Markus Suttners große Chance

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Irgendwie drängt sie sich auf - die Frage, ob Markus Suttner froh ist, dass Christian Fuchs seinen ÖFB-Rücktritt erklärt hat.

"Für die Mannschaft ist es natürlich eine Schwächung. Fuchsl hat über Jahre hinweg Leistung gebracht. Aber für mich ist es natürlich die Chance, mich zu präsentieren und den Trainer zu überzeugen", erklärt der 29-Jährige, der jahrelang als Backup gedient hat.

Ob er sich als ersten Nachrücker sehe? "Ich versuche mich anzubieten. Alles andere liegt nicht in meiner Macht."

"Du weißt, du hast eine Chance zu spielen"

16 Länderspiele bestritt Suttner bislang, die meisten davon waren jedoch Freundschaftsspiele. In Pflichtspielen kam der Linksverteidiger nur zwei Mal zum Einsatz - jeweils in der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien gegen die Färöer, jeweils als Joker.

Sollte der Niederösterreicher am Montag in Georgien in der Startelf stehen, betritt er so gesehen Neuland.

"Natürlich ist es etwas anderes, wenn du zum Team fährst und weißt, du hast eine Chance zu spielen. Mit Fuchsl als Kapitän war es natürlich schwierig, dass du reinkommst. Jetzt ist es ein schönes Gefühl, dass ich wirklich eine Chance habe, mich im Training anzubieten und zum Spielen zu kommen", gibt Suttner zu.

"Chance größer, wenn Alaba im Mittelfeld spielt"

Es ist ein ungewohntes Rampenlicht. Für den Ingolstadt-Legionär galt in den vergangenen Jahren das Motto: Immer mit dabei, aber nur selten mittendrin. So auch bei der EURO, bei der er neben György Garics der einzige ÖFB-Feldspieler ohne Einsatz blieb.

Verarbeiten musste er das Scheitern in Frankreich dennoch: "Du bist ja trotzdem Teil des Teams, und wenn das Team nicht erfolgreich ist, hast du auch keine gute Laune. Daher hat es auch bei mir im Urlaub Zeit gebraucht, das zu verarbeiten."

Suttners Konkurrent für den Job links in der Viererkette ist ÖFB-Neuling Stefan Stangl. Rein theoretisch hätte es auch David Alaba sein können, den Teamchef Marcel Koller jedoch weiterhin im Mittelfeld einplant.

Ein Umstand, über den der Ex-Austrianer natürlich erfreut ist: "Ich würde lügen, wenn ich Nein sage. David zählt weltweit zu den Besten auf der Linksverteidiger-Position. Daher ist die Chance zu spielen natürlich größer, wenn er im Mittelfeld spielt."

"Marko ist sich für nichts zu schade"

Alaba-Kumpel Marko Arnautovic wird auf der linken Seite Suttners Vordermann sein. Das Tandem Fuchs/Arnautovic benötigte seinerzeit eine Findungsphase, funktionierte jedoch mit Fortdauer der Zusammenarbeit immer besser.

"In der letzten Quali hat man gesehen, dass Marko jeden Meter zurück macht und sich für nichts zu schade ist. So wird er sich jetzt auch wieder präsentieren."

Markus Suttner

Der Fuchs-Erbe glaubt, dass es mit dem Edeltechniker auf Anhieb klappen wird: "Marko kann einfach alles. Man hat in der EM-Quali gesehen, wie er uns mit seinen Qualitäten helfen kann. Ich bin mir sicher, dass das auch in der WM-Quali wieder der Fall sein wird. In der letzten Quali hat man gesehen, dass er jeden Meter zurück macht und sich für nichts zu schade ist. So wird er sich jetzt auch wieder präsentieren."

Bei seinem Arbeitgeber Ingolstadt war Suttner zu Saisonbeginn gesetzt. Nach dem Abgang von Trainer Ralph Hasenhüttl hat sich unter dessen Nachfolger Markus Kauczinski einiges geändert:

"Wir wollen ein bisschen mehr Fußball spielen als letztes Jahr. Wir wollen nicht mehr nur pressen, sondern lassen den Gegner auch einmal kommen, agieren variabler, damit wir nicht so ausrechenbar sind. Es ist gut angelaufen, aber die zweite Saison wird natürlich schwierig. Wir sind so realistisch, dass wirklich alles passen muss, damit wir in der Liga bleiben."

"Ich denke schon, dass ich mich verbessert habe"

Im Vergleich zur Austria sei es nach seinem Wechsel im Sommer 2015 "eine Umstellung gewesen, dass wir halt eher die Bälle weggeschossen haben". Dass beim Verein aus Bayern nun mehr Wert auf das spielerische Element gelegt wird, kommt ihm entgegen.

Wie sehr er sich in einem Jahr Deutschland verbessert habe, müssten andere beurteilen: "Ich für meinen Teil denke aber schon, dass ich mich verbessert habe - alleine durch die Erfahrung, jede Woche gegen bessere Gegenspieler als in Österreich zu spielen. Wenn du jede Woche im Training und auch im Spiel gegen bessere Leute spielst, wirst du auch im Timing und im Zweikampf besser."

Peter Altmann


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