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Ried im Höhenflug! Die "Heraf-Tabelle"

von Alexander Karper Foto: © GEPA

Die SV Ried ist die große Überraschung der noch jungen Bundesliga-Saison!

Platz drei hinter RB Salzburg und Sturm Graz spricht eine deutliche Sprache, noch dazu ist man einem Pulk von fünf Teams drei Punkte voraus. Beim Vorjahresaufsteiger ist eine Entwicklung zu spüren und zu sehen.

Schon länger, genauer gesagt seit Andreas Heraf die Zügel in die Hand genommen und die Innviertler auf Vordermann gebracht hat. Der 54-jährige Wiener war nicht immer unumstritten, nicht leicht zu handeln wie man hört. Trotzdem macht er einiges richtig, wenn man sich den Aufschwung der Rieder vor Augen führt, der im Cup-Spiel gegen Vorwärts Steyr seine Fortsetzung fand und im besten Fall auch bei WSG Tirol prolongiert wird (Samstag, ab 17 Uhr im LIVE-Ticker).

Die Statistik des Ex-Profis kann sich sehen lassen: In 20 Pflichtspielen konnte Heraf mit den Riedern 9 Siege, 8 Remis einfahren und musste sich tatsächlich nur 3 Mal mit einer Niederlage abfinden. Bei einem Torverhältnis von 34:29 weist der Chefbetreuer einen Schnitt von 1,75 Punkten pro Spiel auf. Was das in Relation zu anderen Teams seit Herafs Installierung mit 25. März 2021 bedeutet, stellt LAOLA1 nachfolgend in Form der "Heraf-Tabelle" dar.

Nur 3 Niederlagen in 18 Bundesliga-Partien und 1,61 Punkte pro Spiel

Nimmt man das 7:0 in der ersten ÖFB-Cup-Runde gegen den SV Grödig sowie das 3:1 gegen Steyr in der zweiten Runde aus der Wertung und beschränkt sich rein auf die Ausbeute in der Bundesliga, liest sich Herafs Statistik wie folgt: 18 Spiele, 7 Siege, 8 Remis, 3 Niederlagen, Torverhältnis: 24:28, Punkteschnitt: 1,61 Punkte pro Spiel.

Einen schönen Vergleichswert bietet die Auflistung deshalb, da Heraf Ried beim Start in die Qualifikations-Gruppe erstmals als Chef betreute und nach Miron Muslic ein klarer Cut gemacht wurde. Ausgangswert ist somit die 23. Runde, die für alle Vereine herangezogen wird (exklusive der Playoffspiele um die Europacup-Plätze).

Natürlich ist die Tatsache bewusst, dass die Teams in der Meister- und Qualifikationsgruppe unterschiedliche Kaliber zu bespielen hatten und dies mit Sicherheit den Punkteschnitt beeinflusst, trotzdem wird offensichtlich, welche konstanten Leistungen die Oberösterreicher seit März abrufen konnten und wo sie sich damit im nationalen Vergleich eingliedern. Walter Schachner, für den die "Schoko-Tabelle" damals ins Leben gerufen wurde, wurde ebenfalls an seinen Leistungen als Trainer gemessen, ohne dass zu diesem Zeitpunkt schon jedes gegen jedes Team gespielt hatte.

Das Ergebnis der Rieder in den letzten 18 offiziellen Spielen der Bundesliga ist beachtlich: Nur Meister und Liga-Dominator RB Salzburg sowie Sturm Graz performten besser. Andere Teams hingegen weisen eklatante Statistiken auf, wenn man ins Detail geht:

Die "Heraf-Tabelle":

* Bundesliga-Spiele von der 22. bis 32. Runde bzw. 1. bis 8. Runde - exklusive Europacup-Playoffs

** Aufsteiger Austria Klagenfurt und Absteiger St. Pölten werden aufgrund weniger Spiele nicht angeführt

Ried im Höhenflug, Austria sogar noch vor Rapid

18 Spiele waren vor der Bundesliga-Reform eine halbe Saison, also durchaus eine lange Periode, in der man ablesen kann, wie das Werkl beim jeweiligen Verein läuft.

