Vorschau 17/18: SKN St. Pölten

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Eigentlich gilt die zweite Saison nach einem Aufstieg als die schwierigste.

Der SKN St. Pölten hatte in der letzten Spielzeit als Aufsteiger aber schon grobe Probleme. Die "Wölfe" schafften es nicht wie in den Jahren zuvor einige andere Klubs, Schwung und Euphorie vom Erste-Liga-Meistertitel in die höchste Spielklasse mitzunehmen.

Meistertrainer Karl Daxbacher wurde unter der Saison entlassen, Jochen Fallmann ersetzte ihn. Am Ende schafften die Niederösterreicher den Klassenerhalt um magere zwei Punkte.

Der Coach durfte seinen Job behalten, dafür wurde die sportliche Führung neu aufgestellt. Gleich nach dem Ende der letzten Saison wurde Sportdirektor Frenkie Schinkels entlassen und durch Ex-Sturm-Profi Markus Schupp ersetzt.

Der Deutsche hat den Kader über den Sommer gehörig verändert. Wie schlagen sich die Neuzugänge? Wie stark ist der Kader? Wie sieht unsere Wunschaufstellung für den SKN aus?

LAOLA1 bietet traditionell eine ausführliche Bundesliga-Vorschau zu jedem Verein und versucht, diese Fragen zu klären:

Zugänge Abgänge
Damir Mehmedovic (BW Linz) Paul Parvulescu (Wisla Plock)
George Davies (Greuther Fürth) Ümit Korkmaz (Karabakh Wien)
Sandro Ingolitsch (FC Liefering) Marcel Holzmann (Admira)
Lorenz Grabovac (FC Liefering) Marco Perchtold (GAK)
Daniel Luxbacher (Altach) Christopher Drazan (Austria Lustenau)
Roope Riski (SJK Seinäjoki) Manuel Hartl (BW Linz)
Devante Parker (Mainz 05) Martin Grasegger (Austria Lustenau)
Dominik Hofbauer (Arka Gdynia) Cheikhou Dieng (Basaksehir/Leihende)
Lorenz Höbarth (unbekannt)
Kevin Luckassen (unbekannt)
Peter Brandl (pausiert)

Mit dem neuen sportlichen Leiter wurde auch der Kader runderneuert. Sieben Zugänge und elf Abgänge sprechen eine deutliche Sprache.

"Der wichtigste Punkt war, dass wir den Stamm der Mannschaft aus der letzten Saison halten konnten. Das Gerüst der Mannschaft, jene Spieler, die mitverantwortlich für den Aufstieg und den Klassenerhalt waren, sind weiter bei uns", macht sich Schupp diesbezüglich jedoch keine Sorgen.

Auffällig ist, dass fast nur junge Spieler zu den Niederösterreichern stießen. Der älteste Neuzugang (Dominik Hofbauer) ist gerade einmal 26 Jahre, der Großteil um 20 Jahre alt. Schupp erklärt dies so: "Wir versuchen zudem den Weg mit vielen jungen, einheimischen, entwicklungsfähigen und sehr talentierten Spielern zu gehen. Das bietet sich in diesem Spieljahr an, weil es ja bekanntlich keinen direkten Absteiger gibt."

WUNSCHELF UND KADERBEWERTUNG:

TOR:

Im Tor haben die Niederösterreicher für einen vermeintlichen Abstiegskandidaten fast so etwas wie ein Luxusproblem. Denn neben der Nummer 1 Christoph Riegler hat auch sein Ersatz Thomas Vollnhofer bewiesen, dass er Bundesliga-Potenzial besitzt. Riegler sollte dennoch gesetzt sein, der 25-Jährige machte in der Vorsaison speziell in der Rückrunde mit starken Leistungen auf sich aufmerksam.

LAOLA1-Bewertung: Die Torwart-Position ist stark besetzt. Riegler gehört vielleicht nicht zu den allerbesten Schlussmännern der Liga, ist aber ein äußert solider Rückhalt. Der starke Ersatzkeeper Vollnhofer schraubt die Bewertung noch etwas in die Höhe.



ABWEHR:

In der Viererkette hat Coach Fallmann mehrere Optionen. Rechts ist wohl David Stec gesetzt, der in seiner Entwicklung aber nicht den gewünschten nächsten Schritt machen konnte und stagniert. Youngster Sandro Ingolitsch, der vom FC Liefering kam, sollte ihm früher oder später Dampf machen. Innen gilt Babacar Diallo als Fixpunkt, der 28-Jährige soll seine jungen Mitspieler führen. Sein Partner in der Innenverteidigung könnte mit Ahmet Muhamedbegovic ein erst 18-jähriges ÖFB-Talent sein, wahrscheinlicher ist zu Beginn aber die Variante mit Michael Huber oder Daniel Petrovic im Zentrum. Die größte Lücke klafft auf der linken Seite auf: Neuzugang Damir Mehmedovic sowie der Bosnier Adi Mehremic waren bis vor kurzem die beiden einzigen Optionen. Neuzugang Dominik Hofbauer, der kurz vor Saisonstart verpflichtet wurde, könnte hier aushelfen. Der Mittelfeldspieler ist Linksfuß und hat schon Erfahrung als Außenverteidiger gesammelt.

LAOLA1-Bewertung: Die Verteidigung ist das größte Sorgenkind der "Wölfe". Rechts Potenzial aber noch keine überragenden Leistungen, innen maximal Bundesliga-Durchschnitt und auf der linken Seite eine große Baustelle. Eine Festung sieht anders aus.

