Haaser: "Dann ist es zu den vorderen Plätzen nicht mehr so weit"
"Mit einem fünften Platz in die Saison zu starten ist mal sehr positiv. Mit dem Ergebnis kann ich sehr gut leben", sagt der Tiroler, der in Sölden zum dritten Mal in Folge in die Top 10 fuhr.
Dabei sei der 1. Durchgang "nicht 100-prozentig" das gewesen, was er sich vorstellt. "Im 2. Durchgang war mehr Vertrauen da, ich habe es mir mehr zugetraut. Ich bin besser und aggressiver Ski gefahren. Es ist Gott sei Dank voll aufgegangen."
Haaser traut sich nach dem gelungenen Saison-Auftakt durchaus mehr zu: "Wenn es dann mal in zwei Läufen hinhaut, ist der Sprung zu den vorderen Plätzen nicht mehr so weit."
Brennsteiner: "Ich habe auf Applaus gewartet, der ist aber nicht gekommen"
Zweitbester ÖSV-Athlet ist Patrick Feurstein als Zehnter. Der Vorarlberger landet noch vor Stefan Brennsteiner, der von Zwischenrang drei auf elf zurückfällt.
Der 35-jährige Salzburger steht am Ende etwas ratlos im Zielraum des Rettenbachferners.
"Ich habe mich echt gut gefühlt, leider habe ich den Speed im 2. Durchgang scheinbar nicht gefunden. Im 1. Lauf war es umgekehrt, da habe ich mich nicht gut gefühlt, es hat vom Speed her aber gut gepasst. Ich muss mir anschaun, was da los war. Ich bin über die Ziellinie gefahren und war eigentlich optimistisch. Ich habe auf den Applaus gewartet, der ist aber nicht gekommen", erzählt Brennsteiner.
Mit Joshua Sturm an der 17. Stelle kommt vor 14.300 Fans ein vierter ÖSV-Athlet in die Punkteränge und holt wichtige Punkte, die ihn in der Startreihenfolge nach vorne bringen.
Mitter: "Haben es nicht ganz zusammengebastelt"
ÖSV-Alpin-Chef Christian Mitter zieht eine zweischneidige Bilanz des Auftakt-Wochenendes in Sölden.
"Bei den Männern sieht man schon, dass wir eine Mannschaft haben. Es ist noch nicht so lange her, da wäre es nach einem Schwarz-Ausfall sehr dünn gewesen", merkt Mitter an.
Die Laufbestzeit von Haaser im 2. Durchgang sowie die drittbeste Laufzeit von Brennsteiner im 2. Lauf müsse man "schon anerkennen".
Insgesamt sei es eine gute Leistung der ÖSV-Männer gewesen. "Es waren gute Sektionen dabei, aber wir haben es heute nicht ganz zusammengebastelt - das ist Skisport."
"Wir haben einen guten Plan bei beiden Geschlechtern"
Bei den Frauen hingegen fehlt es aktuell an der Dichte an der Spitze.
"Wenn die July (Scheib; Anm.) ausfällt, wird es schwer. Der Mittelbau mit Astner, Hörhager und Liensberger ist uns jetzt halt wirklich ausgefallen. Wenn die Stephi (Brunner; Anm.) keinen Lauf erwischt, wird es dünn", spricht Mitter das Offensichtliche an.
Die Alarmglocken lässt das Ergebnis beim Weltcup-Auftakt aber nicht schrillen.
"Wir haben einen guten Plan bei beiden Geschlechtern. Es läuft nicht vogelwild ab, dass wir sagen: Fahrts einfach, es wird schon passen", erklärt Mitter.
Dass der Plan nicht immer aufgeht, sei auch klar. "Wenn das immer funktionieren würde, wären eh alle Weltmeister", sagt Mitter. "Es ist ein unglaublich spannender Sport. Es kann viel passieren, nach oben oder nach unten."
Das Ziel sei ein geschlossenes System. "Bei den Männern ist heute einiges schiefgegangen mit dem Ausfall vom Blacky (Marco Schwarz; Anm.) und man kann es trotzdem noch halbwegs kompensieren. Da wollen wir bei den Frauen auch hin."
Das wird nun die Arbeit der nächsten Wochen. Der Weltcup pausiert erst einmal wieder, weiter geht es Ende November mit den Slaloms in Levi.