Kreissl spricht über die Sturm-Gerüchte

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Wann ihm zum letzten Mal langweilig gewesen sei? „Das liegt schon Jahre zurück“, lacht Günter Kreissl.

Als neuer Geschäftsführer Sport des SK Sturm hat der 42-Jährige jede Menge zu tun. „Vom Arbeitsaufwand ist es vergleichbar mit dem vorigen Sommer, als ich bei Wiener Neustadt nach dem Abstieg nur zwei Spieler unter Vertrag hatte“, sagt er.

Diesmal sucht er nicht so viele Kicker – ein Innenverteidiger, einer für das zentrale Mittelfeld und ein Außenspieler sollen aber auf jeden Fall kommen.

„Der Spielermarkt, auf den ich schauen kann, ist ein anderer als in Wiener Neustadt – das ist erfreulich, geht aber gleichzeitig mit sehr viel Video-Studium einher“, so Kreissl, der die Kader-Zusammenstellung mit einem „Puzzle-Spiel“ vergleicht.

Und als ob das nicht schon genug Arbeit wäre, sind da auch noch die Gerüchte über einen möglichen Abgang von Trainer Franco Foda, die einfach nicht verstummen wollen.

Bei LAOLA1 spricht Sturms Geschäftsführer Sport über diverse Personalien:

Franco Foda

Vor allem 1860 München mit Ex-Sturm-Sportdirektor Oliver Kreuzer wird regelmäßig als Interessent für den Trainer genannt. Kreissl sagt: „Es gibt gar nichts Offizielles, ich kenne es nur aus den Medien. Ich bin täglich mit Foda in Kontakt, wir führen stundenlange Gespräche, er ist mit voller Motivation dabei.“ Und was sagt der Deutsche, wenn bei diesen Gesprächen ein möglicher Abgang thematisiert wird? „Es ist nichts gekommen, was diese Gerüchte unterstützt. Aber natürlich kann er nicht ausschließen, dass das irgendwann ein Thema wird“, berichtet Kreissl. Nachsatz: „Egal, wen es betrifft – wenn der Preis hoch genug ist, kann man adäquaten Ersatz besorgen.“

Anastasios Avlonitis

Der griechische Innenverteidiger war im Frühjahr von Olympiakos Piräus ausgeliehen und hat überzeugt. Angeblich ist der SK Sturm mit dem ersten Kaufangebot abgeblitzt. Bei Kreissl schwindet die Hoffnung, dass der 26-Jährige bleibt: „Ich habe mich in den letzten Wochen sehr um ihn bemüht. Er konnte sich bis jetzt nicht zu einem Ja durchringen. Es wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher – nicht nur, dass er zusagt, sondern auch, dass ich die Freude habe, auf ihn zu warten. Ich will Spieler, die sich klar zu unserem Weg bekennen, und keine, bei denen ich das Gefühl habe, dass Sturm eine Notlösung ist.“

Matthias Maak

Der 24-Jährige ist nach dem Rückzug des SV Grödig ablösefrei. Fakt ist, dass er beim SK Sturm nicht als Ersatz für Avlonitis geplant ist. Das Anforderungsprofil erfüllt er nämlich nicht: „Wir suchen nach einem Innenverteidiger, der internationale Erfahrungen mitbringt. Am österreichischen Markt laufen nicht viele solcher Spieler herum.“ Das klingt ganz nach einem neuen Legionär. Maak sei „ein guter, interessanter Spieler, mit dem ich aber keine Verhandlungen geführt habe“, versichert Kreissl. Grundsätzlich scheint Maak eher ins Ausland zu tendieren – Energie Cottbus und Dynamo Dresden wurden zuletzt als Interessenten genannt, auch Skandinavien dürfte ein Thema sein.

