Europacup? Was dem LASK wichtiger ist

Europacup? Was dem LASK wichtiger ist Foto: © GEPA
 

Oliver Glasner ist keiner, der übertrieben oft auf die Tabelle blickt.

Sollte der 43-Jährige in der Winterpause doch einen Blick riskiert haben, weiß der Trainer, dass der LASK auf dem fünften Platz liegt. Dort, wo der Aufsteiger hingehört.

Zu gut für den Keller, weil mannschaftlich geschlossen und grundsolide. Zu schlecht für die Spitze, weil das Team in der Bundesliga noch unerfahren und das Oberhaus eine andere Nummer ist.

Der Europacup könnte im Frühjahr zum Thema werden, doch die Ziele lauten anders.

Zugänge

Abgänge
Samuel Tetteh (leihweise von RB Salzburg) Filip Dmitrovic (leihweise zu St. Pölten)
Bruno (leihweise zu Atromitos Athen)

Am Transfermarkt war der LASK aktiv, holte Samuel Tetteh, um die schwache Torquote (1,25) im Frühjahr zu verbessern. Bruno durfte nach Athen wechseln, was dem Brasilianer finanziell und klimatisch sicherlich entgegenkommt und die Oberösterreicher verschmerzen können.

Für die neue Saison wurde bereits Markus Wostry verpflichtet, was ob der Konstellation rund um LASK- und Spieler-Berater Jürgen Werner für viel Tohuwabohu sorgte (Hier nachlesen!).

Der 25-jährige Innenverteidiger wird zwar im Frühjahr bei der Admira nicht mehr spielen, aber ab Sommer sicherlich eine Verstärkung für die Athletiker darstellen.

Für Christian Ramsebner und Emanuel Pogatetz, deren Verträge beide auslaufen, geht es im Frühjahr auch um die sportliche Zukunft. Jene von Rene Gartler ist bereits geklärt. Sein im Sommer auslaufender Vertrag wird nach drei Jahren nicht mehr verlängert.

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Ansonsten geschieht viel rund um den Verein, der sich weiterhin in der Entwicklung befindet. Punkto neues Stadion wartet die Fan-Gemeinde auf einen Standort, der LASK hat aber ob der Einmietung in Pasching bis 2022 keinen Stress - hier spielen auch politische und finanzielle Komponenten mit.

Das Modell Liefering wird indes kopiert, der FC Juniors OÖ soll als eigenständiger Verein in die neue zweite Liga aufsteigen (aktuell 6.) und dann als dauerhaftes Farmteam des Bundesligisten herhalten - bekanntlich dürfen nur drei Amateurteams zweitklassig spielen.

Der LASK stellt sich also wie RB Salzburg auf und will basierend auf der Akademie und den Juniors die Kampfmannschaft beliefern. Gemeinsam mit Werner und Präsident Siegmund Gruber arbeitet Glasner an diesem Projekt, das er nach seiner Vertragsverlängerung im Dezember bis zumindest 2022 begleiten will.

Und diese Saison? Während die Fans vom Europacup träumen (Platz 5 könnte reichen), und sich der LASK im Fall der Fälle gegen eine Qualifikation nicht wehren wird, will Glasner sein Team vor allem auf die erste Saison in der neuen Zwölferliga vorbereiten. Da lautet das Ziel schon jetzt, in der Meisterrunde der Top 6 dabei zu sein.


VIDEO: Sollte sich der LASK von Berater Jürgen Werner trennen?

LAOLA1 hat die Wunschelf und Kaderbewertung des LASK:

TOR:

Im Kasten der Oberösterreicher ist die Hierarchie klar festgelegt: Pavao Pervan ist nicht nur die unumstrittene Nummer 1 sondern auch der Kapitän. Der 30-Jährige blickt auf eine gute Herbstsaison zurück, die ihm auch die erstmalige Einberufung ins Nationalteam bescherte. Mit Alexander Schlager hat der LASK einen Backup mit Bundesliga-Erfahrung (10 Spiele) sowie mit Nicolas Schmid (20) einen Jungspund als Backup-Backup. Im Normalfall muss sich der Aufsteiger auf dieser Position keine Sorgen machen.

