Die 20 besten Sandplatz-Spieler aller Zeiten

Die 20 besten Sandplatz-Spieler aller Zeiten Foto: © getty
 

Beinahe 20 Jahre lang dominiert mittlerweile der Mallorquiner Rafael Nadal die Sandplätze in aller Welt.

Es gibt kaum einen Spieler, der dem spanischen Superstar auf dessen Lieblingsbelag ernsthaft Paroli bieten kann.

Aufgrund der aktuellen Dominanz von Nadal geraten manch andere Sandplatz-Legenden beinahe etwas in Vergessenheit. Schließlich gibt es aktuell kaum noch einen Rekord auf Sand, den nicht der seit Donnerstag 35-Jährige innehält.

Um die früheren Legenden nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, haben wir in einem Top-20-Ranking die besten Sandplatz-Spieler der Geschichte zusammengefasst.

Gerne könnt ihr natürlich auch im Kommentarfeld eure ganz persönliche Liste posten und eure Meinung über unsere Auswahl kundtun.

20. Albert Costa

Albert Costa wird österreichischen Tennis-Fans vor allem aus seinen spannenden Duellen mit Thomas Muster in Erinnerung geblieben sein. Meist triumphierte die steirische Tennis-Legende gegen den heute 45-jährigen Spanier (Head-to-Head 5:1). Dafür vermasselte ihm der Rechtshänder aus Barcelona den Heimsieg in Kitzbühel 1995 – ausgerechnet im besten Jahr seiner Karriere musste sich Muster dort im Endspiel in fünf Sätzen Costa geschlagen geben. 2002 holte sich Costa den Sieg bei den French Open - der größte Erfolg seiner insgesamt zwölf Titel, die er allesamt auf Sand feierte.

19. David Ferrer

Ein Grand-Slam-Titel und damit auch ein Erfolg bei den French Open blieb David Ferrer trotz langjähriger Zugehörigkeit in der absoluten Weltspitze immer verwehrt. Das lag freilich weniger an der Leistungsfähigkeit des Weltranglisten-Dritten, sondern vielmehr am unglücklichen Zeitpunkt seiner Karriere. Von 2010 bis 2016 gehört er ununterbrochen den Top 10 an – in diesem Zeitraum war allerdings kein Vorbeikommen an den "Big Three". Vor allem in Paris war bekanntlich kein Vorbeikommen an Rafael Nadal, dem er sich 2013 im einzigen Major-Endspiel seiner Karriere in Roland Garros geschlagen geben musste. 13 ATP-Titel auf roter Asche konnte Ferrer trotzdem einfahren. Inklusive einer Sieg-Quote von über 70 Prozent auf Sand.

18. Carlos Moya

Erheblich spezialisierter agierte da schon Carlos Moya: 16 seiner 20 ATP-Titel holte der spätere Nadal-Betreuer auf Sand - unter anderem auch die French Open 1998. Moya war es auch, der im selben Jahr den Rekordlauf von Thomas Muster auf Sand stoppte. Der Steirer gewann zuvor 38 Matches in Folge, ehe er sich im Halbfinale von München dem damals 21-jährigen Spanier geschlagen geben musste. Ein Jahr später war Moya sogar die Nummer eins der Welt. Danach hatte er im Laufe seiner bis 2010 andauernden Karriere allerdings immer wieder mit einigen Verletzung zu kämpfen.

17. Jimmy Connors

Auch Jimmy Connors blieb der Triumph in Roland Garros Zeit seines Lebens verwehrt. Vier Mal scheiterte der ehrgeizige US-Amerikaner im Halbfinale (1979, 1980, 1984, 1985). Der Paris-Titel blieb somit der einzige Grand-Slam-Titel, den der Gewinner von 109-ATP-Turnieren nicht holen konnte. Sand war mit Sicherheit der schwächste Belag von Connors. Als einer der besten Tennis-Spieler der Geschichte gehört der heute 68-Jährige freilich trotzdem zu den 20 besten Sandplatz-Spielern aller Zeiten. Zwölf Titel und eine Sieg-Quote von fast 77 Prozent sind eine mehr als bemerkenswerte Leistungsbilanz auf roter Asche. Zudem holte er 1976 ja selbst auf Sand einen Grand-Slam-Titel: Damals wurden die US Open auf Sand ausgetragen.

