Vastic: Achtelfinale "ein realistisches Ziel"

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Österreichs bis dato einziger EM-Torschütze Ivica Vastic glaubt an den Achtelfinal-Einzug des ÖFB-Teams in Frankreich. 

"Ein realistisches Ziel ist das Überstehen der Gruppenphase. Danach hängt viel von der Auslosung ab. Mit etwas Glück, und das braucht man immer, ist aber viel möglich. Die Mannschaft ist in einem guten Alter, jeder kennt seine Rolle", sagt der Mattersburg-Trainer.

Dass er seinen Sonderstatus als einziger heimischer EM-Torschütze bald los sein könnte sei "überhaupt kein Problem".

Einen Tipp, wer sich neben ihm in die Liste rot-weiß-roter EM-Torschützen eintragen könnte, wollte der Trainer des SV Mattersburg nicht abgeben. "Schön wäre es, wenn alle in der Lage sind, Tore zu schießen", sagt Vastic. "Das tut einer Mannschaft immer gut."

"Nicht verrückt machen lassen"

Mit der Turniererfahrung von zwei Großereignissen - der gebürtige Kroate vertrat Österreich als Spieler bei der WM 1998 in Frankreich und bei der EM 2008 - weiß Vastic auch, worauf es ankommt, damit eine Mannschaft bei einem Turnier ihre beste Leistung abrufen kann. "Das ist eine sehr komplexe Frage, da gibt es viele Faktoren zu beachten. Die Spieler haben eine lange Saison hinter sich mit vielen Strapazen", erinnert der 46-Jährige.

Zudem mache dem einen oder anderen die lange Trennung von der Familie etwas aus. "Da ist jeder Einzelne gefordert, Charakter zu zeigen", sagte Vastic. Wichtig sei auch eine klare Hierarchie in der Mannschaft, aber diese habe "sich in der Qualifikation bereits entwickelt".

Die Erwartungshaltung in der Heimat spielt laut Österreichs bisher einzigem EM-Torschützen eine eher untergeordnete Rolle. "Klar, wenn du gewinnst und eine Euphorie entsteht, willst du die mitnehmen. Das motiviert schon zusätzlich, aber du darfst dich nicht davon verrückt machen lassen."

Vastics Favoriten auf den Titel

Zu den ganz großen Favoriten auf den EM-Titel zählt Vastic Gastgeber Frankreich. "Der Heimvorteil ist sicher ein Vorteil. Aber auch Spanien hat gute Chancen auf den Hattrick." Auch für Belgien sei der Coup realistisch. "Sie sind vielleicht keine klassische Großmacht, aber sie haben eine exzellente Truppe."

Als "absolut überflüssig" qualifizierte Vastic die Diskussion, die Teile der deutschen Politik zuletzt um Spieler mit Migrationshintergrund losgetreten hatten. "Die haben alle schon in der Qualifikation gezeigt, dass sie Teil des Teams sind und alles geben." Er selbst habe derartige Ressentiments nie am eigenen Leib gespürt. Vastic: "Es war mir immer ein Ehre für Österreich zu spielen. Ich habe am Platz immer mein Bestes gegeben. Das ist es, was zählt."



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