"Dem hätte ich gesagt: Beruhige dich mal, ich kämpfe da gerade ums Überleben in dem Sport."
Hätte ihm jemand noch vor ein paar Wochen erklärt, dass er zu Olympia fährt, so Strolz, "dem hätte ich gesagt: Beruhige dich mal, ich kämpfe da gerade ums Überleben in dem Sport".
"Wenn ich daran denke, wo ich herkomme, dann ist das komplett verrückt. Ich bin so knapp vor dem Karriereende gestanden und jetzt habe ich einen Weltcup-Sieg, einen fünften Platz in Kitzbühel und bin im Olympia-Team. Das ist ein absoluter Traum."
Knackpunkt im Sommer: "Der Kopf hat den Ausschlag gegeben"
Der Sohn von Olympiasieger Hubert Strolz erlebte im vergangenen Sommer einen Knackpunkt in seiner Karriere. Er habe die letzten Jahre schon viel richtig gemacht, sei schnell und stabil am Ski gewesen. "Aber irgendetwas hat noch gefehlt. Das habe ich im Sommer geschafft, dass ich das letzte Stück im System noch dazubringe."
Strolz fühlt sich sowohl als Person als auch als Athlet gereift. "Es sind in allen Bereichen nochmal Schritte passiert, sowohl beim Material als auch skifahrerisch. Aber ich denke, dass der Kopf den Ausschlag gegeben hat."
Trotz zwei Ausfällen in den ersten beiden Saison-Slaloms in Val d’Isere und Madonna hat der Vorarlberger von den Trainern noch eine Chance bekommen – und diese in Adelboden mit seinem ersten Weltcup-Sieg sensationell genützt. Mit Strolz als 300. Sieger der Herren-Weltcup-Geschichte hatte niemand gerechnet.
"Was mich vor Adelboden lange beschäftigt hat, war: Bin ich nächstes Jahr noch Profi-Sportler oder nicht? Das hat mich schon sehr beschäftigt. Irgendwann habe ich dann zu mir gesagt: Dafür gibt es keine Garantie, also hör auf darüber nachzudenken, versuche loszulassen und einfach Gas zu geben."
Der Rest ist bekannt. "In Adelboden habe ich endlich mal zwei richtig gute Läufe ins Ziel gebracht. Ich habe gezeigt: Wenn alles passt, ist auch wirklich alles möglich."
Auch bei Olympia präpariert sich Strolz seine Ski selbst
Unter diesem Motto tritt Strolz die Reise zu seinen ersten Olympischen Spielen nach Peking an.
Auch in China wird er sich seine Ski übrigens selbst präparieren. Zwar wird er von seinem Ausrüster Head bei logistischen Fragen und der "Wachslerei" unterstützt, "aber Kanten-Präparierung und Setup mache ich nach wie vor selbst", will Strolz im Zeichen der fünf Ringe kein Experiment wagen. In Zukunft werde ein eigener Servicemann aber wichtig sein.
Für das Nightrace in Schladming hat "Servicemann" Strolz schon ein gutes Setup gefunden.
"Wenn es kalt ist und die Piste kompakt, dann ist sicher viel möglich. Die Planai ist auch einer meiner Lieblingshänge, weil er von oben bis unten zum Attackieren einlädt. Ich werde alles reinhauen und Vollgas geben", verspricht der 29-Jährige.