ABWEHR:

Glasner ließ im Herbst Dreierkette sowie Viererkette spielen. Bei erster Variante ist Gernot Trauner als Libero gesetzt und überzeugte auch als solcher. Um die Innenverteidiger-Plätze kämpfen Christian Ramsebner, Emanuel Pogatetz und Felix Luckeneder. Ersterer spielte den Herbst nahezu durch, Pogatetz gehörte mehr von der zweiten Hälfte der Herbstsaison, Luckeneder mehr von der ersten. Während Letzterer noch Vertrag bis 2020 hat (und auch die Zukunft sein muss), laufen jene der beiden anderen im Sommer aus. Philipp Wiesinger hat sich ab Oktober zu einer nützlichen, defensiven Allzweck-Waffe entwickelt. Auf den Außen sind Maximilian Ullmann (links) und Reinhold Ranftl - egal ob im 3-4-3 oder 4-4-2 - gesetzt. Der Linksfuß hat aber nach einem im Dezember erlittenen Wadenbeinbruch noch Rückstand. In den Testspielen überzeugte die Defensive, im Herbst kassierte man die zweitwenigsten Tore.

MITTELFELD:

Peter Michorl (7 Tore/2 Assists) hat dem Mittelfeld im Herbst den Stempel aufgedrückt und sich dementsprechend schnell in der Bundesliga eingelebt. James Holland, der in der Vorbereitung einen guten Eindruck machte, und Dogan Erdogan (weiterhin) hatten auch verletzungsbedingt ihre Probleme, Wiesinger kann hier ebenfalls aushelfen. Trauner ist bei einer Viererkette in der Abwehr im zentralen Mittelfeld immer eine Option. Auf den Außen war Rajko Rep mit einer Schambeinentzündung bald außer Gefecht, zeigte aber wie Thomas Goiginger in einigen Spielen auf. Während Alexander Riemann nur unregelmäßig zum Zug kam, könnte Joao Victor im Frühjahr richtig durchstarten, sollte ihn seine zuletzt erlittene Muskelverletzung nicht zu sehr bremsen. Ein solides Mittelfeld, das aber durchaus Luft nach oben hat.

STURM:

Das Sorgenkind der Oberösterreicher. 25 Tore in 20 Spielen sind zu wenig, vor allem nur drei Treffer von Rene Gartler waren zu wenig. Sein auslaufender Vertrag wird im Sommer nicht verlängert, das hat sich bereits gegen Ende der Herbstsaison abgezeichnet, als er vermehrt von der Bank kam. Klassische Strafraum-Stürmer tun sich im schnellen Spiel nach vorne schwer. Mergim Berisha hat das in Salzburg hingegen verinnerlicht und im Herbst wie Gartler drei Mal getrioffen, aber auch fünf Assists verbucht. Samuel Tetteh kommt ebenso aus der Salzburger Schule und soll in den eineinhalb Jahren beim LASK die nächsten Schritte machen. Marko Raguz muss noch im Oberhaus ankommen, als weitere offensive Alternativen kann Glasner auf Dominik Reiter und Alan zurückgreifen. Der Angriff ist im Frühjahr in jedem Fall gefordert,

TRAINER:

Die wichtigste Vertragsverlängerung der Saison erfolgte im Dezember. Der LASK sicherte sich die Dienste von Oliver Glasner bis 2022. Der 43-Jährige, der 2015 verpflichtet wurde, hat den Aufsteiger schnell in der Bundesliga etabliert und bei fünf möglichen Europacup-Plätzen über die Liga darf sogar von mehr geträumt werden. Doch Glasner ist Realist und will seine Bundesliga-unerfahrene Mannschaft zunächst in Ruhe weiter entwickeln. Rundherum dreht die Rieder Legende an den Schrauben mit, den LASK in den Top 5 der Liga zu etablieren. Glasner bringt vom fußballerischen Aspekt, aber auch vom sozialen her alles mit, um nicht nur beim LASK ein großer Trainer zu werden.

LAOLA1-PROGNOSE: Ob der finanziellen Möglichkeiten, die der LASK auch dank des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich hat, sollte der Weg früher oder später in die Top 5 der Liga führen. Diese Saison kann es schon reichen, muss es aber nicht. Mit der Austria ist im Frühjahr stark zu rechnen, bei der Admira gilt es die Wostry-lose Abwehr beziehungsweise das Verkraften des Knasmüllner-Abgangs abzuwarten. Zwischen Rang vier und sieben ist für den LASK alles möglich. Wichtiger ist aber, dass sich der Verein in allen Facetten weiterhin so gut entwickelt wie in den vergangenen vier Jahren, seit Peter-Michael Reichel abgelöst wurde.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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