Die Vision der Torhüter-Hochburg

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Alex Manninger ist nach seinem Debüt für den FC Liverpool im Testspiel gegen die AS Roma in aller Munde.

Mit 39 Jahren das Trikot eines der bekanntesten und legendärsten Klubs der Welt tragen zu dürfen, ist aller Ehren wert, selbst in der für ihn vorgesehenen Rolle als routinierter Notnagel.

Für den Salzburger ist es auch eine Art Auszeichnung seines langen und definitiv nicht immer einfachen Weges in über 20 Jahren im Profi-Geschäft.

Mitte der 90er fiel Manninger erstmals in selbigem auf, als er von seinem Stammverein Salzburg erst an Steyr verliehen und anschließend an den GAK abgegeben wurde, für den er im UEFA-Cup gegen Inter Mailand wahre Heldentaten vollbrachte.

Der FC Arsenal zeigte sich derart beeindruckt, dass er den Jungspund 1997 auf die Insel lotste. Der Rest ist Geschichte.

Damals galt Österreich übrigens noch als Torhüter-Hochburg.

Die Frage, wie viele Länderspiele Manninger bestritten hätte, wäre er zehn Jahre jünger, ist zwar eine höchst hypothetische, aber durchaus interessante.

Letztlich wurden es „nur“ deren 34, was freilich nicht nur an seiner Konkurrenz lag, sondern wechselweise auch an seiner eigenen beziehungsweise der Sturheit von so manchem Teamchef.

Trotzdem: Schlussmänner seiner Güteklasse sind in Österreich derzeit rar gesät. Kurzum: Rot-weiß-rote Goalies sind im Moment definitiv keine Exportschlager.

Mit Robert Almer musste die glasklare Nummer 1 des ÖFB-Teams ein Jahr vor der EURO den Schritt zurück in die heimische Bundesliga tätigen, um ihren Status für die EM nicht durch fehlende Spielpraxis zu gefährden.

Ramazan Özcan und Heinz Lindner werden in der kommenden Saison der deutschen Bundesliga die Bank drücken und stehen damit stellvertretend für diverse Tormann-Legionäre.

Sicherlich kann man hoffen, dass Vertretern der jüngeren Generation wie Daniel Bachmann, Ivan Lucic oder Samuel Sahin-Radlinger (noch) der Durchbruch gelingt.

Es wird auch interessant, wie sich Jörg Siebenhandl in Würzburg schlägt. Auch Marco Knallers Weg in Sandhausen sollte man Respekt zollen. Michael Langer (Norrköping) in Schweden und Johannes Kreidl (KuPS) in Finnland sollte man zumindest im Auge haben.

Dennoch: Im Vergleich mit den Feldspielern hinkt der Goalie-Sektor in Österreich derzeit deutlich hinterher.

Hier gilt es den Hebel anzusetzen, und zwar schleunigst – definitiv, bevor es im Nationalteam zu einem größeren Problem wird, als es derzeit wahrgenommen wird. Almer ist schließlich auch bereits 32.

Über die Vorreiterrolle des ÖFB lässt sich diesbezüglich streiten, gleicht die Verantwortung in diesem Bereich doch irgendwo einer Staffel an verdienten Ex-Internationalen aus besagten guten Torhüter-Zeiten, die öffentlich nicht wirklich Aufbruchstimmung verbreiten und diese Aufgabe offenkundig eher als Sprungbrett in die Politik (Otto Konrad) oder für Vereins-Jobs (Franz Wohlfahrt) verstehen. Zurzeit ist wieder einmal Klaus Lindenberger an der Reihe. Ein Wunder, dass Michael Konsel noch nicht durfte…

Dabei bräuchte es Visionen. Das klar formulierte Ziel muss lauten, Österreich wieder zu einer international beachteten Torhüter-Hochburg zu machen.

Und dies bedeutet, über mehrere Keeper zu verfügen, die von Klubs aus Top-Ligen als Nummer eins und nicht als Notnagel verpflichtet werden.

Schmidt über seine beiden ÖFB-Legionäre Baumgartlinger und Özcan:


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