Kriechmayr: "Zeit, dass ein Junger aufzeigt"

Kriechmayr: Foto: © GEPA
 

Strahlende Gesichter im ÖSV nach dem ersten von zwei Super-Gs in Bormio. Vor allem Raphael Haaser stand das Lächeln ins Gesicht geschrieben.

Der Tiroler überraschte und fuhr mit Nummer 25 erstmals in seiner Karriere im Weltcup aufs Podest.

"Es ist gut, dass einer von den Jungen einmal so aufzeigt", sagte Vincent Kriechmayr, der als Dritter den ÖSV-Erfolg abrundete, nach dem Rennen.

Haaser hatte letzte Saison in Saalbach-Hinterglemm als Vierter bereits einmal am Podest angeklopft, nun schaffte der 24-Jährige erstmals den Sprung zur Siegerehrung.

"Es gibt sicher einfachere Hügel, wo man das schaffen kann", sagte Haaser zu seiner Podest-Premiere. "Das erste Stockerl ist was Spezielles."

Haaser: "Nicht so der Gefühlsmensch"

Den folgenden Medienmarathon absolvierte der Tiroler dann "fast sprachlos" und einigermaßen stoisch.

"Ich bin nicht so der Gefühlsmensch, der das nach außen tragen kann", sagte Haaser mit einem Grinser. "Ich verarbeite das für mich selbst."

Ergebnis des 1. Super-G in Bormio>>>

Kilde überragend

Mann des Tages war aber Aleksander Aamodt Kilde, der sich vom Rest des Feldes absetzen konnte und überlegen seinen dritten Super-G-Sieg in Folge feierte.

Nur Haaser (+0,72 Sek), Kriechmayr (+0,85) und Vorjahressieger Ryan Cochran-Siegle (USA/+0,90) konnten den Rückstand auf den Norweger unter einer Sekunde halten.

Kilde verkürzte den Rückstand im Gesamtweltcup auf den Schweizer auf 276 Punkte. "Es läuft einfach", sagte Kilde als nun zehnfacher Weltcupsieger. Er fühle sich im Super-G derzeit wohler als in der Abfahrt. "Ich habe da etwas mehr Kontrolle und kann meinen Schwung machen."

Mit einer Kampfansage an Odermatt hielt sich der Gesamtsieger von 2019/20 zurück. "Schauen wir am Ende."

ÖSV-Herren sammeln Podestplätze

15 von 36 geplanten Weltcup-Bewerben sind absolviert. Je viermal haben Odermatt und Kilde gewonnen, die ÖSV-Männer halten in Summe bei zwei Siegen (Mayer, Christian Hirschbühl).

Mit 14 ging fast ein Drittel der Stockerlplätze an Rot-Weiß-Rot.

Kriechmayr: "Unzufriedenheit über ein Podium gehört sich nicht"

"Ich freue mich für den Haasi, der war im Training auch schon stark. Es ist gut, dass einer von den Jungen einmal so aufzeigt", sagte Kriechmayr. Er verlor das Rennen um seinen ersten Saison-Sieg im obersten Abschnitt. Kilde war auf den ersten knapp 23 Sekunden 77 Hundertstelsekunden schneller.

"Deshalb habe ich mich im Ziel nicht gefreut, ich wusste, dass ich oben einen Fehler gemacht habe." Dieser habe sich gravierend ausgewirkt.

Unzufriedenheit über ein Podium "gehört sich nicht", erklärte Kriechmayr nach Worten der Selbstkritik. "Im Super-G fühle ich mich schon wohl, aber hundert Prozent auf den Punkt habe ich es noch nicht gebracht."

Lob gab es für Kilde. "Er fährt es derzeit so am Limit und zeitgleich auch noch fehlerfrei. Davor ziehe ich meinen Hut."

Matthias Mayer patzt

Auch Kollege Mayer tappte im oberen Teil in die Falle. Der Kärntner sprach von einer "halben Richtungsänderung", nachdem er ein Tor falsch eingeschätzt hatte.

Die Formkurve des Doppelolympiasiegers, der in Italien mit Setup-Einstellungen haderte, zeigt nach unten. Stand er in den ersten fünf Speedrennen noch viermal am Podest, verpasste er nun dreimal in Folge die Top Ten. Nach Bormio war Mayer als Führender im Abfahrts- und Super-G-Weltcup gereist - beide Roten Trikots musste er abgeben.

Max Franz klassierte sich bei auch im Veltlin herrschenden Föhnbedingungen auf Platz zwölf. Daniel Danklmaier landete eine Hundertstel hinter Mayer auf Platz 15. Hemetsberger vermochte als 39. trotz neuem Selbstvertrauen nichts gegen seine hohe Startnummer (41) zu unternehmen.

Am Donnerstag (11.30 Uhr/LIVE-Ticker) soll der Nachtrag für Lake Louise folgen. Regen und Sturm könnten im letzten Super-G vor den Olympischen Spielen den Spielverderber geben.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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