Olympia-Schwimmerin rettete 20 Menschenleben

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Yusra Mardini geht bei den Olympischen Spielen in Rio für das Flüchtlingsteam an den Start.

Die Schwimmerin, die über 100 m Schmetterling und 100 m Freistil antritt, musste aufgrund des Bürgerkriegs aus Syrien flüchten. 

Am Weg von der Türkei nach Europa erlitt ihr Schlauchboot, das 20 Insassen fasste, ein Leck. Gemeinsam mit ihrer Schwester zog sie das Boot jedoch mehrere Stunden bis an die sichere Küste nach Lesbos. "Ohne dem Schwimmen wäre ich nicht mehr am Leben", sagt die 18-Jährige.

Training in Berlin

In ihrer Heimatstadt Damaskus trainierte Mardini teilweise in Schwimmhallen, deren Dächer weggebombt waren. Die Grausamkeiten des Krieges zwangen sie schließlich zur Flucht. Im Mittelmeer riskierte sie ihr Leben.

"Ich hatte eine Hand am Seil, das das Boot zog und bewegte mich mit dem anderen Arm sowie den beiden Füßen vorwärts. Insgesamt war ich dreieinhalb Stunden im kalten Wasser. Mein Körper war danach unglaublich erledigt - das kann man gar nicht beschreiben", erzählt die Olympionikin dem britischen "Independent". 

Nach ihrer Ankunft in Lesbos reiste Mardini über Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland, wo sie nun in Berlin lebt. Dort trainiert sie mit den Wasserfreunden Spandau und Coach Sven Spannekrebs.

Mardini will mit ihrer Olympia-Teilnahme ein Zeichen setzen: "Die Leute sollen Flüchtlinge als normale Menschen wahrnehmen. Sie verlassen ihre Heimat nicht freiwillig, sondern weil sie müssen. Auch Flüchtlinge haben Ziele in ihrem Leben, die sie erreichen wollen."

 

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