Goldbrich: "Wir haben zwei, drei Kandidaten"

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Der Fußball ist eben schnelllebig.

Am Sonntag gab es noch „diverse Interessenten“ für Sturm-Kapitän Michael Madl, der „von nichts Konkretem“ sprach. Am Montag verließ er das Trainingslager in Belek und stieg in den Flieger.

Via Graz reist der Innenverteidiger am Dienstag nach London zum FC Fulham, dem aktuell 19. in der Championship. Die medizinischen Tests sollten für den Steirer kein Problem darstellen.

„Mein Ziel ist das Ausland“, so der 27-Jährige, dessen letztes Sturm-Tor ein wunderbarer Freistoß gegen die Young Boys Bern war (siehe zweites Video), noch am Sonntag. Nun erfüllt sich sein Traum.

Einmal mehr mit Ansage.

„Fulham war schon vergangenen Sommer das erste Mal aktiv. Es gab immer wieder Kontakt, sie haben ihn immer wieder beobachtet und ihm nun offensichtlich ein tolles Angebot gemacht“, sagt General Manager Gerhard Goldbrich am Montag im Gespräch mit LAOLA1 in Belek.

Madl hat die Verantwortlichen um Freigabe gebeten, Sturm hat mit den Engländern ein passendes Gesamtpaket geschnürt. „Wir waren auch wegen anderen Dingen mit ihnen schon länger in Kontakt. Für uns geht das so in Ordnung“, zeigt sich Goldbrich wirtschaftlich zufrieden.

Madl hätte in Graz noch Vertrag bis 2017. Geld für Neuverpflichtungen dürfte nun also da sein.

Am Dienstag soll alles unter Dach und Fach gebracht werden, da gibt es die finalen Gespräche und mit den Unterschriften dann auch die schmerzhafte Trennung vom Team-Leader.

Schößwendter und Maak als mögliche Nachfolger

„Ich bin natürlich nicht glücklich, wenn uns unser Kapitän verlässt. Aber es war seit jeher sein Wunsch, auf die Insel zu gehen. Jetzt passt es. So traurig es für uns ist und so sehr er uns fehlen wird, man muss damit leben. Wir haben uns darauf vorbereitet, weil wir wussten, dass er gehen könnte.“

Goldbrich nennt freilich keine Namen, dafür Zahlen: „Wir werden uns für zwei, drei Kandidaten, die wir uns sehr genau angeschaut haben, entscheiden.“

Admira-Kapitän Christoph Schößwendter und Grödig-Verteidiger Matthias Maak dürften zwei der drei Kandidaten sein. LAOLA1-Informationen zufolge hat sich Sturm in beiden Fällen schon früher um die (Vertrags-)Situation des jeweiligen Spielers erkundigt.

Foda will auch einen Mittelfeldspieler

Aber nicht nur ein Innenverteidiger wird kommen. Trainer Franco Foda will auch einen defensiven Mittelfeldspieler, nachdem sich Simon Piesinger verletzte und Anel Hadzic in die Türkei ging.

„Jetzt ist es einfach noch einmal wichtig, dass wir auf dem Transfermarkt aktiv werden, vor allem im Mittelfeld sind wir unterbesetzt“, sagte der 49-Jährige am Sonntag im LAOLA1-Interview.

Goldbrich sieht es ähnlich: „Ich habe immer gesagt, dass ich den Franco ganz klar verstehe. Ich sehe es auch so, dass es uns gut täte, wenn noch jemand kommt. Auch da gibt es zwei, drei Kandidaten, mit denen wir weit sind. Aber wir werden sicher nicht einfach nur den Kader füllen.“

Hierländer gibt sich zurückhaltend

Einer der Kandidaten für das Mittelfeld ist Stefan Hierländer, den LAOLA1 am Montag im Leipziger Team-Hotel traf.

Der präferiert Deutschland, lobt zwar Sturm, aber drängt sich nicht gerade auf: „Ich habe ja noch Vertrag in Leipzig und es könnte sein, dass ich im Frühjahr noch meine Chancen bekomme. Man wird sehen, was passiert. Ich bin jedenfalls jemand, der in eine Mannschaft hineinwachsen will.“

Das eine schließt das andere nicht aus. Hierländer könnte im Sommer aber mehr Optionen als jetzt im Winter vorfinden. Taktieren gehört bei solchen Entscheidungen immer auch dazu. Gut möglich, dass der Kärntner in den nächsten Tagen bei Sturm unterschreibt.

Foda weiß aber, dass das auch eine finanzielle Frage ist: „Wir wissen, wo er aktuell spielt.“

Sturms Ziel bleibt unverändert

Klar ist für Goldbrich indes nur, dass das Ziel Europacup-Qualifikation weiter ausgegeben wird.

Auch wenn der Kapitän eine große Lücke hinterlassen wird.

„Es wird sicher eine Herausforderung sein, einen neuen Innenverteidiger so gut wie möglich zu integrieren. Wir haben aber auch mit Spendlhofer und Kamavuaka sehr gute Spiele gemacht. Wir werden jemanden holen, der uns schnell hilft. Wir werden unser Ziel nicht aus den Augen verlieren, auch wenn Michi uns mental und physisch fehlen wird.“

Auch menschlich. Denn beim Abschied nach dem Mittagessen soll auch die eine oder andere Träne geflossen sein.

 

Aus Belek berichtet Bernhard Kastler

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