Ein Kanadier für Manny?

Aufmacherbild
 

Jonathan Ferland hat einen Plan

Aufmacherbild
 

Erst die Meisterschaft, dann Olympia.

So könnte die grobe „To-do-Liste“ von Jonathan Ferland aussehen. Klingt ambitioniert, vor allem wenn man bedenkt, dass er sich gerade erst von einer Gehirnerschütterung erholt hat.

Seit Anfang November außer Gefecht

Der 29-Jährige musste die letzten dreieinhalb Monate aussetzen und von der Tribüne aus beobachten, wie die Vienna Capitals von Sieg zu Sieg eilten und die Tabelle der Erste Bank Eishockey Liga sowohl nach dem Grunddurchgang als auch der Zwischenrunde anführten.

„Es war schon eine harte Zeit. Aber Verletzungen sind leider auch ein Teil des Spiels. Es war wichtig zu warten, bis ich keine Kopfschmerzen mehr verspürt habe. Dass das Team so gut gespielt hat, hat das Warten sogar etwas einfacher gemacht. Ich hatte dadurch nicht ständig das Gefühl, dass ich unbedingt helfen muss, sondern konnte mir die nötige Zeit nehmen, um 100-prozentig fit zu werden“, blickt der Stürmer bei LAOLA1 mit gemischten Gefühlen auf seine Leidenszeit zurück.

Seit 17. Februar steht er wieder auf dem Eis und führt die Caps aufgrund der Verletzungen von Benoit Gratton und Dan Björnlie sogar als Kapitän in die Postseason. „Es ist eine Ehre, das „C“ zu tragen, dazu noch in den Playoffs. Das ist die beste Zeit des Jahres. Darum spielt man Hockey, man will Titel gewinnen“, definiert Ferland die Meisterschaft als sein unmittelbares Ziel.

Ferland hat seine Leidenzeit überstanden

Länger keine Gespräche

Neben den Mühlen der Verwaltung stand ihm naturgemäß auch seine Verletzung im Weg, weswegen er auch „schon länger keine Gespräche mehr mit den Verantwortlichen vom Verband geführt“ hat.

Darüber hinaus gilt sein Hauptaugenmerk momentan ohnehin den Capitals und dem Playoff-Viertelfinale gegen den HC Znojmo. Die Wahl, gegen wen man die erste Serie spielen soll, sei „nicht einfach gewesen, denn diese sei immer die schwerste“, beteuert Ferland, der in den Entscheidungsprozess involviert war.

„Es war zwar hauptsächlich die Entscheidung von Coach Tommy Samuelsson, aber er hat die „Leader“ des Teams gefragt, wie sie darüber denken. Jede Mannschaft wäre ein schwerer Gegner gewesen. Wir haben uns für Znojmo entschieden, weil wir da keine langen Auswärtsfahrten bestreiten müssen.“

„Ich fühle mich topfit“

Seiner Verantwortung als Kapitän ist sich der ehemalige VSV-Crack bewusst, schließlich führte er in der Saison 2010/11 bereits die „Adler“ aus Villach aufs Eis.

Wäre er nicht der Überzeugung, eine Verstärkung für die Hauptstädter zu sein, wäre der Teamplayer, der in dieser Saison in 21 Spielen sieben Tore und genauso viele Assists verbuchen konnte, noch nicht wieder im Einsatz.

„Ich fühle mich topfit. Natürlich brauche ich noch etwas Zeit, um mein Timing auf dem Eis wieder zu perfektionieren. Aber ich kann dem Team sicherlich schon weiterhelfen, deswegen bin ich auch zurück. Ich möchte Teil des Teams sein und der Mannschaft helfen, zu gewinnen.“

Die Caps will er zum Titel führen und auch dem ÖEHV-Team will er weiterhelfen. Nur bei einem ist er noch nicht sicher. „Ob ich mir dieses Jahr einen Playoff-Bart wachsen lasse, habe ich noch nicht entschieden.“

 

Fabian Santner

Ferland will nach Sotschi

Doch er hat noch weitere Pläne. Der Kanadier will mit der österreichischen Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen 2014 nach Sotschi fahren, schränkt jedoch sofort ein, dass er nicht zum Spielverderber für einen der Helden von Bietigheim-Bissingen werden will.

„Ich würde mich schon etwas schlecht fühlen, wenn ich jemand anderem den Platz wegnehmen würde. Die Jungs haben ein super Turnier gespielt und haben es sich deswegen auch verdient zu den Olympischen Spielen zu fahren.“

Keinesfalls will er, dass der Eindruck entstehen könnte, er würde sich quasi in ein gemachtes Nest legen. Der Antrag auf Einbürgerung erfolgte nämlich schon lange vor der Qualifikation der ÖEHV-Adler für Sotschi.

„Als ich im Sommer aus dem Urlaub zurück nach Österreich kam, fragte ich, ob man mich für das Qualifikationsturnier im Februar braucht. Nachdem vom Verband positive Signale zurückkamen, habe ich die nötigen Unterlagen für eine Einbürgerung sofort eingereicht. Doch so etwas dauert leider. Ich hoffe, dass ich die Staatsbürgerschaft bald erhalte und nach der Saison für Österreich spielen kann.“

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen