Ein Schweizer ins ÖFB-Team? Das sagt der ÖFB

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Der Schweizer Moritz Bauer brachte sich zuletzt als mögliche Verstärkung für das österreichische Nationalteam ins Gespräch.

Die Reaktion des ÖFB fällt verhalten aus. „Er hat sich bisher nur in den Medien geäußert. Deswegen ist das für uns momentan überhaupt kein Thema“, meint Sportdirektor Willi Ruttensteiner. Gespräche mit dem 24-Jährigen hätte es noch keine gegeben.

„Zuerst geht es darum, österreichischer Staatsbürger zu werden. Erst danach kann er für die Nationalmannschaft nominiert werden."

Ruttensteiner rät von leichtfertigen Nationswechseln ab

Eine Kontaktaufnahme seitens des ÖFB hält Ruttensteiner deswegen nicht für nötig. Er sieht zunächst den Spieler selbst gefordert. Dieser müsse einen persönlichen Entschluss fassen.

„Man muss für sich entscheiden: Welche Nation habe ich und welche Nation lebe ich?“, so der Oberösterreicher. „Ich würde jedem Spieler davon abraten, Nationalitäten zu wechseln, nur um in einer anderen Nationalmannschaft zu spielen.“

Genau diesen Hintergedanken scheint Bauer jedoch bei der Beantragung seiner österreichischen Staatsbürgerschaft zu verfolgen. Der Rechtsverteidiger profitiert dabei von der Herkunft seines Vaters Kurt, der seinen österreichischen Pass nach Bewilligung der Schweizer Staatsbürgerschaft abgeben musste.

"Österreich verfügt zwar wie auch die Schweiz über außergewöhnliche Spieler auf meiner Position, sollte sich die Herausforderung aber ergeben, für eine Nationalmannschaft spielen zu können, werde ich diese sehr gerne und mit Stolz annehmen", wird Bauer vom „Blick“ zitiert.

„Kein Handlungsbedarf“

Der 24-Jährige ist in diesem Sommer um vier Millionen Euro von Zürich zu Rubin Kazan gewechselt. Da er bei den Grasshoppers unter Vertrag stand, erscheint es denkbar, dass GC-Vereinslegende Marcel Koller von Bauers Überlegungen wusste.

Zwischen dem Teamchef und Ruttensteiner sei der ehemalige Schweizer U21-Internationale aber nie Thema gewesen, betont der ÖFB-Sportdirektor. Er selbst habe von Bauers Absichten aus den Medien erfahren.

Auf die Frage, ob man den Rechtsverteidiger bei seinen Nationswechsel-Plänen unterstützen werde, meint der Sportdirektor: „Da sehe ich von unserer Seite momentan überhaupt keinen Handlungsbedarf.“

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VIDEO: Ruttensteiners harte Kritik an ORF-Experte Peter Hackmair
(Artikel wird darunter fortgesetzt)

 

Defensive Haltung des ÖFB bei Nationswechsel

Auffällig ist: Während andere Verbände in ganz Europa um mögliche Kandidaten für ihre Nationalmannschaften werben, verhält sich der ÖFB in dieser Hinsicht seit der unglücklichen Causa um Steffen Hofmann sehr defensiv.

„Unsere oberste Prämisse ist es, Spieler in der Nationalmannschaft zu haben, die aus Überzeugung Österreicher sind“, verlangt Ruttensteiner volle Identifikation. Als positives Beispiel nennt er den erst 14-jährigen Thierno Ballo, der bereits drei Spiele für die U17 von Hermann Stadler bestritten hat.

„Er ist ganz seriös an uns herangetreten. Sein Wunsch war es, für Österreich zu spielen und ihm beim laufenden Einbürgerungsverfahren der Familie zu helfen.“

Ruttensteiner sieht Ballo als Role Model für einen Nationswechsel an: „Erster Beweggrund muss es generell sein, dass sich ein Spieler für die österreichische Staatsbürgerschaft bewirbt. Wenn es danach dazu kommt, dass er für die Nationalmannschaft spielt, ist es eine Win-win-Situation.“

Sallahi auch zum Kosovo?

Der ÖFB-Sportdirektor hegt deswegen auch überhaupt keinen Groll gegen Sinan Bytyqi, der sich nun für den Kosovo entschieden hat, nachdem er sämtliche Nachwuchs-Auswahlen in Österreich durchlief.

Zwar hätte man mit dem ManCity-Talent das Gespräch gesucht, doch nachdem dieser seine innigen Beweggründe offengelegt hatte, akzeptierte Ruttensteiner den Entschluss vollauf. Anders stellt sich die Situation bei Ylli Sallahi dar.

Der Karlsruhe-Linksverteidiger ist laut Medienberichten ebenfalls beim kosovarischen Verband ein Thema. Ruttensteiner dementiert jedoch: „Bei Sallahi ist mir nicht bekannt, dass er für den Kosovo spielen möchte.“

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