Der LAOLA1-Stammtisch zur 19. Runde

Aufmacherbild

Dass offenbar niemand Meister werden will, wissen wir schon.

Aber hat sich eigentlich jemand den Abstieg verdient?

Der "Zwergenaufstand" in der Bundesliga ist schon bemerkenswert. Während den "Großvereinen" im Herbst-Finish spürbar die Luft ausgeht, sammelten die Klubs im Tabellenkeller zuletzt eifrig Punkte.

Um diese Lehre kommt natürlich auch der LAOLA1-Stammtisch nicht herum. Garniert und aufgelockert wird dieser Erkenntnisgewinn natürlich wie gehabt durch einige bewährte Rubriken.

Nehmt Platz und macht es euch gemütlich!

  • SALZBURGS ANSPRÜCHE SIND GESUNKEN: Es wird zwar immer von hohen Ansprüchen gesprochen, doch nach dem 0:0 in Mattersburg hatte man das Gefühl, der Meister reist halbwegs zufrieden aus dem Burgenland ab. Ja, man hat zu Null gespielt. Ja, man ist in der Tabelle oben dabei. Das reicht dem Titelverteidiger offenbar schon. Dass man in den vergangenen sechs Partien nur einmal gewonnen hat und nie über 90 Minuten überzeugte, macht nur bedingt nachdenklich. Wie Mattersburg, das zu Hause etwa Grödig und der Admira unterlag, rettet man sich in die Winterpause. Unter Neo-Trainer Thomas Letsch wurde aber immerhin etwas Neues probiert: Ein 4-3-3 mit Hee-Chan Hwang (KOR) und Takumi Minamino (JPN) als asiatisches Flügelgespann. Für den Sieg hat es nicht gereicht, aber damit kann der Meister neuerdings leben.

  • MATTERSBURGS ALOIS HÖLLER JOBBT ALS LEHRER: Aus der Kategorie "Damit haben wir nicht gerechnet" heute: Alois Höller reicht das Leben als Bundeslicker-Kicker nicht aus, er ist auch noch Lehrer. "Ich habe die Ausbildung begonnen, ehe ich Profi geworden bin. Ich habe sie dann fertiggemacht und jetzt habe ich gefragt, ob das nebenbei geht, sozusagen als Ablenkung", erzählt der 26-Jährige. "Der Direktor vom Gymnasium hat mir drei Turnstunden gegeben, viel mehr will und kann ich auch nicht. Aber das passt mir gut rein", so Höller, der auch Mathematik lehren könnte, weiter. Mittwoch geht es wieder ab in die Schule. Nach dem 0:0 gegen Salzburg mit einem guten Gefühl. "Jetzt traue ich mich wieder eher in die Schule als nach einem 1:6 gegen Rapid", grinst der Fußball-Lehrer. Mattersburg ist eben anders.

  • FINK HAT SICH VERPOKERT: Mangels Doppelbelastung hat Austria-Trainer Thorsten Fink in dieser Saison weitestgehend auf das Rotationsprinzip verzichtet, es hat sich eine relativ klare Stammelf herauskristallisiert. Aber englische Wochen sorgen bei Coaches bisweilen für Änderungen des personellen Konzepts. Das hätte der Deutsche für das Gastspiel bei Schlusslicht Wolfsberg mal lieber bleiben lassen sollen. Denn diese Performance war eines Herbstmeisters schlicht und ergreifend unwürdig. Gleich vier Änderungen hat Fink im Vergleich zum Sieg gegen Sturm vorgenommen: Mit Alexander Grünwald, Roi Kehat, Philipp Zulechner und vor allem Lary Kayode fehlten vier Fixstarter, davon lediglich Grünwald erzwungenermaßen verletzungsbedingt. Mit ihren Ersatzleuten Ognjen Vukojevic, Tarkas Serbest, Marco Meilinger und Kevin Friesenbichler fehlte die gewohnte Kompaktheit. Vor allem die offensive Darbietung war schlichtweg peinlich, auch wenn die offizielle Statistik "immerhin" fünf Torschüsse verzeichnete (kurioserweise durch Serbest, Meilinger und Friesenbichler ausschließlich durch "frische Kräfte"). Wobei einem Solo-Spitze Friesenbichler fast schon Leid tun konnte. Sortiert man die Kicker der Austria in unseren Spielerstatistiken nach Ballkontakten, sieht man, wie sehr der 21-Jährige mit lediglich 21 Ballkontakten an vorderster Front "verhungerte"...

