Grabner: So spielte sich der Rangers-Wechsel ab

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Michael Grabner verrät, wie es zu seiner Unterschrift bei den New York Rangers gekommen ist.

"Wir haben schon zuvor mit einigen Teams gesprochen und wussten, wer ungefähr interessiert ist und wer nicht. Ich bin froh, dass es die Rangers geworden sind. Ich kenne die Trainer dort, dazu ist es eine Top-Mannschaft", so der Kärntner gegenüber LAOLA1.

Der 1. Tag der Free Agency, also jenes Datum, an dem vertragslose Spieler bei NHL-Teams unterschreiben dürfen, sei stressig gewesen: "Das war ein Chaos."

Ob er noch andere Angebote hatte, wie er Thomas Vaneks Situation einschätzt, wieso er in der Olympia-Quali für das ÖEHV-Team aufläuft und wie es um seinen Plan vom Karriereende beim VSV steht, verrät Michael Grabner im exklusiven LAOLA1-Interview:

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LAOLA1: Werfen wir einen Blick zurück: Wie hast du den ersten Tag der Free Agency der NHL erlebt?

Michael Grabner: Es war ein bisschen anstrengend. Ich habe das davor noch nie erlebt und hatte mich zuvor bei einigen Leuten erkundigt, wie das abläuft. Es ist dann trotzdem ein Nervenkitzel, wenn du nicht weißt, was passiert. Zum Glück habe ich schnell einen Klub gefunden und konnte meinen Tag wieder genießen.

LAOLA1: Wie überraschend kam das Angebot der New York Rangers?

Grabner: Wir haben schon zuvor mit einigen Teams gesprochen und wussten, wer ungefähr interessiert ist und wer nicht. Ich bin froh, dass es die Rangers geworden sind. Ich kenne die Trainer dort, dazu ist es eine Top-Mannschaft – das wird sicher lustig.

LAOLA1: Musstest du lange überlegen, als das Angebot der Rangers kam?

Grabner: Natürlich überlegst du und versuchst einzuschätzen, welche Mannschaften die besten Chancen haben, zu gewinnen. Jeder achtet da auf etwas anderes. Für mich sind die Rangers eine gute Destination, ich war schon einige Jahre in New York und kenne mich dort aus. Die Mannschaft ist stark, zudem spielt dort einer der besten Torhüter der Welt (Henrik Lundqvist/Anm.). Ich hoffe, dass wir einiges erreichen.

LAOLA1: Hätte es noch andere Angebote gegeben?

Grabner: Wir haben schon mit einigen Mannschaften gesprochen. Das passiert alles etwas anders, als man es sich vorstellt. Du sprichst viel mit Klubs, dann unterschreiben dort Spieler und die Situation ändert sich. Das war schon ein Chaos. Ich war froh, dass es so schnell wie möglich abgewickelt war.


LAOLA1: Weißt du schon, wie deine Rolle aussehen wird?

Grabner: Nein, nicht wirklich. Ich denke, dass wir das alles besprechen werden. Wie gesagt, die Trainer kennen mich (Cheftrainer Alain Vigneault coachte Grabner bei den Vancouver Canucks/Anm.) und wissen, was sie von mir erwarten können. Die Rangers waren eines der schlechtesten Teams in Unterzahl, das ist genau eine meiner Stärken und Lieblingsaufgaben. Ich hoffe, dass ich in diesem Bereich weiterhelfen kann. Alles andere wird sich im Trainingslager zeigen.

LAOLA1: Wie sieht der Kontakt zu den anderen Österreichern in der NHL, Michael Raffl und Thomas Vanek, aus?

Grabner: Wir waren schon in Kontakt. Michi sehe ich ohnehin jeden Tag, das ist nicht das Problem (lacht). Auch mit Thomas habe ich gesprochen und geschaut, wo er vielleicht unterkommt. Ich kenne ihn mittlerweile doch schon etwas besser. Die Red Wings haben sicher auch eine gute Mannschaft, ich bin schon gespannt, wie es ihm gehen wird.

LAOLA1: Warst du überrascht, dass sich Minnesota vorzeitig von ihm getrennt hat?

Grabner: Ab und zu passt es einfach nicht. Er wollte unbedingt dort hin, weil er dort wohnt. Manchmal passiert es einfach, dass es trotzdem nicht funktioniert. Bei ihm war es so, ich wünsche ihm jetzt viel Glück in Detroit. Das ist für ihn ein guter, neuer Start, um das alles zurückzulassen.

