Stefan Schwab: Der nächste Rapid-Kapitän?

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Die Ära von Steffen Hofmann bei Rapid setzt sich also fort, aber sie wird gewiss in naher Zukunft enden, höchstwahrscheinlich in einem Jahr.

Sollte der 35-Jährige kommenden Sommer seine Schuhe an den Nagel hängen, hätte er fast durchgehend 15 Jahre für die Hütteldorfer gespielt und wäre 14 Jahre lang ihr Kapitän gewesen.

Hofmann war und ist zweifellos das Gesicht des Traditionsklubs seit der Jahrtausend-Wende.

Zur Führungskraft aufgestiegen

Doch wer wird ihm in dieser Rolle folgen? Ein logischer Kandidat wäre Stefan Schwab.



Der 25-Jährige bringt vieles mit, um eines Tages in diese Rolle zu schlüpfen. Seit seinem Wechsel 2014 von der Admira, auf die er im Cup-Viertelfinale (18 Uhr im LAOLA1-Ticker) trifft, hat sich der Mittelfeldspieler zu einer absoluten Führungskraft im zentralen Mittelfeld entwickelt.

„Die größte Umstellung war jene, dass man hier einfach jedes Spiel gewinnen muss. Das ist bei einem kleineren Klub natürlich nicht so“, erklärt Schwab gegenüber LAOLA1.

Im Jahr 2015 ist der Salzburger in Wien endgültig angekommen – und wurde sogar Teamspieler.

„Es war eine tolle Erfahrung und der Teamchef hat hinsichtlich der nächsten Einberufung gesagt, die Chance lebt, ich soll Gas geben. Wenn es klappen sollte, bin ich überglücklich, ich weiß es aber auch einzuschätzen, wenn es nicht der Fall sein sollte. Ich will mich im Frühjahr aufdrängen.“

Wortgewandt und herzeigbar

Nicht nur spielerisch weiß Schwab zu überzeugen. Der Mittelfeldspieler, der körperlich über die Jahre deutlich zugelegt hat, besticht ebenfalls mit seiner Rhetorik und seinem Auftreten in der Öffentlichkeit. Sein Umgang mit dem Horror-Foul gegen Ajax hatte etwa Qualitäten eines Kapitäns.

"Ich glaube nicht, dass man von Rapid für jeden Preis zu einem ausländischen Klub gehen muss."

Stefan Schwab

Er entschuldigte sich und hakte das Thema in den Medien gekonnt ab. Schwab kam über die Red Bull Juniors zur Admira und lernte dort mit jedem Jahr dazu, bis der logische Schritt kam.

Nun wäre Rapid nicht die logische Endstation, wie etwa auch Trainer Zoran Barisic weiß.

„Es ist einfach heutzutage so, dass die Fluktuation eine hohe ist. Spieler bekommen lukrative Angebote von anderen Vereinen aus besseren Ligen, wenn sie hier sehr gut spielen.“

Schwab kann sich aber Verbleib vorstellen

Beispiel: Thanos Petsos kam 2013, um Rapid 2016 Richtung Bremen zu verlassen. Und Schwab?

„Meine Vertragssituation (Anm.: bis Sommer 2017) ist klar ersichtlich und ich will einfach im Frühjahr gute Leistungen bringen und vielleicht auf den EURO-Zug aufspringen“, gibt er sich in erster Linie diplomatisch.

Doch Schwab schließt eben nicht aus, 2014 gekommen zu sein, um viel länger zu bleiben.

„Man muss da wirklich unterscheiden, welches Angebot und welcher Verein interessant sind. Ich glaube nicht, dass man von Rapid für jeden Preis zu einem ausländischen Klub gehen muss. Es steht nicht immer nur das Geld im Vordergrund, es soll auch sportlich etwas bringen. So gesehen bin ich glücklich bei Rapid, sportlich gesehen ist das für mich zurzeit der beste Verein.“

Und Schwab könne sich zudem vorstellen, hier über längere Zeit das Gesicht des Vereins zu sein.

„Auf jeden Fall. Ich glaube, der Verein hat sich Ziele gesetzt und das neue Stadion ist ein großer Schritt nach vorne. Ich denke, dass der Klub auch nächstes Jahr eine gute Mannschaft beisammen haben will, dafür ist es wichtig, Spieler zu halten. Wenn ich sehe, dass die Mannschaft erfolgreich sein kann und gute Spieler da sind, dann ist das nicht uninteressant, auch länger dabei zu sein.“

Spricht schon wie ein Kapitän

Barisic würde nie einen potentiellen Hofmann-Nachfolger beim Namen nennen („Würde unnötig für Druck sorgen“), doch Schwab wäre als zukünftiges Gesicht des Vereins auch für ihn „unter anderen“ ein Kandidat. Vielleicht stemmt dieser ja irgendwann als Kapitän den Meisterteller.


Möglicherweise auch schon in diesem Mai als „normaler“ Spieler. Die Marschroute dafür kennt er.

„Wir haben mit Abstand zu viele Spiele verloren, zumal wir in diesen Partien auch zumeist die bessere Mannschaft waren. Da müssen wir cleverer werden und etwa Remis spielen, wenn du sie als bessere Mannschaft nicht gewinnen kannst. Da müssen wir einfach auch abgebrühter sein.“

Und als wortgewandter Leistungsträger spricht Schwab auch schon ein bisschen wie ein Kapitän.

„Wir haben schon gezeigt, dass Salzburg zu biegen ist. Ihr Herbst war auch nicht überragend, sie haben sicher mehr Unruhe drinnen als wir. Das kann unser großer Pluspunkt sein. Ebenso, sollten wir bis zum Schluss ganz vorne sein, dass das Stadion ganz voll sein wird und auswärts viele Fans dabei sind. Das kann schon einen Unterschied ausmachen.“

 

Bernhard Kastler

LAOLA Meins

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