  • SILVIO SOLLTE SICH AUSWÄRTSFAHRTEN SPAREN: Nein, als Goalgetter von Dienst wird Silvio wohl nicht mehr in die österreichische Fußball-Geschichte eingehen. Für eine Offensivkraft trifft der Brasilianer eigentlich erstaunlich selten. Dafür weiß er, wo der Jubel am besten ankommt. Denn keiner verkörpert den Wolfsberger Auswärtskomplex besser als der 30-Jährige. Tore in der Fremde? Nö, is nicht. Zu Hause ist es indessen doch am schönsten. Alle seine elf Bundesliga-Tore erzielte Silvio vor heimischem Publikum. So auch gegen die Austria, als er den Abstiegskandidaten gegen Herbstmeister Austria auf die Siegerstraße brachte.

Datum

Gegner Tore
29. März 2014 Wiener Neustadt (h) 3
26. Juli 2014 Austria Wien (h) 1
21. März 2015 RB Salzburg (h) 1
25. April 2015 SV Grödig (h) 1
2. Mai 2015 SCR Altach (h) 1
15. August 2015 SV Grödig (h) 1
28. November 2015 Admira (h) 2
5. Dezember 2015 Austria (h) 1

BILD DES SPIELTAGS:

DER WAC WAR FÜR DIE AUSTRIA ZUM FÜRCHTEN

 

  • PROSENIK IST NOCH IMMER RAPIDS ERSTE WAHL IM STURM: Vereinzelte Pfiffe begleiteten Philipp Prosenik bei dessen Auswechslungen gegen Altach und zuletzt gegen Ried vom Platz. Verständlich? In gewisser Art und Weise ja. Nicht jedoch, wenn man genauer hinsieht. Denn das Problem ist allgemein die derzeitige Stürmer-Situation der Hütteldorfer. Der 22-jährige Wiener kommt noch am öftesten zum Zug und dadurch unfreiwillig zum Handkuss öffentlicher Kritik. Aufgrund des noch immer in der Integrationsphase befindlichen Neuzugangs Matej Jelic, den schwankenden (Trainings-)Leistungen Deni Alars und des bisher meist verletzten Tomi Correas ist Prosenik im System von Zoran Barisic noch immer die Nummer eins. Da er weite Wege geht, viel für die Mannschaft arbeitet, ein positiver Charakter ist, sich immer voll reinhaut und mit ihm, anders als mit anderen Angreifern, das Pressing forciert wird - auch wenn er dabei manchmal unglücklich aussieht. Das bestätigte Barisic immer wieder und lobte die Leistungen des Sturmtanks. Dass er dadurch oftmals zur richtigen Zeit am richtigen Ort als Knipser fehlt, wird in Kauf genommen, da die Mittelfeldspieler genügend Torgefahr ausstrahlen. Dass Prosenik gegen Ried der zweitbeste Zweikämpfer (64 Prozent gewonnen, 16:9) war und für einen Stürmer beachtliche 47 Ballkontakte hatte, wird viele überraschen. Dass bei ihm Luft nach oben ist, ist aber ebenso unbestritten, wie die derzeit schwache Konkurrenz im Angriff.

          Hier seht ihr Proseniks Heatmap gegen Ried:

 

Gratulation an meine Kollegen zum gestrigen Sieg! Leider ist ein Mitspieler, der alle Rapid-Tugenden (Einsatz,...

