Hirscher am Ziel aller Träume

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Marcel Hirscher schreibt Ski-Geschichte und ist zum fünften Mal in Folge Gesamtweltcupsieger.

Der Salzburger gewinnt den zweiten RTL in Kranjska Gora mit zweimal Laufbestzeit und feiert seinen 38. Weltcupsieg. Da Alexis Pinturault (FRA/+0,53) auf Rang zwei landet, schnappt sich Hirscher auch die kleine Kristallkugel.

Henrik Kristoffersen (NOR) landet auf Platz drei und verneigt sich vor dem großen Triumphator: "Ich kann Marcel zur fünften Kugel gratulieren. Er ist ein unglaublicher Skifahrer."

Mit Philipp Schörghofer auf Platz sechs und Manuel Feller auf Position sieben landen zwei weitere Österreicher im Spitzenfeld. Punkte holen zudem Stefan Brennsteiner (26.) und Christian Hirschbühl (28.).

Keine Speed-Einsätze

Zwar sind noch sieben Rennen zu fahren, Hirscher ist aber rechnerisch von seinen Verfolgern nicht mehr einzuholen, weil diese nächste Woche nicht zu den Speedbewerben nach Kvitfjell reisen und auch in der Finalwoche in St. Moritz nicht alle Bewerbe fahren werden.

Hirscher hat deshalb schon mehr als die benötigten 300 Punkte Vorsprung auf den Norweger Henrik Kristoffersen, der am Sonntag noch den Slalom in Kranjska Gora sowie Riesentorlauf und Slalom in St. Moritz bestreiten wird, und mehr als 400 auf den Franzosen Alexis Pinturault, der dasselbe Programm plus den Super-G in der Schweiz noch einplant. Ein Antreten in der Abfahrt in St. Moritz ist indes für ihn kein Thema mehr, am Training will Pinturault im Hinblick auf den Super-G teilnehmen.

Zwei Mal Laufbestzeit

Den Grundstein zum siebenten Saisonsieg legt Hirscher im ersten Durchgang. Mit Nummer 2 erzielt er auf einer Eispiste mit vielen Schlägen Bestzeit. "Das war der schwerste Riesentorlauf-Durchgang, den ich in acht Jahren Weltcup gefahren bin", so der 27-Jährige.

Im Finale legt Serien-Sieger Alexis Pinturault, Zweiter nach dem 1. Durchgang, mit Laufbestzeit vor. Hirscher kann aber kontern, fährt den Zielhang eindrucksvoll und fängt den Franzosen mit neuerlicher Laufbestzeit ab. "Ich habe jetzt g'scheit riskiert, den A... zusammengezwickt. Ich habe die Leute schreien gehört und gewusst, dass Alexis einen wirklich, wirklich guten Job gemacht hat und führt und dass Henrik am Podium ist. Ich wusste, es ist Zeit für 'all in'. Ich wusste, ich habe die Möglichkeit, etwas für den Gesamtweltcup klar zu machen. Der Sieg heute war sehr speziell."

Marcel Hirscher macht in Kranjska Gora den Sack zu! Wir haben die emotionalen Bildern:

Zum fünften Sieg im Gesamtweltcup will er sich in der ersten Reaktion noch nicht gratulieren lassen: "Jeder redet davon, aber ich kann es noch gar nicht glauben. Ich glaub das erst, wenn ich alle Eventualitäten selbst durchrechnen kann."

Kristoffersen gratuliert

Eine Eventualität streicht Henrik Kristoffersen von der Liste: Der Norweger erklärt neuerlich, dass Super-G-Starts für ihn kein Thema sind. Angesichts von 333 Punkten Rückstand müsste er in den beiden Super G auch jeweils in die Top 15 fahren, um überhaupt noch eine Chance zu haben.

"Ich gratuliere Marcel zur fünften großen Kugel. Er ist ein unglaublicher Skifahrer", so der Norweger. "Fünfte Kugel, das ist unglaublich." Eine sechste will der 21-Jährige verhindern: "Dazu muss ich im Riesentorlauf besser werden und den einen oder anderen Super G - etwa in Beaver Creek - bestreiten. Dann kann es ein richtiger Kampf werden."

Freude über RTL-Kugel

Auch rechnerisch fix ist der Sieg im RTL-Weltcup.

"Das nimmt man angesichts der Erfolge nicht einfach mit. Darüber freue ich mich voll. Es war nicht so leicht in den letzten Riesentorläufen. Ich habe die ersten drei Rennen der Saison gewonnen, aber dann war ich auf einmal zurück. Da fragt man sich schon, was los ist. Aber heute war das wirklich cool umgesetzt."

"Marcel war stärker"

Pinturault zollt dem Sieger Respekt: "Viermal in Folge zu gewinnen, war unglaublich für mich. Es war ein gutes Rennen von mir, Marcel war am Ende stärker."

Und Kristoffersen meinte auf die Frage, was das Geheimnis von Hirscher sei: "Das wüsste ich auch gern."

Schörghofer musste sich "mehr plagen"

Nach dem zweiten Rang am Freitag landete Philipp Schörghofer am Samstag an sechster Stelle, um drei Ränge hatte er sich im Finale noch verbessert. "Heute habe ich mir ein bisserl schwerer getan, es war ein komplett anderer Tag als gestern, ich habe mich viel mehr plagen müssen, aber ich bin zufrieden."

Mit drittbester Laufzeit hinter Hirscher und Pinturault kam Manuel Feller noch von Rang zwölf auf sieben. "Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Das Coole ist, dass ich jetzt die Top 15 abgesichert habe, wer hätte sich das am Anfang der Saison gedacht", meinte der Tiroler.

Über das Duell Hirschers mit Pinturault sagte er: "Die zwei da vorne sind schon noch einmal eine eigene Liga, da werden wir schon noch ein bisschen brauchen, bis wir da mitfahren können."

Die meisten Kristallkugeln bei den Herren:

Läufer Kugeln zuletzt
1. Ingemar Stenmark 19 1984
2. Hermann Maier 14 2004
3. Pirmin Zurbriggen 13 1990
4. Marcel Hirscher 11 2015
. Aksel Svindal 11 2014
. Marc Girardelli 11 1995
6. Alberto Tomba 9 1995
. Gustav Thoeni 9 1975
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