16. Mats Wilander

Gleich drei Mal (1982, 1985, 1988) holte Mats Wilander beim wichtigsten Sandplatz-Turnier der Welt in Paris den Titel. Zudem stand der heutige Eurosport-Kommentator in Paris noch zwei weitere Male im Endspiel. Immerhin 20 seiner insgesamt 33 ATP-Titel gewann Wilander auf Sand – ein ungewöhnlich hoher Wert für einen Spieler aus Schweden, das eher großartige Hartplatz-Spieler hervorbrachte. 76 Prozent seiner Sandplatz-Matches konnte der ehemalige Weltranglisten-Erste für sich entscheiden.

15. Manuel Orantes

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Der Spanier war ein Sandplatz-Spezialist erster Güte. 32 seiner 35 ATP-Titel gewann der Linkshänder aus Barcelona auf diesem Belag. Auch seinen einzigen Grand-Slam, den US-Open-Triumph 1975, holte er auf Sand. Nur in Roland Garros wollte es nicht klappen: 1974 gewann er gegen den damals erst 18-jährigen Björn Borg im Endspiel die ersten beiden Sätze, machte dann aber in den folgenden drei nur mehr insgesamt zwei Games. Der Schwede brachte seinen Kontrahenten mit dessen defensivem Spielstil und seinem extremen Top Spin zur Verzweiflung. Borg war es wohl auch, der eine deutlich erfolgreichere Karriere von Orantes verhinderte. Von 16 Duellen (14 auf Sand) gewann der Spanier nur vier. Darunter allerdings auch die ersten drei Begegnungen bei denen Borg noch 16 bzw. 17 Jahre alt war.

14. Ilie Nastase

Ein deutlich kompletterer Spieler war Ilie Nastase in seiner aktiven Zeit. Allerdings hatte auch der ehemalige Weltranglisten-Erste eine starke Vorbliebe für den Sandplatz. 30 Turniersiege holte er auf diesem Belag. 1973 gewann der fünffach verheiratete Rumäne, dem sein enge Nervenkostüm wohl einige mögliche weitere Titel kosteten, die French Open.

13. Sergi Bruguera

Sergi Bruguera ist vielen österreichischen Tennis-Fans noch ein Begriff. Schließlich war der heute 50-jährige Spanier in den 90er Jahren einer der fürhenden Sandplatz-Spieler neben Thomas Muster. Der für seinen extremen Spin bekannte Rechtshänder gewann sogar zwei Mal die French Open in den Jahren 1993 und 1994, ehe sich Muster endlich den langersehnten Titel in Roland Garros holen konnte. Im direkten Duell gab es für Bruguera gegen Österreichs Tennis-Legende allerdings meistens nichts zu holen: Von 15 Aufeinandertreffen gewann er nur drei.

12. Juan Carlos Ferrero

Auch Juan Carlos Ferrero hatte in seiner erfolgreichen Karriere eine starke Vorliebe für den Sandplatz. 13 seiner 16 Titel holte er auf eben diesem Belag, zudem sicherte er sich auch den einzigen Grand-Slam-Titel seiner Karriere im Jahr 2003 bei den French Open auf Sand. Wobei der ehemalige Weltranglisten-Erste durchaus auch auf Hartplatz einige tolle Erfolge feiern konnte. 2002 stand er im Endspiel der ATP Finals, 2003 im Finale der US Open.