MITTELFELD:

Auf einer der drei zentralen Positionen ist Kapitän Lukas Thürauer gesetzt. Der schon lange Jahre unterschätzte Michael Ambichl sowie Manuel Martic und Daniel Luxbacher sind die Optionen für die verbleibenden zwei Plätze. Großes Plus ist die Flexibilität dieser Spieler: Thürauer kann sowohl "Zehner" als auch weiter hinten agieren, Luxbacher auch auf dem Flügel. Außen sollte Daniel Schütz durch seine starke Vorsaison einen "Bonus" haben, daneben darf man auf einige spannende Namen gespannt sein. Leihspieler Devante Parker schnupperte bei Mainz 05 bereits Luft in der deutschen Bundesliga, George Davies kam ablösefrei von Gruether Fürth. Mit Lorenz Grabovac gesellt sich ein weiterer junger Flügelflitzer mit guten Anlagen dazu.

LAOLA1-Bewertung: Im Mittelfeld stehen einige gestandene Spieler, die jungen Neuzugänge verleihen diesem Mannschafts-Part zudem eine erfrischende Note. Nun hofft man in der Landeshauptstadt Niederösterreichs, dass (zumindest) einer der Youngster durchstartet.

ANGRIFF:

Neuzugang Roope Riski bewies gleich in seinem ersten Pflichtspiel, dass er dem SKN im Angriff helfen kann: Beim Cup-Aus gegen Austria Klagenfurt gelang dem Finnen das Tor der "Wölfe". Vor zwei Jahren erzielte er 17 Tore in 33 Spielen in der höchsten finnischen Liga, in der Vorsaison konnte er sich beim deutschen Drittligisten SC Paderborn aber nicht durchsetzen. Zwei Tore in 13 Pflichtspielen lautete seine Ausbeute. Lonsana Doumbouya, der im Winter zu St. Pölten stieß und in 13 Bundesliga-Einsätzen immehrin drei Mal traf, ist die erste Alternative. Hinter der Gesundheit von Jungspung Maximilian Entrup steht ein Fragezeichen.

LAOLA1-Bewertung: In Angst und Schrecken versetzt der Angriff der Niederösterreicher niemanden. Riski muss erst beweisen, dass er in der Bundesliga ein Faktor sein kann. Doumbouya hat zwar körperliche Vorteile, ist aber technisch eingeschränkt. Sonderlich viele Optionen hat Coach Fallmann auf dieser Position nicht.

TRAINER:

Mit seinen 38 Jahren ist Trainer Jochen Fallmann der aktuell jüngste Coach in der Bundesliga. Der ehemalige Mittelfeldspieler ist ein Mann der "neuen Schule", der sich intensiv mit Taktik, Gegnervorbereitung und Spielphilosophie auseinandersetzt. Er übernahm die Mannschaft im letzten Jahr in einer heiklen Situation nach einem missglückten Saisonstart, schaffte aber - wenn auch knapp - den Klassenerhalt.

LAOLA1-Bewertung: Im Haifischbecken St. Pölten - wo sich gefühlt von (Ex)-Landeshauptmann bis Putzpersonal alle Beteiligten in die sportlichen Belange einmischen - als junger Coach zu überleben, ist schon keine schlechte Leistung. Sieht man sich zudem an, mit welchem Spielermaterial Fallmann der Klassenerhalt gelang, wird dieser Coup noch beeindruckender. Interessant wäre, wie sich Fallmann mit einer etwas schlagkräftigeren Truppe mausern würde.


SO TIPPT DIE LAOLA1-REDAKTION:

Rietzler Altmann Prantl Karper Wechtl Kastler Terler Nemetz
1. Salzburg Salzburg Salzburg Salzburg Salzburg Salzburg Salzburg Salzburg
2. Rapid Rapid Austria Austria Rapid Austria Austria Rapid
3. Austria Austria Rapid Rapid Austria Rapid Rapid Austria
4. Admira Sturm LASK Sturm LASK Sturm LASK LASK
5. Sturm LASK Sturm LASK Sturm LASK Sturm Sturm
6. LASK Admira Mattersburg Admira Admira Admira Admira Admira
7. Altach Altach Admira Mattersburg Mattersburg Mattersburg St. Pölten Mattersburg
8. St. Pölten Mattersburg St. Pölten Altach Altach Altach Altach Altach
9. Mattersburg St. Pölten Altach WAC WAC WAC Mattersburg WAC
10. WAC WAC WAC St. Pölten St. Pölten St. Pölten WAC St. Pölten

FAZIT

Vieles neu - aber auch besser? Allzu viel deutet nicht darauf hin, dass der SKN St. Pölten in der kommenden Saison einen Sprung nach vorne machen kann. Das ist aber auch nicht zwingend nötig, denn wie Sportdirektor Markus Schupp bereits bekräftigte, stehen die "Wölfe" vor einer Entwicklungssaison. Die jungen Spieler sollten viel Spielzeit erhalten und so profitieren. Selbst wenn am Ende der letzte Platz das Ergebnis dieser Arbeit ist, kann der Abstieg in der Relegation verhindert werden. Diese Herangehensweise ist aufgrund der Umstände keine schlechte Idee: Eine Saison "opfern" um etwas später die Früchte zu ernten könnte auf lange Sicht besser sein, als sich mit einem Haufen Durchschnittsspieler zwischen 27 und 32 Jahren auf Rang acht zu retten und im nächsten Sommer vor dem nächsten Umbruch zu stehen. In der kommenden Spielzeit wäre mehr als Platz acht aber jedenfalls eine Sensation.

Auf welchem Platz landet der SKN St. Pölten?

Welcher SKN-Neuzugang schlägt ein?


Die besten Bilder der Vorbereitung des SKN St. Pölten auf die Saison 2017/18:

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