Keane: "Sind nicht hier, um Freunde zu finden"

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Um die Aufstiegschancen in Gruppe E zu wahren, muss Irland eine lange Negativserie brechen: Seit 28 Jahren konnte kein EM-Spiel gewonnen werden.

"Du musst Eier haben, es ist ein Männersport", probiert sich Co-Trainer Roy Keane als Einpeitscher.

Man könne auch mal einen Spieler so foulen, dass er vom Platz müsse: "Es ist kein Verbrechen. Du könntest eine Gelbe Karte bekommen oder eine Rote, aber vielleicht gewinnt dein Team. Du musst Opfer bringen. Wir sind nicht hier, um Freunde zu finden".

Bei Sieg sind alle Chancen intakt

Die noch sieglosen Iren brauchen nach dem Remis gegen Schweden und dem 0:3 gegen Belgien unbedingt einen Erfolg. Mit einem Dreier und Schützenhilfe könnte der Aufstieg gelingen - ob als Zweiter oder Dritter, hängt vom Ausgang der Parallelpartie Schweden gegen Belgien ab. Bei jedem Belgien-Sieg ist nur Platz drei möglich, wenn Schweden Belgien 1:0 besiegt und Irland selbst 3:0 gewinnt, winkt Rang zwei.

"Ich habe von Beginn an gesagt, dass wir ein Spiel gewinnen müssen, um weiterkommen zu können. Und das ist immer noch der Fall", sagt Nationaltrainer Martin O'Neill. "Jetzt haben wir ein großes Spiel gegen Italien vor uns, auf das wir uns freuen können. Wir müssen unsere Enttäuschung beiseiteschieben", fordert der 64-Jährige.



Zuletzt gewannen die Iren 1988 in Deutschland 1:0 gegen England, es war zugleich das erste EURO-Match. Bei der Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine gingen hingegen alle drei Gruppenspiele verloren. Auch gegen Italien setzte es in Posen eine 0:2-Niederlage.

Von 13 Partien gegen die dreifachen Weltmeister gewannen die Iren nur zwei, darunter fällt das denkwürdige 1:0 am 18. Juni 1994 beim WM-Gruppenmatch in New York.

Große Umstellungen bei Italien?

Für die Italiener ist die Partie sportlich quasi bedeutungslos. Das Team von Trainer Antonio Conte steht als Sieger der Gruppe E schon sicher im Achtelfinale. Es wird daher eine umfangreiche Rotation zu einer B-Elf und möglicherweise sogar ein anderes System erwartet.

Schon bei der Torhüter-Position beginnt das Rätselraten: Kapitän Gianluigi Buffon kämpft mit Fieberschüben und wird von Trainer Antonio Conte wohl geschont werden, als Ersatz steht Salvatore Sirigu von Paris Saint-Germain parat.



Auch für weitere Reservisten könnte die große Stunde schlagen. Leute wie Ciro Immobile, Stephan El Shaarawy, Lorenzo Insigne oder Federico Bernardeschi kamen bisher nur sporadisch oder überhaupt nicht zum Zug.

"Ich werde Spielern die Gelegenheit geben, die es sich im Training verdient haben", sagt Conte. Laut italienischen Medien soll der die Startelf im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Schweden auf neun oder zehn Positionen verändern.

"Natürlich hoffe ich, gegen Irland von Beginn an zu spielen", sagt Stürmer Simone Zaza, der beim 1:0 gegen Schweden spät eingewechselt worden war und den Siegtreffer vorbereitet hatte.

Sämtliche Akteure betonen allerdings den starken Zusammenhalt in der Gruppe. Es sei egal, wer spielt und wer auf der Bank Platz nimmt, so der Tenor. "Jeder ist wichtig. Wir sind 23 Spieler und arbeiten für ein Ziel", betont Immobile.


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