Mocinic - der neue Modric?

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben.

Die ersten Auftritte von Ivan Mocinic haben jedoch schon ansatzweise gezeigt, welches Potenzial im 23-jährigen Kroaten schlummert.

"Wir werden an diesem Spieler noch viel Freude haben", war Trainer Mike Büskens mit dem Startelf-Debüt des Neuzugangs beim 3:0 gegen Torpedo Zhodino zufrieden.

Der zentrale Mittelfeldspieler fand seine Leistung für den Start schon ganz okay, meinte aber: "Ich weiß, dass ich es noch viel besser kann."

Bewegungen und Ballkontrolle erinnern an Modric

Schon in seinen ersten 30 Pflichtspiel-Minuten gegen Ried bestach der von HNK Rijeka gekommene Profi mit außergewöhnlicher Ballkontrolle, Übersicht, dynamischem Spiel, viel Laufarbeit und defensiver Robustheit.

Die enge Ballführung, die schnelle Auffassungsgabe und das Erkennen von Situationen erinnerten doch einige an einen kroatischen Landsmann: Luka Modric. Ein gewagter, aufgrund seiner Anlagen und Wurzeln aber nicht ganz unbegründeter Vergleich. Schließlich hätte er auch in der deutschen Bundesliga landen können, Eintracht Frankfurt war nah dran.

Denn die Bewegungen erinnern sehr an den mittlerweile 30-jährigen, der seine Weltkarriere bei Dinamo Zagreb startete und schlussendlich über Tottenham bei Real Madrid landete.

Im Hinspiel gegen Torpedo kam Mocinic nur fünf Minuten zum Einsatz, gegen Altach stand er aufgrund von Leistenproblemen nicht im Kader und konnte drei Tage nicht trainieren.

"Ohne Überraschungen wäre das Leben langweilig"

Am wenigsten rechnete der bisher einmalige kroatische Teamspieler selbst mit der Startelf-Nominierung gegen die Weißrussen.

„Ich war überrascht, weil ich zwei Tage nicht trainiert habe, aber es war okay“, freute sich Mocinic über seinen ersten Einsatz von Beginn an im neuen Allianz-Stadion.



Für Büskens nichts Außergewöhnliches, da er Spieler nicht nach einem bestimmten Muster informieren will, ob sie spielen oder nicht. „Jeder wird doch manchmal überrascht. Wenn wir uns nicht mehr überraschen lassen, wird das Leben ziemlich langweilig. Von daher gibt es oftmals auch schöne Überraschungen, über die wir uns freuen. Das war sicherlich eine für ihn.“

In Vieraugen-Gesprächen fragte er immer wieder nach, ob er es sich zutrauen würde, wie er sich fühlt. „Dann ist die Entscheidung gereift, dass wir ihm die Möglichkeit geben, sich auf dem Spielfeld auszutoben.“

"Er hat einen richtig guten Job gemacht"

Eine leichte Nervosität war dem Defensiv-Akteur anfangs durchaus anzumerken, mit Fortdauer der Partie zeigte er aber genau das, was man von ihm erwartet. Und das bereits im ersten Spiel von Beginn an.

„Er brauchte auch ein paar Minuten, um sich an das Stadion, die Atmosphäre und seine Mitspieler in einem Wettkampf zu gewöhnen, aber er hat das sehr gut gemacht. Hohe Passsicherheit, sehr gut gegen den Ball gearbeitet, das taktische Gelb-Foul musste er nehmen. Ich war sehr zufrieden, er hat einen richtig guten Job gemacht.“

Wie auch Mitspieler Mario Pavelic bestätigt, ist Mocinic voll in die Mannschaft integriert und unterstreicht, wie gut er sich schon dem Spiel Rapids angepasst hat. Trotzdem ist der Neuzugang selbst noch stark daran interessiert, sich besser einzubringen.

„Ich muss noch besser Deutsch lernen, damit es für mich einfacher wird, zu kommunizieren. Aber die Kollegen sind großartig und ich fühle mich sehr gut im Team.“

Ex-Austrianer machte Mocinic auf Derby heiß

Die Freude über den Aufstieg ins Europa-League-Playoff war bei ihm groß. Schon bei seiner Präsentation kündigte er an, unbedingt in der Gruppenphase spielen zu wollen.

„Das ist noch weit weg. Wir müssen noch zwei schwierige, sehr harte Spiele überstehen, aber wir trainieren hart und wollen unbedingt in die Gruppenphase.“

Angesprochen auf sein erstes Wiener Derby gibt er seine Herangehensweise bekannt: „Ich erwarte immer, zu gewinnen.“

Der Bedeutung des Duells der beiden Stadtrivalen ist er sich bewusst. Vor allem, weil er von einem ehemaligen Mitspieler bereits gut informiert wurde, was auf dem Spiel steht.

Derbys sind für Neuzugang kein Neuland

Bei Rijeka spielte Mocinic zwischenzeitlich mit Ex-Austrianer Marin Leovac zusammen, der ihm bereits verdeutlichte, was bei Rapid gegen die Violetten abgeht.

„Ich weiß viel über das Wiener Derby, weil er mir viel darüber erzählt hat. Leovac hat auf der anderen Seite gespielt und erzählt, dass das Stadion immer voll ist. Das wird am Sonntag auch so sein. Es ist sehr wichtig für unsere Fans, dass wir da gewinnen.“

Dem Derby-Sieg ordnet er vorerst alles unter. Vor allem, weil er diese hitzigen Duelle aus Kroatien gewöhnt ist. Hajduk Split gegen Dinamo Zagreb überstrahlt alles, seiner Meinung nach waren aber auch Rijekas Aufeinandertreffen mit diesen Klubs wie echte Derbys.

Gegen die Austria wird mit jenem Spieler, der möglicherweise eine ähnliche Karriere wie Modric einschlägt, zu rechnen sein. Trotz der wenigen Tage bisher mit der Mannschaft ist er bereits ein wichtiger Puzzlestein, einer, der das Tempo, den Rhythmus vorgibt, das Spiel an sich zieht.

„Ich weiß nicht, bei wieviel Prozent ich stehe, aber es wird von Tag zu Tag besser“, schickt Mocinic voraus. Rapid kann das nur recht sein. 

Auch die Fans waren von Mocinic' Debüt positiv angetan:

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