Was man noch nicht von Mocinic/Traustason wusste

Aufmacherbild Foto: © GEPA

"Das waren unsere absoluten Wunschspieler", stellt Sportdirektor Andreas Müller bei der offiziellen Vorstellung von Ivan Mocinic und Arnor Ingvi Traustason klar.

Die beiden sind in den letzten Tagen ins Training eingestiegen, die Erwartungen sind groß. Für den Kroaten Mocinic fehlt jedoch noch die Arbeitserlaubnis. Trifft diese noch rechtzeitig ein, sind für Trainer Mike Büskens beide Neuzugänge schon ein Thema für den Kader gegen Ried.

Die Neo-Rapidler brennen auf ihre neue Aufgabe in Wien.

"Wir sind froh, dass wir die Transfers geschafft haben. Wir hoffen, dass sie das, was wir von ihnen kennen und gesehen haben, schnellstmöglich umsetzen können", meint der sportliche Leiter.

In Hafenstädten am selben Tag geboren

Einige Geschichten wurden aufgrund der lange anhaltenden Transfer-Bemühungen über die beiden bereits erzählt, andere blieben bisher im Verborgenen.

So haben sowohl Traustason als auch Mocinic am selben Tag Geburstag. Am 30. April 1993 erblickten die mittlerweile 23-Jährigen das Licht der Welt und können den Freudentag in Zukunft gemeinsam begehen.

Zudem stammen beide aus Hafenstädten, wenn auch weit voneinander entfernt. Der eine wuchs im kroatischen Rijeka auf, der andere in Keflavik, eine Hafenstadt im Südwesten Islands.

Mocinic etwa wurde von einem ehemaligen Rapid-Spieler aus seiner Heimat davon überzeugt, den Schritt nach Hütteldorf zu wagen.

Jelavic riet Mocinic zum Rapid-Wechsel

Der zentrale Mittelfeldspieler selbst betont: "Ich weiß, dass viele Kroaten hier gespielt haben: Zlatko Kranjcar, Nikica Jelavic und jetzt Matej Jelic."

Ausgerechnet Jelavic, der sich bei Rapid für eine internationale Karriere empfahl, sich allerdings auch auf unschöne Art und Weise verabschiedete, riet Mocinic zum Wechsel.

"Jelavic hat hier viel geleistet. Er hat mir viel Gutes über die Stadt, den Klub und die Fans erzählt. Das war zwar nicht Teil meiner Entscheidung, aber ich will diese Geschichte hier fortsetzen."

Nicht nur Tradition kroatischer Spieler bei Rapid, auch jene der Familie Mocinic in Österreich kann er künftig fortsetzen.

Auf den Spuren seines Vaters

Vater Efrem Mocinic schnürte ganze zwölf Jahre lang die Fußballschuhe in der neuen Wahlheimat seines Sohnes. Die bekannteste Adresse blieb Austria Salzburg, ansonsten dümpelte er bei Vöcklamarkt, Braunau, Lochen oder Timelkam herum. Die große Karriere blieb ihm aber versagt.



Trotzdem war der Vater als Berater ein entscheidender Faktor und konnte ihm eine Menge seiner Erfahrungen in Österreich mit auf den Weg geben.

"Mein Vater hat mir nur das Beste über Österreich erzählt, er war nicht umsonst so viele Jahre hier", verrät Mocinic im Gespräch mit LAOLA1.

Er selber wuchs aber in Rijeka auf, kam nur selten nach Österreich. Und trotzdem lernte er in der Schule Deutsch. "Aber nur ein bisschen. Ich verstehe noch ein bisschen etwas, aber nicht viel", gibt der Kroate zu.

Traustason trägt Familie unter der Haut

Auch Traustason kann sich durchaus familienverbunden bezeichnen. Die Liebe zu seinen Angehörigen geht bei ihm sogar unter die Haut.

Ein Tattoo auf seinem linken Oberarm verrät mehr als tausend Worte. Trotzdem erzählt er LAOLA1, was es mit dem flächendeckenden Portrait auf sich hat.

"Das sind mein Vater, meine Mutter und ich", zeigt der Isländer das Familien-Tattoo. Darunter ist noch Platz freigehalten für seine drei Geschwister. Ein Bruder ist ebenfalls fußballerisch aktiv, seine Schwester spielt Basketball.

Darunter ziert den Arm ein männlicher und ein weiblicher Löwe. "Das steht für meinen Opa und meine Oma, weil Löwen so stark und mächtig sind."

Traustason weiß, wie man Titel gewinnt

Sportlich gesehen bringt einer der EURO-Helden Islands etwas ganz Entscheidendes mit zu Rapid: Titel-Erfahrung! Mit Norrköping holte er 2015 den schwedischen Meister- und Superpokal-Titel.

"Ich kenne das Gefühl schon, Titel zu gewinnen. Das hätte ich gerne auch bei Rapid. Das ist ein großer Klub, der jedes Jahr um den Titel mitspielt, genau das wollte ich. Das hilft mir als Spieler weiter."

Ein Highlight hat er mit dem Viertelfinal-Einzug Islands bei der EURO gerade hinter sich, inklusive einzigartigem Empfang in Reykjavik. Standen einige Nachahmern des "Huh"-Schlachtrufs kritisch gegenüber, hätte Rapids Wikinger nichts dagegen, wenn dieser übernommen werden würde.


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"Es wäre super, wenn die Fans das 'Huh' übernehmen, ich weiß aber nicht, wieviele Tore ich machen muss, bis das klappt."

Vorschusslorbeeren für Rekord-Transfers

Traustason kam als Rekordtransfer der Vereinsgeschichte und wurde wenig später von Mocinic noch getoppt. Mit Ablösesummen will sich aber keiner der beiden herumschlagen.

Mocinic betont: "Es ist sicher eine Ehre für mich, aber damit beschäftige ich mich nicht. Ich muss am Platz zeigen, was ich kann. Das ist mein Job."

Trainer Mike Büskens ist zufrieden und hofft auf den Durchbruch der beiden Hoffnungsträger: "Sie vergrößern unsere Möglichkeiten und haben bei ihren Ex-Vereinen gezeigt, was sie können. Traustason weiß, wie man Titel gewinnt und hat auch in der Nationalmannschaft erfolgreich agiert. Ivan ist ein technisch sehr versierter Spieler, der eine außergewöhnliche Ruhe am Ball hat und immer wieder Optionen findet. Ich bin felsenfest überzeugt, dass sie uns helfen können."

Das ist das Ziel - sowohl von Traustason als auch von Mocinic. Beide werden nicht müde, die Tradition und die Bedeutung von Rapid hervorzuheben. Nun liegt es an ihnen, ihren Beitrag zu einer erfolgreichen Saison zu leisten.


Alexander Karper

 


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