U15-Talente, kuriose Transfers und Super-Goalies

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13 Spiele in sieben Tagen, Junioren-WM, ein U15-Testspiel und zweimal EBEL – keine Rede von Vorweihnachtsruhe:

16. 12.: Österreich U15 – Slowenien U15 3:0

Zwischen der U20 und dem gleich anschließenden EBEL-Spiel muss man da geistig auf „Reset“ drücken und die Ansprüche logischerweise nach unten schrauben. Doch die guten Spieler ragen immer heraus. Die beiden Jahrgangsbesten, Tim Harnisch (Salzburg) und Marco Rossi (GCK Lions) spielen bei der U16, interessant bei den Anwesenden: Jacob Pfeffer und Clemens Pöschmann, zwei Wiener Defender, die in der Salzburger Akademie agieren. Vor allem Pfeffer, der nach Schweden tendiert, ist ein intelligenter und spielstarker Verteidiger, der die Scheibe aus Druckzonen tragen kann. Bereits mit guter Größe ausgestattet: Kapitän Dominik Unterweger, der Flügel spielt wie Rossi in Zürich.

Die Karrierekurve von so jungen Spielern exakt vorauszusagen ist natürlich völlig unmöglich. Aber grundsätzlich gilt: Die besten Cracks der jüngeren Altersstufen bleiben in Österreich auch meist on top, zu gering ist die Spielerquantität, als dass Spitzencracks übersehen werden. Leichte Abstufungen in der Hierarchie sind natürlich immer möglich.

Eine Erkenntnis aus der Beobachtung aller Jahrgänge: Ein echter Spitzengoalie drängt sich in den nächsten Jahren nicht unbedingt auf. Den Starting Job bei der nächstjährigen U20-WM werden Dominik Divis (Linz, 97), Jakob Holzer (KAC, 98) und eventuell Max Haselbacher (Omaha, 99) unter sich ausmachen.

18. 12.: Orli Znojmo – Graz 99ers 6:0

Die Znaimer Adler schossen die Grazer schon im ersten Drittel unters Eis, verschonten die Gäste dann im Laufe des Spiels. Angesichts des Grazer Aufgebots überrascht so eine Klatsche weit weniger als der vortägige Sieg gegen Dornbirn. Ivo Jan steht eine Mixtur von sehr schwachen Legionären und bemühten, aber limitierten Österreichern zur Verfügung. Dem Vernehmen nach wollen die Grazer in der nächsten Saison vermehrt auf einheimische Kräfte bauen, schlechter kann es ohnehin nicht mehr werden. Immerhin könnte man so vom geplanten Österreicher-Topf profitieren.

Ein Vorgriff auf die nächste Saison ist bereits die Verpflichtung von Kris Reinthaler. Dessen Rückkehr ist ein Kuriosum für sich: In Graz vor der Saison mit einem Buyout weggeschickt, sah er in Laibach keinen Cent und unterzeichnete nun einen längerfristigen Vertrag. Fast skurril und wäre in der NHL auch nicht gestattet: Dort dürfen Buyouts bei ihren alten Teams für eine Saison nicht mehr unter Vertrag genommen werden. In der EBEL natürlich nicht relevant und wäre auch nicht gut, Reinthaler sollte einen soliden Verteidiger für die 99ers abgeben. Seine Nemesis, Todd Bjorkstrand, ist ja schon Geschichte.

Er wird jedoch die Grazer genausowenig ins Playoff schießen wie Kyle Beach. Dessen Verpflichtung brachte aber etwas Verwirrung in die Liga:

EBEL-Durchführungsbestimmungen, $ 9 (1): „Transferkartenspieler mit ausländischer Staatsbürgerschaft dürfen während der unlimitierten Tauschphase (bis 12. 11. 2015) den EBEL-Verein innerhalb der EBEL wechseln, sofern der abgebende Verein schriftlich sein Einverständnis zu diesem Wechsel bekundet.“

Etwas schwammig formuliert, was ist damit gemeint?

