"Ich bin sehr enttäuscht von ihm"

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Es hätte die Rückkehr eines weiteren verlorenen Sohnes werden sollen. Mario Leitgeb, bei der Wiener Austria außen vor, stand unmittelbar vor der Rückkehr nach Graz, wo er einst die Jugend des SK Sturm bis zu den Amateuren durchlief. Das Ende dieses vermeintlich fixen Transfers ist aber ein unrühmliches.

„Charakterlich war das einfach nicht in Ordnung. So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Leitgeb auf LAOLA1-Nachfrage zum Scheitern des Wechsels. Kurz zuvor hatte der 27-Jährige auf seinem Facebook-Profil öffentlich Kritik an Sturms General Manager Gerhard Goldbrich geübt. „Charakter, Respekt und Professionalität! Eigentlich grundlegende Dinge im Profi-Fußball ... oder Herr Goldbrich?“, steht da zu lesen.

Nach dem Ausfall von Simon Piesinger und dem Wechsel von Anel Hadzic in die Türkei war Sturm im zentralen Mittelfeld zum Handeln gezwungen und der Weg scheinbar frei für eine Verpflichtung Leitgebs.

"Ich hatte eigentlich eine fixe Zusage"

„Ich hatte eigentlich eine fixe Zusage, hatte auch schon den Medizincheck absolviert und es hat alles gepasst. Mir wurde gesagt, ich soll am Mittwoch unterschreiben. Als ich bereits in Graz war, wurde meinem Berater eine Stunde vor der Unterzeichnung mitgeteilt, dass es Komplikationen gibt“, schildert Leitgeb, wie sich der Wechsel, für ihn überraschend, doch noch zerschlug: „Was die Gründe waren, weiß ich nicht, ich kann es nur erahnen.“

Die Schuld dafür sieht er aber weniger bei Sturm, als in der Person Gerhard Goldbrich selbst. „Ich weiß nicht, ob der Klub jetzt so viel dafür kann. Ich glaube, der Herr Goldbrich hat sich da einfach irgendwo hineingequatscht. Ich bin sehr enttäuscht von ihm“, erklärt Leitgeb.

Ob die Verpflichtung von James Jeggo, die Sturm in den letzten Tagen unter Dach und Fach bringen konnte, eine Rolle spielte, vermag Leitgeb nicht einzuschätzen: „Das weiß ich nicht, dazu kann ich nichts sagen. Herr Goldbrich weiß das aber sicher ganz genau.“ Sturms General Manager war für LAOLA1 am Samstagabend telefonisch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Rechtliche Schritte?

Die Enttäuschung ist Leitgeb jedenfalls anzumerken. Auch, weil sich die Transferposse mit Sicherheit nicht positiv auf seine Situation bei der Austria ausgewirkt hat. „Wenn man mich zum Unterschreiben einlädt, dann ist das für mich 1000-prozentig. Das war schon mehr oder weniger dreist. Die Austria war ja auch involviert und hat mir das Okay gegeben. Ich war drei, vier Tage nicht beim Training. Das war wirklich nicht in Ordnung, was Herr Goldbrich da gemacht hat“, ärgert sich der 27-Jährige.

Leitgebs Berater Heinz Karner kündigte in der „Krone“ zudem an: „Wir werden rechtliche Schritte ergreifen“. Goldbrich erklärte der Zeitung indes, dass es nie ein schriftliches Angebot für den Mittelfeldspieler gegeben habe.

Zukunft heißt nun wieder Austria

Nun will sich Leitgeb mit der Situation arrangieren und sich weiterhin in Favoriten beweisen. „Ich habe das letzte halbe Jahr keine Rolle gespielt und man kann nicht davon ausgehen, dass sich viel ändern wird. Ich werde aber weiter, so wie ich es die letzten eineinhalb Jahre gemacht habe, alles für den Klub tun, Kraft und Leidenschaft einsetzen, um die Ziele und Visionen des Vereins zu erreichen“, gibt er sich kämpferisch.

Ob es im Finish der Transferzeit doch noch zu einem Wechsel kommen könnte? „Darüber kann ich momentan nichts sagen. Es sind jetzt noch zwei Tage und es ist schon viel passiert im Fußball, aber ich gehe davon aus, dass ich jetzt bei der Austria bleiben werde“, so Leitgeb.


Christoph Kristandl

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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