Ried aber auch Hartberg zählen definitiv zu diesen positiven Erscheinungen seit dem Frühjahr. Interessant ist auch die Tatsache, dass die totgesagte Austria im Frühjahr seit der Quali-Gruppe sehr wohl noch performt hat und sogar vor dem Erzrivalen Rapid liegt, das unter anderem in der Meistergruppe und vor allem danach Körner liegen ließ.

Ein genauer Blick lohnt sich vor allem bei den Hütteldorfern, denn die Ausbeute von nur 6 Siegen in 18 Spielen bei 8 Niederlagen und 6 Remis unterstreicht die Tatsache, warum Trainer Didi Kühbauer mehr als angezählt ist.

Zum Vergleich: Seit Mitte März hat nur ein Team mehr Pleiten kassiert, nämlich WSG Tirol. Ebenfalls acht Niederlagen kassierten WAC und der LASK, die Austria mit nur fünf Nullnummern wesentlich weniger. Ried hat dank Heraf sogar nur drei Niederlagen und damit die zweitwenigsten nach Salzburg, die nur einmal Federn ließen. Sogar Sturm erlaubte sich vier Pleiten.

Ried Nummer 1 in OÖ! Nur WSG schwächer als LASK

Apropos LASK: Die Linzer bestimmten nicht nur die Negativschlagzeilen der vergangenen Wochen inklusive Trainerwechsel von Dominik Thalhammer auf Andreas Wieland, sondern sind auch saisonübergreifend sportlich in der Krise.

Lediglich 13 geholte Punkte in 18 Spielen sprechen eine deutliche Sprache, nur drei Siege bei sieben Remis und acht Niederlagen unterstreichen die Misere. Nur WSG Tirol schnitt noch schlechter ab, sammelte aber auch "nur" drei Punkte weniger.

Die Frage nach der Nummer 1 in Oberösterreich ist damit seit geraumer Zeit eine eindeutige, auch wenn man das in Linz mit Sicherheit nicht gerne hören wird. Ried hat es aber trotz eines Mega-Umbruchs im Sommer verstanden, ein schlagkräftiges Team zu formen.

Nicht immer bezwingt man die Gegner in spielerischer Schönheit, das Gesamtpaket sorgt jedoch dafür, dass Heraf eine gute Mischung aus Defensive, Offensive, Routine, Youngsters und Kompaktheit geschaffen hat. Und das nötige Spielglück hat sich in der einen oder anderen Szene auch noch eingestellt.

Mit Punkteschnitt und Bodenständigkeit in die Meistergruppe?

Heraf kommt auf einen Schnitt von 1,61 Punkten pro Spiel. Könnte der Ried-Coach diesen Wert auf die restliche Saison gesehen halten, würden die Wikinger am Ende des Grunddurchgangs mit zumindest 34 Punkten dastehen und nicht nur in der Meistergruppe mitmischen, sondern auch um einen Europacup-Platz rittern - ein derartiger Erfolg ist aktuell aber noch Illusion.

Um noch einmal den Vergleich mit dem LASK zu bemühen. Im Schnitt fuhren die Linzer in den letzten 18 Partien nur etwas mehr als die Hälfte der Rieder Punkte pro Spiel ein, nämlich 0,89.

Heraf kam, sorgte für einen Trainereffekt, rettete Ried vor dem Abstieg, sorgte für einen Aufschwung im Frühjahr und hat dort in dieser Saison nahtlos angesetzt. Trotzdem betrachtet er den Höhenflug nüchtern, bodenständig und betont, wie schnell es in die andere Richtung gehen kann.

Das erklärte Ziel in Ried bleibt der Klassenerhalt, auch wenn die Wikinger in der derzeitigen Euphorie gerne ihre Fühler Richtung Meistergruppe ausstrecken würden. Wer weiß, was mit der "Heraf-Tabelle" noch alles möglich ist.

Highlights: Irres 3:3 nach 0:3 aus Ried-Sicht

Textquelle: © LAOLA1.at
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