Posted by Steffen Hofmann on Sonntag, 6. Dezember 2015

  • STURMS FANS SIND SAUER: Die Stellenanzeige für einen neuen Sportdirektor am Matchtag in der "Kleinen Zeitung" war eine der originelleren Aktionen dieser Bundesliga-Saison. Zum Schmunzeln und zum Nachdenken gleichzeitig. Dass Sturms Fans mit ihrer Kritik keinen Comedy-Preis gewinnen wollen, bewiesen sie dann am Abend beim Spiel gegen die Admira. Großflächig präsentierten sie ihre Forderungen an die Vereinsführung und provozierten eine Reaktion von Präsident Christian Jauk. Keine Frage: Neben diesem sportlich wankelmütigen Herbst sorgt auch die Unzufriedenheit mit dem Geschehen abseits des Platzes für Unruhe in der steirischen Landeshauptstadt. Und man darf vermuten, dass der Last-Minute-Ausgleich der Südstädter die Laune nicht gerade angehoben hat...

  • HADZIC UND KLEM SIND NICHT CLEVER GENUG: Manöverkritik an Spielern übt Sturms Trainer Franco Foda intern natürlich gerne, aber öffentlich hält er sich diesbezüglich bisweilen zurück. Wie sich mit Anel Hadzic und Christian Klem "zwei erfahrene Spieler" in Minute 96 vor dem Ausgleich der Admira anstellten, verärgerte den Deutschen jedoch zurecht. Wenn man schon an der Eckfahne Zeit schinden möchte, dann sollte man auch in der Lage sein, den Ball zu behaupten. Sollte. Das Duo schaffte es nicht, der Rest ist durch den Treffer von Peter Zulj Geschichte. Wenig clever. Aber diesbezüglich dürfen sich auch die beiden Gelb-Rot-Sünder Michael Madl und Marvin Potzmann einen Eintrag ins Stammbuch schreiben.

  • AUF STURM GEGEN GRÖDIG HABEN EINIGE SPIELER KEINE LUST: Es ist ja eigentlich ein Klassiker. Sich schnell noch eine Gelbsperre für die letzte Herbstrunde abholen, um nicht Gefahr zu laufen, in der ersten Frühjahrs-Runde "stehen" zu müssen. In der Winterpause werden die kaderinternen Karten schließlich gerne neu gemischt. In dieser Saison hielten sich die Bundesliga-Spieler diesbezüglich auffällig zurück. Die Partie Sturm Graz gegen SV Grödig muss am kommenden Wochenende jedoch gleich ohne eine Handvoll Akteure auskommen. Mit Martin Rasner, Robert Strobl und Sandro Djuric werden gleich drei Grödiger dieses Match gelbgesperrt verpassen - Rasner wird damit erstmals in dieser Spielzeit nicht in der Startformation stehen. Mit Michael Madl und dem Ex-Grödiger Marvin Potzmann fehlen zusätzlich zwei Sturm-Kicker aufgrund ihrer Gelb-Roten Karten. Dabei ist es kein unwichtiges Spiel. Mit einem Sieg kann Grödig in der Tabelle an Sturm vorbeiziehen...

  • DER ABSTIEGSKAMPF BEFLÜGELT RIED, WAC UND ALTACH: Nicht umsonst stellten wir uns zuletzt die Frage: Will denn keiner Meister werden? Ähnlich sieht es im Tabellenkeller aus. Wobei die Frage hier lauten müsste: Hat sich eigentlich jemand den Abstieg verdient? Denn gerade die letzten Drei haben in den vergangenen Spielen Ausrufezeichen gesetzt. Schlusslicht Ried gewann drei Spiele in Folge inklusive 4:2-Erfolg gegen die Austria. Auch wenn die Serie gegen Rapid endete, bot man dem Titelanwärter lange Zeit Paroli. Eindrucksvoll und spielerisch verbessert präsentierte sich auch der WAC seit dem Engagement von Heimo Pfeifenberger. 4:0-Kantersieg gegen Admira, 1:1 gegen Salzburg und 2:0 gegen die Austria - was für ein Statement! Und Altach? Die Vorarlberger waren zuletzt nicht vom Glück verfolgt, tankten aber mit dem 3:0 in Grödig neues Selbstvertrauen und zeigten damit eine Reaktion auf die wieder erstarkte Konkurrenz. Vor dem letzten Spieltag der Herbstsaison liegen allesamt innerhalb von drei Punkten, WAC und Ried sogar punktegleich an letzter und vorletzter Stelle. Wer weiß, wohin der Höhenflug des einen oder anderen Nachzüglers in dieser Spielzeit noch führt.

