"Am Start waren wir alle Gegner, selbst der beste Freund oder Zimmerkollege. Nach der Ziellinie herrscht aber wieder Freundschaft. Das ist mir wichtig, und das scheint nun zu fruchten", sagt Assinger in Bezug auf die Erfolge "seiner" Speed-Damen.
Im Interview spricht er außerdem über die Ausfälle von Hütter und Puchner und seine Ziele mit den ÖSV-Abfahrerinnen.
Frage: Sie haben trotz der Ausfälle von Hütter und Puchner allen vier ÖSV-Starterinnen Medaillenchancen gegeben. Lagen Sie richtig?
Assinger: "Absolut. Vor allem Stephanie Venier hat es genützt, sie hat eine Bombenfahrt hingelegt. Sie war auch im Super-G schnell, das hat ihr Mut gemacht. Die verpasste Quali war sicher eine Niederlage, das hat sie offenbar aber angespornt. Hut ab!"
Frage: Was hat Venier besonders gut gemacht?
Assinger: "Wichtig ist immer, dass der Wille zum Sieg da ist. Wenn der vorhanden ist und man wirklich will, dann wird irgendwann ein Stockerl kommen. Denn technisch sind sie alle gut."
Frage: Das Motto der "Gemeinsamkeit" ist bei ihren Mädchen sehr stark. Warum?
Assinger: "Ich selbst bin in einer Weltcup-Gruppe groß geworden, in der die Gemeinschaft eine sehr großen Stellenwert hatte. Ich rede von Hannes Trinkl, Fritz Strobl, Werner Franz, Christian Greber und mir. Wir haben uns gegenseitig nach vorne gepusht. Am Start waren wir alle Gegner, selbst der beste Freund oder Zimmerkollege. Nach der Ziellinie herrscht aber wieder Freundschaft. Das ist mir wichtig, und das scheint nun zu fruchten."
Frage: Ist dies eine besondere Generation an Abfahrerinnen, die da heranwächst?
Assinger: "Mit einem Großteil habe ich schon im Europacup zusammengearbeitet und bin dann mit fünf Mädchen gemeinsam in den Weltcup aufgestiegen. Diese Gruppe mit Siebenhofer, Hütter, Venier, Tippler und Schmidhofer, Schmidi damals als Mittrainiererin, hat frischen Schwung mitgebracht und nun die Vorreiterrolle übernommen."
Frage: Wie äußert sich diese Gemeinschaft noch?
Assinger: "Ich habe hier mit Hütter und Puchner telefoniert und gesprochen. Ich bin sicher, dass sie durch die Erfolge der Teamkolleginnen Auftrieb bekommen und die Genesung schnellere Schritte macht als sonst. Die Gemeinschaft in der Gruppe macht uns sehr stolz. Meine Philosophie ist: Aus der Gemeinschaft stark werden, dann werden auch die Einzelerfolge kommen."