Baumgartlinger: "Jeder will diese Hymne hören"

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Julian Baumgartlinger fiebert bereits seiner Aufgabe bei Bayer Leverkusen entgegen - vor allem jener in der Champions League.

"Wenn man als Kind diesen Bewerb verfolgt und sieht, dass er der vielleicht am schwierigsten zu erreichende und zu gewinnende ist, träumt jeder davon und will diese Hymne hören. Wenn man die Möglichkeit hat, dann ergreift man diese Chance", erklärt der 28-Jährige am Rande des Leverkusener Trainingslagers in Zell am See.

Julian Baumgartlinger über seine Ziele in Leverkusen:


Mit dem Tabellen-Dritten der Vorsaison und Fixstarter in der Königsklasse ist der gebürtige Salzburger auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Vereins-Karriere angelangt.

Andere Ansprüche

"Das ist natürlich ein Unterschied zu dem, wo ich vorher war", spürt auch Baumgartlinger, dass die Ansprüche bei der "Werkself" andere sind. Das große Ziel ist es, die Punkteausbeute der vergangenen beiden Jahre (61 bzw. 60 Zähler) zu verbessern und im Idealfall in Richtung Bayern und Dortmund zu schielen.

"Ich war in Mainz sehr glücklich, hatte dort eine tolle Zeit, habe mich jetzt aber bewusst für diese Herausforderung entschieden. Leverkusen ist ein Traditionsverein, der in den letzten Jahren erfolgreich und immer wieder unter den Top 4 in Deutschland war. Die Chance zu bekommen, ein Teil davon zu sein und eventuell auch ein entscheidender Teil, ist eine große Ehre. Für mich gab es wenig nachzudenken, das zu machen", verdeutlicht der Mittelfeldspieler.

Die Hoffnung auf den "entscheidenden Teil" könnte sich durchaus erfüllen. Der Konkurrenzkampf ist zwar ein riesiger, doch Trainer Roger Schmidt lobt nicht umsonst die Konstanz auf hohem Niveau, die Baumgartlinger an den Tag legt.

LAOLA1-User "Sturmfan123" reagierte im Kommentarbereich mit folgender Einschätzung auf die Lobeshymne des früheren Salzburg-Coaches: "Baumgartlinger passt wirklich perfekt zum Schmidt-System. Beide werden davon profitieren. Schmidt braucht im Mittelfeld so einen Spieler wie ihn, so wie es bei Salzburg Ilsanker war, nur auf wahrscheinlich niedrigerem Niveau."

Begeisterung für Schmidts Philosophie

Schmidts System war in der Theorie einer der Beweggründe für Baumgartlinger, sich Leverkusen anzuschließen. Gerade lernt er selbiges in der Praxis kennen und fühlt sich bestätigt:

"Es ist relativ viel von dem, was ich erwartet habe und was ich aus den vergangenen Duellen mit Leverkusen schon kannte. Es war immer sehr schwierig, gegen Leverkusen zu spielen. Dieses aggressive Vorwärtsverteidigen, das Pressing und das hohe Tempo über 90 Minuten haben mir imponiert. Es ist sehr schön, selbst ein Teil davon zu sein und mit Mitspielern zu spielen, die eine hohe Qualität auf den Platz bringen."

Schmidt bezeichnet Baumgartlinger als "einen der besten Balleroberer der deutschen Bundesliga" - eine Fähigkeit, die seiner Spielanlage definitiv entgegenkommt.

Sein neuer Schützling ist vom Training des 49-Jährigen angetan. Dieses würde "eine ganz klare Linie und Philosophie" auszeichnen. Jede einzelne Übung sei auf den speziellen Spielstil ausgerichtet.

Hoffen auf Dragovic

"Da die Mannschaft im Großen und Ganzen zusammengeblieben ist und das alles kennt, ist da schon sehr viel da. Man braucht gar nicht mehr so viel zu verinnerlichen, viele Automatismen gibt es bereits. Die brauchen jetzt nur noch in der Saison greifen", verdeutlicht Baumgartlinger.

Ob Aleksandar Dragovic wie geplant ebenfalls ein Teil dieses Systems wird, steht in den Sternen. Baumgartlinger steht in Kontakt mit dem Dynamo-Kiew-Legionär. Mit Ramazan Özcan befindet sich aber so oder so bereits ein vertrautes Gesicht aus dem ÖFB-Team an seiner Seite.

"Es ist angenehm, wenn man jemanden kennt und einen Vertrauten um sich hat. Natürlich wäre es schön, wenn auch Drago kommt, aber das steht auf einem anderen Blatt Papier. Da lasse ich mich überraschen. Ich hoffe es für ihn", meint der 48-fache Nationalspieler, der mit den ÖFB-Kollegen diverse Themen aus der verpatzten EURO direkt aufarbeiten könnte.

Zum Teil sei dies jedoch ohnehin noch in Frankreich geschehen: "Wir haben es selbst noch einmal intern besprochen, haben am Tag der Abreise noch viel untereinander geredet. Das hat es erleichtert. Ich nehme trotzdem viel Positives mit, die Erfahrung war großartig. Ich hoffe auch, dass wir viel für die neue Quali mitnehmen und lernen können, wenn wir es abhaken."

Gerüchte? "Unverständlich und nicht nachvollziehbar!"

Keine positive Erfahrung war naturgemäß die mediale Nachberichterstattung auf das EM-Aus, die mancherorts von Gerüchten von Tellerwürfen oder internen Vorfällen geprägt war - sehr zum Ärger Baumgartlingers:

"Das ist unverständlich und auch nicht nachvollziehbar! Ich habe es im Urlaub mitbekommen. Wenn Unwahrheiten verbreitet werden, kann man als Spieler nicht viel dagegen machen und sich noch weniger darüber äußern."

Möglich, dass der Mittelfeld-Motor in Zukunft ganz offiziell Statements zu Themen wie diesen abgeben muss - und zwar für den Fall, dass er zum Nachfolger von Christian Fuchs als ÖFB-Kapitän gekürt wird.

Kapitän? "Ich wäre bereit, lasse es aber auf mich zukommen"

Baumgartlinger gilt als Topfavorit für dieses Amt, vermeidet es jedoch betont, sich selbst dafür aufzudrängen: "Es ist schön zu hören, aber das ist die Entscheidung des Teamchefs, die er gewissenhaft treffen wird und von der ich mich überraschen lasse. Ich wäre bereit, lasse es aber auf mich zukommen."

Wichtiger ist tendenziell ohnehin, in der anstehehenden WM-Qualifikation sportliche Wiedergutmachung zu betreiben. "Wenn wir unser Potenzial abrufen und das zeigen, was wir in der EM-Quali gemacht haben, können wir uns auch für Russland qualifizieren. Wir haben mit Wales, Irland und Serbien jedoch tolle Teams dabei, mit Georgien und Moldawien warten schwere Auswärtspartien. Es wird eine schwierige Aufgabe, die wir aber lösen können."

Schmidt über seine beiden ÖFB-Legionäre Baumgartlinger und Özcan:


Rudi Völler und Roger Schmidt über Dragovic-Status-quo:


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