Island nach Sieg über England im Viertelfinale

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Das isländische EM-Wunder geht weiter! Island gewinnt das Achtelfinal-Duell gegen England mit 2:1 und steht unter den besten acht Mannschaften.

Dabei geht der haushohe Favorit schnell in Führung: Rooney verwandelt einen Elfmeter nach Foul an Sterling souverän (4.). Doch nur 120 Sekunden später gelingt R. Sigurdsson der Ausgleich (6.).

Und in der 18. Minute sorgt Sigthorsson mit einem Weitschuss, bei dem Goalie Hart nicht gut aussieht, bereits für den Endstand. Im Viertelfinale wartet Frankreich.


Die Highlights der isländisches EM-Sensation gegen England:


Sechs Veränderungen in England-Startelf

Die weiteren Viertelfinal-Spiele (alle Beginn 21.00 Uhr) lauten Polen - Portugal (Donnerstag in Marseille), Wales - Belgien (Freitag in Lille) und Deutschland - Italien (Samstag in Bordeaux).

Englands Teamchef Roy Hodgson baute seine Mannschaft gegenüber dem - für den Aufstieg nicht mehr entscheidenden - Spiel gegen die Slowakei an sechs Positionen um und setzte wieder auf Raheem Sterling, obwohl der Stürmer von Manchester City bisher enttäuscht hatte. Für Jamie Vardy von Meister Leicester City war daher wieder nur Platz auf der Ersatzbank.

Die Treue schien sich auszuzahlen, Sterling ermöglichte den Engländern einen idealen Start. Islands Torhüter Hannes Thor Halldorsson brachte den linken Stürmer im Strafraum zu Fall, Kapitän Rooney verwertete den Elfmeter mit einem satten, flachen Schuss ins Eck (4.). Doch wer glauben mochte, dass damit früh auch die Richtung des Spiels vorgegeben wurde, irrte gewaltig.

Führung unter Hart-Mithilfe

Island, das mit derselben Anfangself einlief, die am Mittwoch Österreich mit einem 2:1-Sieg aus dem Bewerb geworfen hatte, zeigte keine Anzeichen von Schock und glich mit einer einstudierten Aktion nur zwei Minuten später aus. Wie schon beim Führungstreffer gegen Österreich wurden auch die Engländer bei einem weiten Einwurf am falschen Fuß erwischt: Kari Arnason verlängerte per Kopf zu seinem ebenfalls aufgerückten Innenverteidiger-Kollegen Ragnar Sigurdsson, der zum Ausgleich einschoss (6.).

Nun war offenbar der hohe Favorit geschockt, außer Weitschüssen fiel England nichts ein. Und mit der zweiten Chance schlug der EM-Debütant ein zweites Mal zu. Die Isländer kombinierten sich durch die gegnerische Verteidigung, Sigthorsson schloss die Aktion mit dem Tor zum 2:1 ab (18.), wobei Torhüter Joe Hart keine gute Figur machte.

Am Bild änderte sich danach nichts, auch nicht nach der Pause. Die Auswahl von Island, dem nach Einwohnern (330.000) kleinsten Land, das je bei einer EM-Endrunde dabei war, verteidigte den Vorsprung geschickt. England machte zwar das Spiel, war aber meist 30 Meter vor dem Tor mit dem Latein am Ende.

Einen echten Druck auf das Tor konnten Rooney und Co. nicht entwickeln, hochkarätige Chancen waren Mangelware. Harry Kane mit einem Volley (28.) und Dele Alli (60.) vergaben die besseren Möglichkeiten, um eine der größten Blamagen in der Geschichte des englischen Nationalteams abzuwenden.

Der Gastgeber wartet

Doch auch Island hatte die Chancen auf ein beruhigenderes zweites Tor. Einen Fallrückzieher von Sigurdsson entschärfte aber Hart (55.), Birkir Mar Saevarsson verfehlte sein Ziel (73.), Gunnarsson scheiterte an Hart (84.). Es reichte dennoch zur nächsten Sensation für die Mannschaft der beiden gleichberechtigten Teamchefs Lars Lagerbäck und Heimir Hallgrimsson, die in der Qualifikation die Niederlande zweimal besiegt und bei der EM schon gegen Portugal (1:1) und Österreich (2:1) überrascht hatte.

Während sich Island nun auf das nächste Highlight mit dem Viertelfinal-Duell gegen Gastgeber Frankreich freuen darf, prolongierte die Auswahl von Roy Hodgson eine ernüchternde "Auswärtsbilanz": England hat bei einer EM-Endrunde außerhalb der Insel noch nie ein K.o.-Spiel gewonnen.

Lediglich bei der Heim-EM 1996 erreichten die "Three Lions" das Halbfinale. Dabei hatte sich England mit zehn Siegen in zehn Spiele in der Qualifikation makellos für die EURO 2016 qualifiziert. Nun allerdings folgt dem politischen auch der sportliche Katzenjammer.

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