WM-Debüt! Danklmaier "wie in einem Film“

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Wo kommt denn der auf einmal her?

Das werden sich wohl viele gedacht haben, als Daniel Danklmaier in der Abfahrt in Kitzbühel auf Rang fünf fuhr.

Keine zwei Wochen später feiert der 25-jährige Steirer am Mittwoch (12:30 Uhr im LIVE-Ticker) im Super-G in Aare sein WM-Debüt.

„Ich bin natürlich sehr glücklich. Vor zwei Wochen hätte ich nicht gedacht, dass ich hier heroben bin, jetzt habe ich meinen ersten WM-Einsatz“, strahlt Danklmaier am Montagabend in Aare.

Kurz zuvor hatte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum bei einer Pressekonferenz das Aufgebot für den WM-Super-G verkündet. Danklmaier setzte sich in der ÖSV-internen Qualifikation gegen Christian Walder durch.

Dafür gab es sogar spontanen Applaus von seinen Teamkollegen. „Dass es gleich wieder so gut geht, hätte ich nicht gedacht. Aber meine Form stimmt, es geht leicht von der Hand“, sagt Danklmaier.

Danklmaiers Schlüsselerlebnis

Der Steirer ist sich bewusst, dass er nur aufgrund der Verletzung von Max Franz ins WM-Team gerutscht ist, aber „durch meine Leistungen ist es sicher berechtigt, dass ich starten darf“.

Danklmaier bestritt in dieser Saison erst Ende Dezember im Super-G in Bormio sein erstes Rennen in Weltcup, nachdem es zu Beginn in Lake Louise in Beaver Creek nicht für einen Startplatz gereicht hatte.

In Bormio kam dann mit Rang 19 auf schlechter Piste die Trendwende. „Da hat es den Schalter umgelegt“, erklärt Danklmaier. Welches Potenzial in ihm steckt, zeigte er dann in Kitzbühel. Er gewann die Europacup-Abfahrt, fuhr in beiden Weltcup-Trainings vorne mit und belegte im Rennen letztlich Rang fünf auf der so anspruchsvollen Streif.

„In Kitzbühel hat es mit dem Europacup-Sieg angefangen, das war schon ein Wahnsinn. Dann habe ich mir gedacht, dass ich niemandem mehr etwas beweisen muss und bin im Weltcup-Training einfach locker gefahren, um vielleicht eine Chance auf einen Einsatz im Rennen zu haben. Dass es dann so gelaufen ist, ist wie in einem Film“, blickt Danklmaier fast ungläubig zurück.

"Das musste ich verdauen"

In Garmisch, wo die Abfahrt letztlich abgesagt werden musste, habe er dann erfahren, dass er im erweiterten ÖSV-Team für die WM steht und mit nach Aare fliegen darf. „Das war das nächste, das ich verdauen musste. Im Sommer waren meine Ziele, im Weltcup in den Top 30 mitzufahren, um eine bessere Startnummer zu bekommen. Jetzt ist alles sehr schnell gegangen“, sagt Danklmaier über die letzten Wochen. "Zurzeit habe ich nicht viele Rückschläge, derweil geht es nur bergauf. Die Ziele werden von Woche zu Woche anders.“

Das nächste Ziel heißt nun WM. "Ich bin in der Außenseiterrolle, aber mein Ziel muss eine Medaille sein, auch wenn es weit hergeholt ist. Bei der WM zählen nur die ersten drei Plätze, ich muss Vollgas geben“, weiß Danklmaier.

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Für den 25-Jährigen ist er der erste Kontakt mit schwedischem Schnee, bisher sei er nur im Sommer auf Urlaub in Schweden gewesen.

Eine gewisse Anspannung ist daher da. „Nervös bin ich vor jedem Rennen, auch im Europacup“, erzählt Danklmaier. „Ich ich brauche das auch, um Spannung aufzubauen, sonst bin ich zu lasch. Ich bin aber nicht übernervös, ich kann locker fahren und voll angreifen - ich habe nichts zu verlieren.“

Die Frage nach dem Warum

Für Danklmaier ist allein die Teilnahme an der WM wohl mehr wert, als für viele andere eine Medaille. Der 25-Jährige hatte in seiner Karriere bereits drei schwere Verletzungen: Zwei Kreuzbandrisse sowie einen Patellasehnen-Ausriss im Knie.

„Nach der dritten Verletzung habe ich mir schon gedacht: Warum? Aber irgendwie hat alles einen Sinn“, sagt Danklmaier.

Physiotherapeut und Konditionstrainer Peter Meliessnig, der auch Anna Veith betreute, habe ihn wieder aufgebaut. „Seitdem läuft es gut, ich habe nur ganz kleine Wehwehchen. Ich bin besser beinander als je zuvor.“

In seiner Leidenszeit habe er sich eingeredet, dass irgendwann alles zurückkommt. „Und so ist es“, sagt Danklmaier voller Stolz vor seinem ersten Einsatz bei einer WM.

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