Konsequenzen und richtige Schritte

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Rapid-Sportdirektor Andreas Müller ist ein Mann der klaren Worte.

Als ehemaliger Sportsmann war das 0:6-Debakel im Mestalla-Stadion zu viel des Guten für den Ex-Schalker.

Hilflos musste der 53-Jährige auf der Tribüne den Untergang seines Klubs gegen Valencia im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League beobachten.

Deshalb kündigte er bei LAOLA1 Konsequenzen an: „Für uns ist jetzt einfach der Punkt da, wo wir uns überlegen müssen, Lösungen für die nächsten Spiele und Wochen zu erarbeiten."

„Den richtigen Schritt in die Zukunft finden“

Schließlich war offensichtlich: Wenn Rapid die Tugenden wie gegen die Spanier vermissen lässt, werden auch die bevorstehenden Aufgaben in der Bundesliga schwer zu bewältigen sein.

„Sicherlich steckt so etwas in den Kleidern drin, aber das Wichtigste ist jetzt wirklich, den richtigen Schritt in die Zukunft zu finden. Wir haben jetzt ein sehr wichtiges Spiel in Graz und werden die Jungs schon wieder aufrichten.“

Kein einfaches Unterfangen, schließlich gab es eine Klatsche dieser Größenordnung zuletzt 1956, als sich die Grün-Weißen dem AC Milan mit 2:7 geschlagen geben mussten.

Zudem ist es für die in dieser Europacup-Saison erfolgsverwöhnten Akteure eine neue Situation, mit der es erst einmal umzugehen gilt.

„Will keinen sehen, der den Kopf hängen lässt“

„Wir müssen das verarbeiten! Es hilft nichts, das Spiel ist vorbei. Ich will auch keinen sehen, der den Kopf hängen lässt. Wir haben noch einige Aufgaben vor der Brust“, richtet Müller den Blick schon ganz in der Natur seiner Person in die Zukunft.

Rapid werden in Valencia die Grenzen aufgezeigt. Impressionen eines Albtraum-Spiels: Bild 1 von 21 | © GEPA
FC Valencia - Rapid Wien 6:0 Bild 2 von 21 | © GEPA
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Reaktion heißt die Devise, um die negativen Erlebnisse an der spanischen Küste vergessen zu machen und nicht zu lange daran zu knabbern.

„Allein unseren mitgereisten Fans gegenüber haben wir die verdammte Pflicht, gegen Sturm und im Heimspiel gegen Valencia eine andere Rapid-Mannschaft zu zeigen. Wir wollen beweisen, dass es nicht von ungefähr kam, dass wir eine gute Gruppenphase gespielt haben.“

Diese kann Rapid keiner mehr nehmen. Trotzdem wäre es in der Entwicklung der Mannschaft ein positives Zeichen gewesen, auch Valencia Paroli bieten zu können.

„Da merkt man die Unerfahrenheit“

Das war allerdings nicht annähernd der Fall.

„Wir sind dann gut, wenn wir alles beherzigen, was uns in der Gruppenphase ausgezeichnet hat. Nicht nur, dass wir nach vorne spielen und Fußball zeigen wollen. Es geht nicht nur mit diesen Mitteln. Wir müssen natürlich zusehen, dass wir auf diesem Niveau gegen eine Mannschaft, die sich in vielen Momenten in einen Rausch gespielt hat, stabil sind - in der Defensive und in den Zweikämpfen. Dafür bedarf es einer sehr guten Abstimmung in allen Mannschaftsteilen, die habe ich nicht gesehen.“

„Weit weg von absoluter Leistungsgrenze“

So wie viele andere Eigenschaften auch. Obwohl der Spielverlauf keine unwesentliche Rolle spielte, hätte laut Müller vor allem nach dem frühen 0:2-Rückstand entgegengewirkt werden müssen.

Doch es fehlte an der Führung innerhalb der Mannschaft und zudem der Umgang mit dieser noch teils unbekannten Situation.

„Da kommen Momente zusammen – da merkt man die eine oder andere Unerfahrenheit, wie man mit so einem Zustand umzugehen hat, um wieder ins Spiel zurückzufinden“, stellt Müller fest.

„Wir haben es immer wieder betont, dass wir an die absolute Leistungsgrenze gehen müssen, um eine Chance zu haben, aufzusteigen. Wir waren heute sehr weit weg von unserer absoluten Leistungsgrenze.“

Mit dem Kopf nicht bei der Sache?

Mit dem Kopf nicht bei der Sache gewesen zu sein, will Müller seinen Spielern gar nicht vorwerfen. Auch nicht jenen, die öffentlich mit einem Transfer im Sommer spekulierten.

Wie etwa Florian Kainz, der im Frühjahr nur im Derby aufzeigen konnte. Oder Stefan Stangl, auf den das selbe zutrifft. Und auch Thanos Petsos, dessen Wechsel zu Werder Bremen im Sommer feststeht, ist noch weit von seinem Herbst-Niveau entfernt.

„Wir brauchen jetzt keine anderen Dinge in diese Niederlage hineininterpretieren. Wir haben dem Gegner nicht die Stirn geboten. Es geht nicht nur mit Fußballspielen, es gehört auch eine gewisse Härte und Disziplin dazu. Auch Verantwortung für bestimmte Momente, wenn man weiß, dass es wo brennen wird. Da waren wir sehr nachlässig.“

Deswegen kann man nach dem Debakel nicht zum Alltag übergehen – dafür wird Müller sorgen. Denn nach dem Cup- und dem vorprogrammierten Europa-League-Aus bleibt nur noch die Meisterschaft – und auch in dieser darf sich Rapid keinen Ausrutscher mehr leisten.

Der richtige Schritt in die Zukunft muss somit gut gewählt sein, will man noch ein Wörtchen um den Meistertitel mitreden.


Aus Valencia berichtet Alexander Karper

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