAOLA1: Du hattest in deiner Karriere schon einige Trainer – gibt es einen, an den du dich am liebsten zurückerinnerst?

Knasmüllner: Jeder Trainer ist anders, alle achten auf andere Sachen. Mehmet Scholl hat mir damals bei den Bayern Amateuren das Vertrauen geschenkt. Ich habe viel gespielt und meine Aufgaben auf dem Platz erfüllt.

LAOLA1: Immer wieder kommt die Frage nach deiner Zukunft. Du machst mit starken Leistungen auf dich aufmerksam, dein Vertrag läuft nächsten Sommer aus. Wie gehst du mit dieser Situation um?

Knasmüllner: Allgemein sehr entspannt. Ich weiß, was ich an der Admira habe. So lange ich hier bin, werde ich alles für diesen Verein geben. Falls sich etwas ergibt, muss man ohnehin reden. Aber darum kümmert sich mein Berater.

Mario Sonnleitner (Rapid) - Evaluiert seine Stammplatz-Chancen

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Tobias Brunner (Koch von RB Salzburg) - Versteht sein Handwerk

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Michael Cheukoua (Altach) - Grinsekatze

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Markus Böcskör (Mattersburg) - Geblendet

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Carlos Miguel Coronel (Salzburg) - Hat die Haare richtig schön

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Thomas Ebner (Admira) - Breitbeinig

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Thorsten Fink/Frank Gruber (Austria) - Haben ein und denselben Barbier

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Florian Flecker (WAC) - Ist ganz entspannt

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Rene Gartler (LASK) - Geschockt!

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James Jeggo (Sturm) - Sucht noch das Vogerl

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Louis Ngwat-Mahop (Altach) - Hat richtig Bock

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Stefan Maierhofer (Mattersburg) - Hat mal als Model gearbeitet

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Adi Mehremic (St. Pölten) - Sucht noch das Gleichgewicht

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Daniel Nussbaumer (Altach) - Spart schon für Movember

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Nedjelko Malic (Mattersburg) - Traumberuf: Gefängniswärter

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Daniel Petrovic (St. Pölten) - Glückselig

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Felipe Pires (Austria) - Präsentiert stolz seine neuen Ohrringe

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Rajko Rep (LASK) - Glaubt, Slim Fit wäre ein Getränk

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Martin Resch (Masseur beim SCR Altach) - Spitzname: Der Feinfühlige

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Thomas Zündel (WAC) - Hosengröße: XXXL

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LAOLA1: Im nächsten Sommer bist du 26 Jahre alt, ist das dann vielleicht schon die letzte Chance nochmal einen Schritt zu einem größeren Klub zu machen?

Knasmüllner: Auch mit 26 ist man ja noch kein älterer Herr (lacht). Aber wie gesagt: Wenn sich etwas ergibt, muss man darüber nachdenken und sprechen. Noch ist das aber nicht soweit, deswegen konzentriere ich mich voll und ganz auf die Admira. Ich fühle mich hier sehr wohl, meine Familie, Freunde und Freundin sind hier.

LAOLA1: Im Admira-Kader laufen ja bei fast allen Stammspielern die Verträge aus. Hängt deine Entscheidung auch davon ab, wie es bei anderen weitergeht?

Knasmüllner: Ich wusste gar nicht, dass bei vielen Spielern der Vertrag ausläuft. Da mache ich mir wirklich keinen Kopf. Man sieht ja, dass auch die Spieler, die nachkommen, Qualität haben. Davon hängt meine Entscheidung also nicht ab.

LAOLA1: Marko Arnautovic hat zuletzt gesagt, er ist jetzt 28 und noch nicht dort, wo er sein will. Er spielt aber immerhin bei West Ham in der Premier League. Denkst du ähnlich – also bist du nicht dort, wo du sportlich gesehen sein willst bzw. könntest?

Knasmüllner: Ich sehe das ähnlich wie er, man muss immer Ziele und den Anspruch haben, das Maximale aus seinen Möglichkeiten zu machen. Ein Wechsel hängt aber immer von mehreren Faktoren ab, für die Admira sprechen auch viele Dinge. Hier ist es ja keinesfalls schlecht. Irgendwann kann eine Veränderung für jeden Spieler Sinn machen. Wann das aber ist, wird man sehen.

LAOLA1: Du hast lange Zeit als „ewiges Talent“ gegolten. Warum hat es nicht früher mit dem Durchbruch geklappt?