ZUSCHAUER-TENDENZ

Runde Top Flop Gesamt Schnitt
1. 15.100 (Rapid-Ried) 1.079 (Grödig-Altach) 36.826 7.365
2. 17.357 (Salzburg-Rapid) 2.940 (Admira-Mattersburg) 40.244 8.049
3. 13.300 (Rapid-WAC) 1.667 (Grödig-Austria) 27.490 5.498
4. 12.500 (Austria-Rapid) 1.212 (Grödig-Admira) 28.896 5.779
5. 14.876 (Sturm-Rapid) 2.402 (Admira-Ried) 35.089 7.018
6. 16.800 (Rapid-Grödig) 4.217 (Altach-Admira) 39.661 7.932
7. 14.300 (Rapid-Mattersburg) 1.454 (Grödig-Ried) 35.608 7.122
8. 8.347 (Salzburg-Grödig) 2.233 (Admira-WAC) 32.790 6.558
9. 15.500 (Rapid-Admira) 1.142 (Grödig-Mattersburg) 32.857 6.571
10. 6.410 (Austria-WAC) 3.345 (Admira-Sturm) 23.764 4.753
11. 23.200 (Rapid-Salzburg) 1.721 (Grödig-Sturm) 36.623 7.325
12. 7.715 (Salzburg-Admira) 3.079 (Ried-Mattersburg) 28.921 5.784
13. 32.200 (Rapid-Austria) 2.109 (Admira-Grödig) 58.479 11.696
14. 14.700 (Rapid-Sturm) 1.226 (Grödig-WAC) 32.288 6.458
15. 11.822 (Austria-Salzburg) 1.815 (Admira-Altach) 27.949 5.590
16. 9.623 (Salzburg-Sturm) 2510 (Ried-Grödig) 32.515 6.503
17. 16.400 (Rapid-Altach) 2.036 (Grödig-Salzburg) 33.460 6.692
18. 6.244 (Austria-Sturm) 2.700 (Mattersburg-Grödig 22.065 4.413
19. 12.700 (Rapid-Ried) 1.020 (Grödig-Altach) 27.549 5.509
GESAMT: 633.074 6.664

  • KAUM JEMAND WILL GRÖDIG GEGEN ALTACH SEHEN: Seit der 1. Runde hielt er - der Rekord, den niemand innehaben will. Jenen des Spiels mit dem geringsten Zuschauerzuspruch. 1.079 Zuschauer verirrten sich zum Saison-Auftakt zu Grödig gegen Altach. Grödig gegen Altach? Da war doch was! Ja genau, mit dem Start der zweiten Saison-Hälfte erlebte auch dieser Leckerbissen seine Neuauflage. Und siehe da, diesmal kamen noch weniger! 59 Zuschauer weniger, um ganz genau zu sein. Neuer Saison-Minusrekord. Die gute Nachricht: Ein drittes Mal gibt es dieses Duell in dieser Saison im DAS.GOLDBERG-Stadion nicht mehr. Für alle, die lieber zu Hause geblieben sind, hier das Video einer eigentlich recht unterhaltsamen Partie - zumindest aus Vorarlberger Sicht:

 DER BLICK INS ARCHIV:

Das nennt man dann wohl Befreiungsschlag! Ja, auch für die Admira, der Peter Zulj mit seinem Gewaltschuss in Minute 96 doch noch einen Punkt gegen Sturm Graz rettete. Aber vor allem für ihn selbst. Denn so richtig hatte sich der Wechsel vom Wolfsberger AC in die Südstadt für den 22-Jährigen zuvor noch nicht bezahlt gemacht. Schwer seien sie gewesen, die letzten Wochen, angesichts seines Reservistendaseins. Vielleicht bringt ihm dieser Treffer ja einen neuen Schub. Unser Vergleichsfoto zeigt den gebürtigen Oberösterreicher im Alter von 13 Jahren in der Jugend von Red Bull Salzburg. Inzwischen ist Zulj definitiv erwachsen geworden.

BILDERRÄTSEL:

Die Auflösung aus der 18. Runde: Lukas Denner und Philipp Huspek duellierten sich im Nebel. Am schnellsten erkannt hat dieser User "Trainerausbilder".

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