Legionäre dürften innerhalb der Liga nach dem 12. 11. nicht wechseln. Der Grund: Die finanzstarken Teams sollen den Nachzüglern nicht ihre Legionäre abluchsen, schon gar nicht vor den Playoffs. „Fire Sales“ von bereits ausgeschiedenen Mannschaften sollen damit vermieden werden.

Ein durchaus stichhaltiger Grund, hat aber den Nachteil (wie hier bereits festgehalten), dass Legionäre, wenn sie nach dem 12. 11. gefeuert werden, die Liga verlassen müssen. Im Falle von Klemen Pretnar etwa, den die Caps so vielleicht von ihrer Lohnliste bekommen könnten, profitiert niemand davon.

Jetzt kann man im Falle von Beach natürlich argumentieren, dass er Salzburg ja schon im Oktober verlassen hat und nicht direkt von Salzburg nach Graz gewechselt ist. Dazwischen absolvierte er sieben Spiele für die Missouri Mavericks in der ECHL. Nur, solche Umgehungen (ob gewollt oder wie im Falle Beach natürlich keineswegs beabsichtigt), wurden von der Liga auf Nachfrage ausgeschlossen.

Die Rechtskommission der Liga entschied jetzt aber pro Graz und Beach und öffnete damit den Weg für Streitereien. Was ist, wenn Pretnar für ein Wochenende bei seinem alten Team in Jesenice geparkt wird? Sind diese zwei Spiele dann weniger wert als die sieben von Beach? Was ist, wenn Goalie Oliver Roy, von der Finanzmisere in Laibach genervt, kurz nach Nordamerika zurückkehrt. Darf er dann vor der endgültigen Transferdeadline am 15. Februar wieder zurückkommen? Oder dürfte er gar direkt wechseln, wie vor zwei Jahren Jeff Ulmer von Laibach nach Innsbruck? Damals wurde diese Regel auch kurzerhand ausgesetzt und die Finanzen in Laibach gestalten sich heute um nichts besser als damals…

Fragen über Fragen, bedingt durch etwas unscharfe Formulierungen und eine Liga, die öfters die eigenen Regeln außer Kraft setzt. Nächste Saison wird die Deadline für Legionäre jedenfalls auf den 31. Dezember verschoben, was zu einer Linderung, aber nicht zu einer Lösung des Problems beiträgt.

Ein Satz wie „Ein Transferkartenspieler mit ausländischer Staatsbürgerschaft darf nach dem 31. Dezember nur für das EBEL-Team antreten, bei dem er bis dahin in diese Saison letztmalig gemeldet war“ sollte hier mehr Klarheit schaffen, eine rigorose Einhaltung dieser Regel – egal ob unsinnig oder nicht – wäre noch hilfreicher.

Apropos Transfers: Znojmo-Neuzugang Corey Trivino (von der Ligastatistik neckisch Trivino Corey genannt) passt zu den Adlern wie die Faust aufs Auge: Sicher talentiert, aber mit und ohne Puck sehr soft. Eulen nach Athen tragen nennt man das wohl…

20. 12.: Vienna Capitals - Black Wings Linz 1:2

Ein sehr intensives Spiel, vor allem im ersten Drittel auch mit hohem Tempo, das genauso gut umgekehrt ausgehen hätte können. Die Caps vielleicht mit mehr Chancen und Spielanteilen, die Linzer dafür mit dem weit druckvolleren Powerplay.

Beiderseits großartig die Torhüter: David Kickert hat nach schwachem Saisonstart endgültig wieder in die Spur gefunden, ist mehr als nur eine Entlastung für den ohnehin nicht gerade als Konditionswunder bekannten Nathan Lawson. Michael Ouzas stemmte sich vor allem in der Schlussphase den Wienern Angreifern entgegen, vor allem Post-to-Post agierte er wie immer katzenartig.

Kleiner Wermutstropfen für die Gäste: Dan DeSilva (nach einem Bandengerangel) und Phil Lukas (nach einem Ferland-Kniecheck) mussten vorzeitig vom Eis, dafür steigt Grant Lewis heute wieder voll ins Mannschaftstraining ein. Das Gleiche gilt für Dominic Hackl bei den Caps, während Sven Klimbacher erst im neuen Jahr zur Verfügung steht.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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