Knasmüllner: Es hängt immer von zwei Seiten ab. Einerseits wie der Spieler ist, andererseits wie der Trainer ist. Du kannst noch so gut sein, wenn man nicht auf dich setzt, wird es schwer. Jetzt passt das sehr gut, das war nicht immer so. Außerdem habe ich mich früher auf mein Talent verlassen, das ist jetzt nicht mehr so. Ich tue auch viel auf eigene Faust, man muss immer mehr machen als andere. Harte Arbeit wird belohnt, das habe ich mittlerweile verstanden.

LAOLA1: Wann genau hat sich bei dir dieser Schalter umgelegt?

Knasmüllner: Das war, als ich nach einem Jahr bei der Admira noch immer nicht wirklich gespielt habe. Dann wurde mir klar, dass ich etwas machen muss. Ich wusste ja, was ich kann. Ich wollte es bei den Matches zeigen, ohne zu spielen konnte ich mich nicht weiterentwickeln. Dann habe ich mich geändert, mehr an meiner Fitness und meinem Körper gearbeitet.

LAOLA1: Gab es da einen besonderen Moment, an den du dich erinnerst?

Knasmüllner: Meine Familie hat mir sehr stark geholfen. Mein Vater hat mir die Augen geöffnet und mir gesagt, dass mehr möglich ist. Er hat mich tagtäglich gepusht und mir gesagt: „Junge, du musst etwas tun. Ich weiß, was du kannst. Tu etwas, sonst ist es zu spät.“ Das habe ich mir zu Herzen genommen, habe etwas unternommen und es hat funktioniert. Jetzt kann ich mich nicht beklagen.

LAOLA1: Du hast in einem Interview selbst einmal gesagt, es war damals ein Fehler die Bayern zu verlassen und zu Inter Mailand zu wechseln. Wie denkst du mit mehr Abstand über gewisse Transfer-Entscheidungen wie diese?

Knasmüllner: Ich will nicht mehr zurückblicken. Es ist passiert, wie es passiert ist. Ich will die Vergangenheit ruhen lassen und schaue nur nach vorne. Ich fühle mich wohl, bringe meine Leistung und helfe so der Mannschaft. Das zählt.

"Wo David Alaba ist, will ich möglichst noch hinkommen."

Knasmüllners Ansage an seinen ehemaligen Kumpel

LAOLA1: Zuletzt warst du erstmals im ÖFB-Team dabei. Was war das für ein Gefühl?

Knasmüllner: Ein unglaubliches Gefühl. Ich wurde vom ÖFB angerufen und konnte es zunächst gar nicht glauben. Es war aufregend, mit dem Team zu trainieren, sich vor 40.000 Zusehern im Happel-Stadion aufzuwärmen. Es war eine richtige coole Sache. Ich will aber nicht, dass es das schon wieder war. Ich hoffe, dass ich noch öfter dabei sein kann. Dafür werde ich weiter hart arbeiten.

LAOLA1: Der Satz „Der Knasi war als Jugendlicher talentierter als der Alaba“ fällt immer wieder. Kannst du das überhaupt noch hören?

Knasmüllner: Es ist irgendwie schon schön zu hören, dass ich vielleicht ein besseres Talent war. Man darf ihn nämlich nicht schlechtreden, er ist ein toller Kicker. Er spielt schon sieben, acht Jahre auf höchstem Niveau. Eigentlich bringt mir dieser Satz aber nichts, denn nur talentiert zu sein, reicht eben nicht. Du musst auch was daraus machen. Dafür arbeite ich jeden Tag und es lohnt sich. Wo David Alaba ist, will ich möglichst noch hinkommen.

LAOLA1: Der Kontakt soll mittlerweile aber abgekühlt sein.

Knasmüllner: Er hat seine Freunde, ich habe meine. So ehrlich muss man sein. Wenn wir uns über den Weg laufen, grüßen wir uns und führen kurz Schmäh. Das war es aber auch. Es ist eigentlich ganz normal, nichts Besonderes.

LAOLA1: Abschließend noch ein Ausblick auf die restliche Saison. Wohin kann die Reise gehen?

Knasmüllner: Wir müssen weiter hart arbeiten und am Wochenende immer das abrufen, was wir können. Ich weiß nämlich, was wir draufhaben. Wenn wir das schaffen, kann es nach oben gehen.

LAOLA1: Und wohin kann deine Reise gehen?

Knasmüllner: (lacht) Das Ausland ist immer eine coole Sache, davon träumt wahrscheinlich jeder österreichische Fußballer. Aber das ist noch weit weg, ich bin Admiraner und sehr zufrieden mit meiner Situation.

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