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Michael Grabner im Gespräch mit LAOLA1
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LAOLA1: Du wirst im Oktober 29 Jahre alt. Wir sieht dein weiterer Karriereplan aus?

Grabner: Ich will so lange wie möglich in der NHL spielen. Für die nächsten zwei Jahre habe ich bei den Rangers unterschrieben – mal schauen, wie es dort wird. Ich will endlich einmal gewinnen. In der kommenden Saison stehe ich bei einer guten Mannschaft unter Vertrag. Ich glaube, dass viel drin ist. Viel weiter als die nächsten zwei Jahre schaue ich vorerst nicht nach vorne.

LAOLA1: Der Plan vom Karriereende beim VSV steht aber noch?

Grabner: (lacht) Ja natürlich habe ich das im Hinterkopf und denke hin und wieder darüber nach. Ich bin aber erst 28 Jahre alt und kann doch noch eine Zeit lang spielen. Ich muss abwarten, was der Körper in den nächsten Jahren macht und wo es hin geht. Da spielen viele Faktoren mit.

LAOLA1: Bevor es in der NHL los geht, steht noch das Olympia-Qualiturnier mit dem ÖEHV-Team auf dem Programm. Freust du dich darauf?

Grabner: Ja sicher, wir haben im Sommer alle gut gearbeitet. Auf den Saisonstart trainierst du hin, heuer beginnt mit der Olympia-Quali alles früher. Es ist sicher gut, dass ich bereits ein paar Spiele absolviere, bevor es nach Nordamerika geht. Viele Spieler haben mit ihren Klubs schon Partien gehabt, jetzt müssen wir jeden Tag nutzen, um besser zu werden und uns einzuspielen.

LAOLA1: War für dich sofort klar, dass du das ÖEHV-Team unterstützen wirst?

Grabner: Normalerweise war das Turnier immer im Februar, da war es schwer, aus der NHL herzukommen. Es ist eine Ehre, sein Land zu vertreten und dazu eine gute Vorbereitung für mich. Ich bin froh, dass das Turnier um diese Zeit stattfindet, auch wenn Alpo (Suhonen/Anm.) es anders sieht (lacht). Es ist schön, dabei zu sein.

"Ich will so lange wie möglich in der NHL spielen. Für die nächsten zwei Jahre habe ich bei den Rangers unterschrieben – mal schauen, wie es dort wird. Ich will endlich einmal gewinnen."

Über seinen Traum vom Stanley Cup

LAOLA1: Wie schwer ist die Umstellung von der NHL auf das Nationalteam in Hinblick auf deine Rolle im Team und andere äußere Umstände wie die Eisfläche?

Grabner: Das geht ziemlich leicht. Es wird alle Spieler brauchen, um die Quali zu schaffen. Ich weiß noch gar nicht so genau, wie meine Rolle aussehen wird. Das ist auch nicht wichtig, ich nehme es wie es kommt. Wir müssen vom Tormann bis zur Offensive alle gut sein. Ich persönlich habe lange genug in Europa gespielt, die Umstellung sollte kein Problem sein.

LAOLA1: Welche Erinnerungen gast du an die Olympischen Spiele 2014?

Grabner: Durchwegs gute, nicht viele Leute erhalten überhaupt die Chance, bei Olympia zu spielen. Wir werden alles versuchen, wieder dort hinzukommen. Damals haben wir gute Leistungen gezeigt und Norwegen besiegt. Das Spiel gegen Slowenien war nicht unser bestes, bei Turnieren kommt es immer auf die Tagesverfassung an. Das wird auch beim Qualiturnier so sein. Das sind derart viele Spiele in kurzer Zeit, deswegen wird jeder Spieler gebraucht.

LAOLA1: Was spricht für eine erfolgreiche Qualifikation?

Grabner: Auf jeden Fall unsere Vorbereitung. Mit ein paar Spielern trainiere ich im Sommer, wir haben sehr viele talentierte Spieler hier. Es kommt darauf an, wie gut du dich auf das Turnier einstellst. Wenn du den Turnierstart verhaust, bist du gleich hinten nach. Da darf man sich keine Unachtsamkeit leisten.

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