Manuel Feller: "Lieber auf der Pappen, als..."

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Woran denken Ski-Fans, wenn sie den Namen Manuel Feller hören?

"Sauschnell, aber er fällt oft aus", wäre wohl die häufigste Antwort. Und sie ist völlig richtig. In acht Weltcup-Slaloms in dieser Saison hat der Tiroler nur drei Ergebnisse zu Buche stehen, fünf Mal schied er aus. Die Ränge fünf (Levi), sieben (Adelboden) und sechs (Schladming) können sich aber sehen lassen.

"Auch bei der WM werde ich riskieren. Hier zählen nur die ersten drei Plätze", so die Devise des 24-Jährigen.

"Volle Attacke, aber nicht hirnlos"

So tickt der Fieberbrunner. Ein wilder Hund auf der Piste, ein redseliger Typ abseits davon.

Angesprochen auf seine Herangehensweise in St. Moritz holt er aus: "Ich will im Ziel abschwingen und mir nicht vorwerfen müssen, dass ich bei einigen Passagen mehr herausholen hätte können. Ich werde alles riskieren – ohne Hirn fahren ist auch nicht die richtige Devise. Wir werden gut besichtigen und uns die Stellen heraussuchen, wo ich vielleicht nur 99 Prozent fahre – weil dort 99 Prozent schneller sind als 100."

Kurz zusammengefasst: "Ich will voll attackieren, aber auch nicht hirnlos fahren."

"Fliege lieber auf die Pappen, als..."

Allerdings müsse man zwischen seinen beiden Paradedisziplinen unterscheiden. "Das gilt für den Slalom etwas mehr als für den Riesentorlauf. Im Riesenslalom sind viele Übergänge drin, dort kannst du nicht überall auf Attacke fahren. Den Slalomhang hier vergleiche ich gerne mit Levi. Wenn du dort nicht von Start bis Ziel voll angreifst, bist du nicht dabei. Das ist hier nicht anders", erklärt Feller.

In den sechs Slaloms zwischen Val d'Isere und Kitzbühel sah der selbsternannte "Pausen-Clown" im ÖSV-Technikteam nur ein einziges Mal das Ziel. Diese Unserie hat damals merklich an ihm genagt.

"Das ist alles schon lange her. Ich war eine Woche weg, habe mich auf Konditionstraining konzentriert. Dann bin ich zurück auf Schnee und habe gut gearbeitet", winkt er ab. "Damals war es so hart, weil es Schlag auf Schlag ging. Normale Ausfälle sind auch nicht so schlimm, Einfädler sitzen einfach im Kopf. In Schladming habe ich es gut gelöst, es war aber nicht mein Maximum. Mein Ziel habe ich dort aber erreicht."

Bei der WM würde ihn ein möglicher Ausfall nicht brechen: "Hier fliege ich lieber auf die Pappen, als als Vierter oder Fünfter abzuschwingen. Ich würde mir ein Leben lang in den Hintern beißen, wenn ich als Vierter oder Fünfter abschwinge und wüsste, an gewissen Passagen Tempo herausgenommen zu haben."

Kampfansage für den Slalom

Zunächst steht am Freitag (09:45/13 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) der Riesenslalom auf dem Programm. Ein fünfter Platz in Alta Badia ist Fellers bestes Saison-Ergebnis in dieser Disziplin, ansonsten verpasste er die Top 10.

Deswegen schraubt er die Erwartungen zurück: "Das Wort Podest ist da für mich sogar etwas weit gegriffen. Ich muss aber an den Start gehen und mir sagen, dass ich um Medaillen kämpfen will und kann – sonst wäre ich Fehl am Platz. Im Normalfall werden sich Marcel und Alexis die ersten zwei Plätze ausmachen, danach gibt es viele Anwärter. Ich bräuchte aber sicher etwas Glück, um im Riesenslalom etwas zu holen."

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Ganz anders sieht es im abschließenden Slalom am Sonntag (09:45/13 Uhr) aus. "Da traue ich mir alles zu. Ich habe oft in einem Durchgang gezeigt, dass ich sehr schnell sein kann. Ich hatte sogar schon schnellste Laufzeiten. Eine WM hat ihre eigenen Gesetze, der Speed wäre aber da. Ich muss es zweimal hinunterbringen und es wird sicher ein harter Brocken., aber ich habe es drauf", so seine Kampfansage.

Mit seiner Rolle als Jäger kann Feller jedenfalls gut leben: "Deswegen ist die Außenseiterrolle so schön. Von den anderen werden Medaillen erwartet, von uns gar nichts. Das Schlimmste, das mir passieren kann, ist, dass die Leute nachher sagen: 'Jetzt hat er wieder eingefädelt!' Von dem her habe ich gar nichts zu verlieren."

Feller verteidigt Hirscher

Im Teambewerb, bei den Feller bereits WM-Luft schnupperte, war der Tiroler mit der ÖSV-Mannschaft hingegen in der Favoritenrolle. Mit einer Medaille hat es nicht geklappt, den 24-Jährigen stört aber etwas ganz anderes.

Nämlich der teilweise harte und unfaire Umgang mancher Medien mit Marcel Hirscher. "Nach dem Teambewerb hat mir Marcel etwas leid getan, absichtlich verliert er ja auch nicht. Grundsätzlich hat das wieder einmal bewiesen, welches Standing er sich erarbeitet hat", so seine Meinung.

Er stellt sich ungefragt ganz bewusst vor seinen Teamkollegen: "Das möchte ich unbedingt los werden: Der Teambewerb ist ein völlig eigener Bewerb. Wenn du ihn das zwei Wochen trainieren lässt, fährt er alle in Grund und Boden. Er ist es aber aus dem Stegreif gefahren, dann ist es eben nicht leicht. Das hat mir einmal mehr bewiesen, dass er sich im Slalom und Riesentorlauf alles hart erarbeitet hat."

Hart erarbeiten will sich auch der Tiroler etwas - und zwar WM-Edelmetall. Vielleicht kommen einem ja schon bald die Worte "Sauschnell und hat eine WM-Medaille gewonnen" in den Sinn, wenn man an Manuel Feller denkt.

Textquelle: © LAOLA1.at

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