Wilson Kamavuaka

Der Vertrag des gebürtigen Deutschen ist ausgelaufen. Der 26-Jährige hat schon kundgetan, dass er gerne in Graz bleiben würde. Doch das ist eher unwahrscheinlich. „Sturm Graz hatte in der letzten Saison zu viele Ausländer im Kader. Das Ziel ist, im besten Fall sechs oder sieben Ausländer zu haben“, sagt Kreissl. Ganz schließen will er die Tür aber noch nicht: „Wir wissen, was wir an ihm haben, er kann zwei Positionen bekleiden und ist interessant. Es kann sein, dass wir ihn weiterverpflichten, wenn wir am Ende des Tages draufkommen, dass das die beste Lösung ist.“

Thorsten Schick

Der 26-Jährige wird die Steirer nach zwei Jahren verlassen. Kreissl: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir noch einmal zueinander finden. Wir haben ihm ein sehr gutes Angebot gemacht. Ich bin nicht bereit, einen Millimeter nachzugeben.“ Seit über zehn Tagen haben die beiden Parteien nicht mehr miteinander gesprochen. Und: „Ich will nicht, dass irgendwer den Markt testet, draufkommt, dass er woanders auch nicht mehr verdient, und dann doch wieder zu uns kommt.“ Deswegen wird auf dieser Position ein neuer Mann gesucht. Zuletzt wurde der ehemalige Grödiger Reagy Ofosu genannt, was aufgrund der schon erwähnten Ausländer-Problematik aber unwahrscheinlich scheint.

Marc Andre Schmerböck

Der 22-Jährige ist nach seinem Leihjahr beim Wolfsberger AC, wo er im Frühjahr mit vier Toren auf sich aufmerksam gemacht hat, zurück. Und das bleibt auch so. „Ja, wir planen mit ihm“, bestätigt Kreissl. Er selbst habe den Offensiv-Allrounder früher schon öfter nach Wiener Neustadt holen wollen, ist also ein Fan. Eine neue Aufgabe muss indes David Schloffer, der zuletzt nach Deutschland an Elversberg verliehen war, suchen.

Martin Rasner

Der 21-Jährige hat in der vergangenen Saison bei Grödig überzeugt und käme im zentralen Mittelfeld in Frage. „Auf dieser Position gibt es sicher ein Dutzend Spieler, mit denen wir uns beschäftigen – teils Österreicher, teils Ausländer. Er hat durchaus die Berechtigung, in diesem Pool dabei zu sein“, sagt Kreissl.

Francesco Lovric

Der ehemalige U20-Teamkapitän hat den VfB Stuttgart nach drei Jahren verlassen und sucht einen neuen Klub. Eine Rückkehr nach Österreich ist wahrscheinlich, doch auch die dritte deutsche Liga, unter anderem Großaspach ist eine Option. Den Grazern wurde der 20-Jährige, der im defensiven Mittelfeld spielt, angeboten. „Ich kenne ihn noch aus seiner Zeit im Austria-Nachwuchs. Er kann ein interessanter, junger Spieler sein“, so Kreissl, der sich mit diesem Thema derzeit aber nicht näher beschäftigt.

Maximilian Entrup

Drei Tore und zwei Assists konnte der 18-Jährige in 18 Spielen für den in der Ersten Liga zumeist unterlegenen FAC verbuchen – durchaus beachtlich. „Ich halte ihn für einen talentierten Spieler“, sagt Kreissl. Mit einer Verpflichtung in diesem Sommer wird es aber wohl nichts: „Ich habe mit Deni Alar, Bright Edomwonyi und Roman Kienast einen hochkarätig besetzten Sturm. Es würde wenig Sinn machen, da einen Maximilian Entrup dazu zu nehmen.“

Markus Schopp

Der Vertrag des Amateure-Trainers ist in diesem Sommer ausgelaufen. Es sieht mit einer Vertragsverlängerung aber gut aus. „Ich bin in laufenden Gesprächen mit ihm. Wir haben ein gutes Verhältnis. Ich möchte ihn weiter im Verein halten, in den nächsten Tagen werden Gespräche folgen, wo wir uns ansehen, ob das machbar ist“, berichtet Kreissl.

Harald Prantl




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