11. Manuel Santana

Keinen Hehl machte auch Manuel Santana über seine persönliche Vorliebe bei der Belagswahl. "Gras ist nur für Kühe", soll der Spanier in seiner aktiven Zeit in den 1960er Jahren gesagt haben. Ein Spruch, den nach Santana auch viele andere Spieler wie Thomas Muster, Ivan Lendl, Marat Safin oder Marcelo Rios verwendet haben. Was ihn – im Gegensatz zu diesen Leuten - freilich nicht davon abhielt, nach seinen Erfolgen in Paris 1961 und 1964 auch den Titel bei den US Open (1965) un den Wimbledon-Titel im Jahr 1966 zu holen. Trotzdem war natürlich die rote Asche eindeutig sein bevorzugter Untergrund.

10. Dominic Thiem

Seine größten Titel (US Open 2020, Indian Wells 2019) sicherte sich Dominic Thiem zwar auf Hartplatz, trotzdem ist ganz bestimmt der Sandplatz weiterhin der Lieblingsbelag des auf roter Asche groß gewordenen Niederösterreichers. Zehn seiner insgesamt bislang 17 Titel eroberte er demnach auch auf diesem Untergrund. Eine deutlich bessere Bilanz verhinderte Sandplatz-König Rafael Nadal, der schon seit über einem Jahrzehnt auf diesem Belang kaum zu biegen ist. Alleine in Paris scheiterte Thiem zwei Mal im Finale (2018, 2019) sowie einmal im Halbfinale (2017) am spanischen Superstar.

9. Jim Courier

Normalerweise fühlen sich US-Amerikaner auf Sandplätzen nur bedingt wohl. Bei Jim Courier konnte man dies aber wahrlich nicht behaupten. Gleich zwei Mal triumphierte der Anfang der 1990er-Jahre dominierende Spieler des Herren-Tennis bei den French Open in Roland Garros. Selbst Thomas Muster fand nur selten ein Rezept gegen den US-Boy, der von seiner Spielweise eher einem Spanier ähnelte. Mit seiner dominanten Vorhand bestimmte er von der Grundlinie aus das Spielgeschehen. 1992 und 1993 zerstörte Courier jeweils die Titelhoffnungen von Muster in Roland Garros.

8. Ivan Lendl

Als einer der besten Spieler aller Zeiten findet sich Ivan Lendl natürlich in den Top 10 der besten Sandplatz-Spieler aller Zeiten wieder. Gleich drei Mal (1984, 1986, 1987) konnte der frühere Tschechoslowake den Titel bei den French Open einfahren. Insgesamt konnte der seit 1992 in den USA lebende heute 61-Jährige 28 Titel auf Sandplatz erringen. Sein starker Vorhand-Spin war auf roter Asche eine gefürchtete Waffe.

7. Roger Federer

Der vielleicht beste Spieler aller Zeiten überhaupt darf natürlich auch hier nicht fehlen. Wobei Sand sicherlich der schwächste Belag von Roger Federer ist. Der Begriff "schwach" in Zusammenhang mit dem Schweizer Superstar ist allerdings immer als relativ zu verstehen. Von den elf errungenen Sandplatz-Titeln seiner Karriere sticht vor allem der Paris-Sieg im Jahr 2009 hervor. Wobei dem Eidgenossen freilich der Umstand zu Gute kam, dass Langzeit-Rivale Rafael Nadal im Achtelfinale sensationellerweise vom Schweden Robin Söderling die erste Niederlage zugefügt wurde. Vor allem dieser Nadal hielt Federer wohl vor vielen weiteren Erfolgen in Paris ab.

6. Novak Djokovic

Im Gegensatz zu Federer konnte Novak Djokovic dem unbestrittenen Sandplatz-König durchaus öfter Paroli bieten. Immerhin sieben von 26 Duellen konnte der Serbe auf dem Lieblingsbelag des Spaniers für sich entscheiden. Freilich reichte es auch für Djokovic nur zu einem einzigen French-Open-Titel. Und auch Djokovic konnte sich den Turnier-Sieg in Roland Garros sichern, ohne im Verlauf des Events in Paris auf Nadal zu treffen. Der Spanier zog sich wegen einer Handgelenksverletzung zurück.

