'Der Trainerwechsel war gut für das Team'

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Nicht „Z“ wie Zorro, „Z“ wie Zidane - Reals neuer Held.

Das Bernabeu-Stadion kochte, unter tosendem Applaus betrat der ehemalige Weltklasse-Kicker im feinen Zwirn seine alte Wirkungsstätte.

Schlussendlich stand ein 5:0 gegen Deportivo La Coruna auf der Anzeigentafel. Ein mehr als perfektes Debüt für den Franzosen, von dem ehemalige Größen nur Träumen konnten.

Immerhin war es der höchste Debüt-Sieg eines Real-Trainers seit 56 Jahren, seit dem Jahr 1959, als sich Manuel Fleitas sogar mit einem 7:1 über Betis Sevilla vorstellte.

„Am meisten gefiel mir die Einstellung“

„Wenn eine Mannschaft gewinnt, ist ihr Trainer zufrieden. Und genau das bin ich. Nach unseren drei gemeinsamen Trainingstagen bin ich mit diesem Resultat zufrieden“, beurteilte der mittlerweile 43-Jährige seinen Einstand.

Vom Anpfiff weg war eine Mannschaft zu sehen, durch die anscheinend ein Ruck gegangen war, die sich beweisen und zeigen wollte, dass man es besser als zuletzt kann.

Die Spielfreude war den einzelnen Akteuren anzusehen, der Ball lief wie am Schnürchen, jeder Spieler befand sich – so wie von Zizou gefordert – ständig in Bewegung.

„Am meisten gefiel mir die Einstellung der Spieler. Es ist nicht einfach, 5:0 gegen eine Mannschaft wie Deportivo zu gewinnen. Das ist für mich das Wichtigste. Alles lief gut.“

Vertrauen in Zidane, Respekt vor Benitez

Auf Vergleiche mit seinem Vorgänger Rafael Benitez wollte der dreimalige Weltfußballer naturgemäß nicht eingehen. Den Fakt des Trainereffekts spielte er gekonnt herunter.

„Unter den Spielern hat sich nichts geändert. Der Trainer hat sich geändert, das ist alles. Ich werde versuchen, so erfolgreich und so gut wie möglich spielen zu lassen“, stellte Zidane klar.

Zizou, welcome back to the Bernabéu...Zizou, bienvenido de nuevo al Bernabéu...#RMLiga #HalaMadrid

Posted by Real Madrid C.F. on Samstag, 9. Januar 2016

Auch die Spieler des weißen Balletts wollten kein schlechtes Wort über den Vorgänger verlieren. Auch nicht Daniel Carvajal, dem Zidane prompt im ersten Spiel zum Comeback und seinem 100. Einsatz für die Madrilenen verhalf:

„Ich weiß nicht, ob wir mit einer besseren Einstellung aufgetreten sind. Was ich weiß, ist, dass wir auch unter Benítez alles gegeben haben, das werden wir jetzt auch mit Zidane auf der Bank.“

„Der Trainer-Wechsel war gut für das Team“

So ganz konnte man den Eindruck, dass es zuletzt unter Benitez auch mannschaftsintern nicht mehr harmonisch ablief, aber nicht unter den Tisch kehren.

„Wenn die Dinge nicht gut laufen, muss man etwas verändern, das wurde getan. Ich möchte ihm für das, was er leistete, danken. Aber ich muss ehrlich sein. Man muss nur das heutige Spiel sehen. Ich denke, der Trainer-Wechsel war gut für das Team“, ließ sich Luka Modric entlocken.

Die Mannschaft setzte ein Zeichen, sicherte mit voller Hingabe Zidane praktisch ihr Vertrauen zu.

Cristiano Ronaldo ärgerte sich zwar, dass er an diesem Abend leer ausging, freute sich aber über den Erfolg der Mannschaft, Karim Benzema überzeugte mit zwei Traumtoren.

Ausgerechnet Bale traut Zidane Großes zu

Modric und Toni Kroos schalteten in der Mittelfeld-Zentrale wie in ihren besten Zeiten. Und Gareth Bale? Ausgerechnet dem Waliser, dem von spanischen Blättern nachgesagt wurde, am meisten mit dem Abgang von Benitez zu hadern, wuchs mit einem Triple-Pack über sich hinaus und wurde unter Standing Ovations ausgewechselt.

„Jeder weiß, was für ein Spieler Zidane war und ich denke, dass auch er ein guter Trainer wird. Ich bin glücklich und will es auf dem Platz genießen", war Bale selbst voller Tatendrang.

Amazing return to the Bernabeu following the New Year ⚽️⚽️⚽️ #halamadrid

Posted by Gareth Bale on Samstag, 9. Januar 2016

Klingt nach einer guten Basis für die gemeinsame Arbeit, auch wenn er zuletzt unter Benitez besonderes Vertrauen genoss. „Das sind Dinge, die im Fußball passieren. Man muss weitermachen. Es ist nicht meine Entscheidung, ich habe dazu keine Meinung.“

Zidane selbst hielt sich zurück, genoss sichtlich sein geglücktes Debüt, ohne überschwänglich zu werden. Schließlich hat er noch nichts erreicht.

Handschrift muss sich erst entwickeln

Ein schlechtes Spiel und schon werden die Kritiker betonen, dass sie schon immer wussten, dass ein Weltklasse-Fußballer nicht unbedingt ein herausragender Trainer sein muss.

Die Arbeit des Chefbetreuers hat eben erst begonnen. Seine Handschrift muss sich erst entwickeln, einen ersten Eindruck von seinen Vorstellungen konnte man aber bereits bekommen.

„Am besten war unser Umgang mit dem Ball. Wir haben gut gespielt, mit vielen Kontakten. Beim Zurückerobern des Balles können und sollten wir uns womöglich noch verbessern. Aber Schritt für Schritt. Das wird kommen.“

Davon ist Zidane überzeugt. Laut eigenen Angaben spürte er an seinem großen Tag keine übermäßige Anspannung, sondern war vollends konzentriert.

„Hier Trainer zu sein, ist etwas Bedeutendes“

Der warmherzige Empfang im ausverkauften Bernabeu tat sein Übriges dazu, dass er sich an seiner alten Wirkungsstätte sofort wieder wohl fühlte.

Zidane spürte die Unterstützung von den Rängen – für seine Person, die aktuelle Mannschaft und den ganzen Verein.

„Es ist fast zehn Jahre her, als ich hier als Spieler aufhörte. Für mich ist diese Herausforderung nun eine andere. Hier Trainer zu sein, ist etwas Bedeutendes. Ich bedanke mich bei den Fans, doch ich denke, dass sie in erster Linie wegen der Mannschaft ins Stadion gingen. Sie wurden mit einem Sieg belohnt.“

Die ersten Schritte auf dem eingeschlagenen Weg sind gesetzt. Aus Sicht von Zidane kann es ruhig so weitergehen.


Alexander Karper

 

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