"Finde das Auftreten von Lüttich unprofessionell"

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Die Transferphase ist bekanntlich die Zeit für wilde Spekulationen.

Namen werden mit Vereinen ins Spiel gebracht, Manager positionieren ihre Schützlinge.

Mit anderen Worten: Es ist richtig etwas los.

"Möchte noch zwei, drei Jahre spielen"

Still ist es hingegen ein wenig um Stefan Maierhofer geworden. Seit seinem Vertragsende beim FC Millwall am 1. Juli 2015 ist der 33-Jährige vereinslos.

Was aber nicht heißen soll, dass der 2,02-Hüne ein baldiges Karriereende in Erwägung zieht – im Gegenteil.

„Ich möchte noch zwei, drei Jahre spielen, weil es mir Spaß macht und ich fit bin“, erklärt der Mittelstürmer bei LAOLA1.

Erst im Herbst absolvierte der „Major“ auf Empfehlung seines ehemaligen Bayern-Kollegen Daniel van Buyten ein Probetraining bei Standard Lüttich.

Schwer enttäuscht von Lawaree

Die Belgier, allen voran Ex-Rapid-Akteur und Lüttich-Sportdirektor Axel Lawaree, nahmen aber Abstand von einer Verpflichtung.

Noch heute zeigt sich Maierhofer schwer enttäuscht über die Art und Weise der Ablehnung.

„Ich habe dort zwei Tage im Training überzeugen können. Dann wollten die Verantwortlichen, dass ich ein Match mache. Ich schieße zwei Tore, breche mir aber den Mittelhandknochen und bekomme natürlich keinen Vertrag. Von Standard Lüttich hat sich danach niemand mehr gemeldet, keine Nachfrage, wie es mir geht. Ich finde das Auftreten des Vereins sehr unprofessionell. Immerhin kenne ich ja einen Daniel van Buyten oder Axel Lawaree. Es ist enttäuschend, dass von ihnen nichts mehr gekommen ist.“

Der Niederösterreicher überlegt sogar rechtliche Schritte: „Ich bin mit meiner Firma dran, die ganze Situation prüfen zu lassen. Ist alles richtig abgelaufen? Wenn ich einen Spieler mittrainieren lasse, muss der auch dementsprechend versichert sein – in Belgien scheinbar nicht.“

"Ich kenne ja einen Daniel van Buyten oder Axel Lawaree. Es ist enttäuschend, dass von ihnen nichts mehr gekommen ist."

Denn: „Mit einer gebrochenen Hand einen Verein im Herbst zu finden, ist kein leichtes Unterfangen. Deswegen hat sich nichts ergeben.“

 Liebe zum Fußball unverändert groß

Das Schicksal, nichts mehr von Lüttich gehört zu haben, wiederfuhr auch einem anderen prominenten Namen. „Cacau hat dort zwei Tage mittrainiert und wurde danach einfach heimgeschickt – ohne Kommentar“, erinnert sich Maierhofer.

Das Negativerlebnis hat seine Liebe zum Fußball jedoch nicht geschmälert. „Das Wichtigste ist die Freude am tagtäglichen Spielen und Trainieren am Platz. Wenn du in der Früh schmerzfrei aufstehen kannst, musst du diesen Beruf so lange ausüben wie es geht, weil es einer der schönsten Berufe ist, den es auf diesem Planeten gibt.“

Das Feuer brennt bei ihm nach wie vor. Dennoch blickt der zweifache österreichische Meister (Rapid und Salzburg) bereits weit in die Zukunft.

„Ich habe vor zwei Jahren meine UEFA-B-Lizenz gemacht und werde mit der A-Lizenz weitermachen. Im Dezember habe ich bei meinem Sport-Management die Abschlussprüfung gemacht. Ich bilde mich also für die Karriere nach der Karriere weiter.“

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Posted by Stefan Maierhofer on Montag, 18. Januar 2016

Kein Interesse aus Österreich

Aktuell will er aber primär wieder am Platz stehen und Fußball spielen. Interessenten gibt es, wie der 20-fache ÖFB-Teamspieler bestätigt.

„Das Telefon klingelt die ganze Zeit, schauen wir mal, was passiert.“ Österreich spielt dabei keine Rolle. Warum? „Weil ich keine Anfrage habe. Ich weiß nicht, warum das so ist. Im Sommer stand St. Pölten im Raum, aber seitdem ist kein Verein mehr an mich herangetreten oder hat nachgefragt. Deswegen geht es wohl wieder ins Ausland.“

Ob zu einem renommierten oder„kleinen“ Klub, ist ihm relativ egal: „Wenn du Titel holen kannst, ist es schön, aber es kann auch schön sein, einen Verein weiterzuentwickeln. Ich wäre für viele Sachen zu haben, will einfach nur wieder spielen.“

 

Martin Wechtl/Claus Schlamadinger

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