5. Gustavo Kuerten

Als im Jahr 1997 die österreichischen Tennis-Fans ganz fest an den zweiten French-Open-Sieg von Thomas Muster glaubten, wurde ihnen von einem brasilianischen Nobody plötzlich ein Strich durch die Rechnung gemacht. Der damals 20-jährige Brasilianer zwang den österreichischen Sandplatz-König in fünf Sätzen in die Knie und sicherte sich in Folge sensationell den Turniersieg. Kuerten blieb in Folge auch in den weiteren Duellen mit Muster ungeschlagen und triumphierte zudem noch zwei weitere Male in Roland Garros (2000, 2001).

4. Guillermo Vilas

Guillermo Vilas war nicht nur ein klassischer Sandplatz-Spieler seiner Zeit, sondern mit ziemlicher Sicherheit auch der beste. Mit seinem defensiven Spielstil brachte er seine Kontrahenten jahrelang aus dem Konzept. Mehr als die Hälfte seiner Punkte eroberte er dank der Fehler seiner Gegner. Seine Serie von 53 ungeschlagenen Spielen in Folge auf Sand wurde erst im Jahr 2006 von Rafael Nadal gebrochen. Trotzdem reichte es für Vilas nur zu einem einzigen French-Open-Titel: 1977 schlug er im Endspiel den US-Amerikaner Brian Gottfried. Ansonsten gab es kein Vorbeikommen Björn Borg.

3. Thomas Muster

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Auch wenn es manch internationaler Beobachter vielleicht anders sieht: Wir befördern Österreichs Tennis-Legende auf einen Stockerl-Platz. Thomas Muster war in den 1990er Jahren der Inbegriff des Sandplatz-Spezialisten und wurde in der Vor-Nadal-Ära nicht umsonst als unbestrittener König der roten Asche bezeichnet. Satte 40 seiner insgesamt 44 Titel holte der Steirer auf diesem Belag. Unter anderem den so langersehnten French-Open-Titel im Jahr 1995. Dazu kommen sechs Turniersiege der ATP-1000-Kategorie – früher Masters genannt. In "Herbst" seiner Karriere etablierte sich der Leibnizer zwar auch auf Hardcourt in der Weltklasse, in Erinnerung bleibt Thomas Muster aber auf jeden Fall als einer der besten Sandplatz-Akteure aller Zeiten.

2. Björn Borg

Hätte Björn Borg seinen Tennis-Schläger nicht schon mit 26 Jahren an den Nagel gehängt, wer weiß, welche Rekorde der charismatische Schwede auch heute noch sein eigen nennen dürfte. Was der Blondschopf in seiner aktiven Zeit an Erfolgen einfahren konnte, lässt sich auf jeden Fall sogar mit einem Rafael Nadal vergleichen. Sechs French-Open-Titel und dazu noch 26 weitere Turniersiege auf Sandplatz konnte Borg in seiner relativ kurzen aktiven Laufbahn verbuchen. Aktuell versucht übrigens gerade sein Sohn Leo auf der ATP-Tour Fuß zu fassen.

1. Rafael Nadal

Es kann nur einen geben. Und dieser jemand kann nur Rafael Nadal heißen. Während wir über alle anderen Platzierungen in diesem Ranking mit Sicherheit diskutieren können, kann niemand auch nur leise Zweifel am verdienten ersten Platz des spanischen Superstars hegen. Falls doch, ein kurzer Auszug aus der endlos scheinenden Erfolgsliste des Mallorquiners: 13 (!) French-Open-Titel, 62 ATP-Sandplatz-Titel, eine Sieg-Quote von 91,6 Prozent auf Sand (insgesamt nur 42 Niederlagen in über 500 Partien). Nur 13 Spieler konnten Rafael Nadal auf Sand überhaupt eine Niederlage zufügen. Seien wir uns ehrlich: Diese Rekorde sind für die Ewigkeit bestimmt.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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