Innerhofer fährt sich in die Favoritenrolle

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Italien und Österreich dominieren das zweite Training für die Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen am Samstag (ab 11:45 LIVE im LAOLA1-Ticker).

Christof Innerhofer markiert auf der "Kandahar" auch beim zweiten Abtasten Bestzeit. Der Südtiroler fährt in 1:55,57 Minuten Bestzeit und ist damit 63/100 Sekunden schneller als Matthias Mayer. Landsmann Dominik Paris (+0,67) wird vor Vincent Kriechmayr (+0,74) und Matteo Marsaglia (+0,80) Dritter. Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen hat als Sechster 0,88 Rückstand.

Die Norweger Aksel Lund Svindal und Aleksander Aamodt Kilde teilen sich mit Hannes Reichelt die siebtschnellste Zeit (+0,90). Kjetil Jansrud (NOR) und Peter Fill (ITA) verzichten auf einen zweiten Trainingslauf.

Name Zeit
  1. Christof Innerhofer (ITA)
1:55,57 Min.
  1. Matthias Mayer (AUT)
+0,63 Sek.
  1. Dominik Paris (ITA)
+0,67
  1. Vincent Kriechmayr (AUT)
0,74
  1. Matteo Marsaglia (ITA)
0,80 
  1. Thomas Dreßen (GER)
0,88
  1. Hannes Reichelt (AUT)
null
  1. Aksel Lund Svindal (NOR)
null
  1. Aleksander Aamodt Kilde (NOR)
je 0,90
  1. Daniel Danklmaier (AUT)
0,98
  1. Christopher Neumayer (AUT)
1,19
Weiter:
  1. Frederic Berthold
1,27
  1. Daniel Hemetsberger
1,32
  1. Christian Walder
1,72
  1. Max Franz
2,57 
  1. Johannes Kröll
2,59 
  1. Romed Baumann
3,34

Ohne Abfahrtssieg nach Südkorea?

Für Österreichs Skiherren geht es in Garmisch-Partenkirchen um den ersten und einzigen Abfahrtssieg vor der Abreise Richtung Südkorea zu den Olympischen Spielen. Für das Selbstvertrauen "wäre es wirklich gut, wenn wir einmal ganz oben stehen würden", merkte Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher an. Matthias Mayer würde aber auch ohne Sieg entspannt in den Flieger steigen.

Dass eine rot-weiß-rote Alpin-Abordnung ohne Herren-Abfahrtssieg zu einer Olympia-Veranstaltung reist, wäre prinzipiell keine Sensation, denn das hat es zuletzt auch 1988, 1992 und 2010 gegeben. Ein schlechtes Omen könnte man daraus auch nicht ableiten, da die Stichprobe zu klein ist. 1992 wurde Patrick Ortlieb in Albertville Olympiasieger, in den anderen beiden Jahren ging Österreich dann leer aus.

"Liefern Superrennen ab"

Dennoch bliebe bei vielen Fans wohl eine gewisse Unzufriedenheit, sollte es so kommen. Schließlich waren vier Läufer oft genug nahe dran, nur die Vollendung hat eben gefehlt. "Leider ist es sich noch nicht ausgegangen heuer", sagte Mayer. In jeder Abfahrt fuhr zumindest ein Österreicher unter die besten Sechs, vier Stockerlplätze schauten dabei heraus. Der bis dato letzte ÖSV-Abfahrtssieg ist fast genau ein Jahr alt, am 28. Jänner 2017 gewann Hannes Reichelt hier in Garmisch.

"Für die Statistiker schaut es jetzt nicht gar so super aus, aber wir liefern Superrennen ab", verteidigte der Salzburger sich und seine Kollegen. "Ich hätte mich schon gefreut, wenn unsere Mannschaft einen Sieg holt", meinte Vincent Kriechmayr. Laut Reichelt waren es aber auch äußere Umstände, die das verhindert hätten. "Die kannst du einfach nicht beeinflussen. Wenn man sieht, wie viele Sieger es schon wieder gegeben hat, weiß man, die Dichte ist ein Wahnsinn. Das ist auch schön für unseren Sport."

Premiere für Svindal?

Je zwei Siege gelangen dem Schweizer Beat Feuz und Speed-Gigant Aksel Lund Svindal, der in Garmisch in einer Abfahrt noch nie auf dem Podest stand. Sein letztes Rennen bestritt der 35-Jährige hier 2013. 2014 wurden Abfahrt und Riesentorlauf abgesagt, in den vergangenen drei Jahren fehlte er wegen Verletzungen. "Es ist vielleicht nicht meine Lieblingsstrecke", meinte der Norweger. "Hoffentlich klappt es dieses Jahr."

Einmal schlugen in dieser Saison jeweils der Italiener Dominik Paris und zuletzt in Kitzbühel der Deutsche Thomas Dreßen zu. "Geschenkt wird uns nichts, die Konkurrenz ist wirklich sehr stark", betonte Kriechmayr. Sein Favorit für Samstag heißt dennoch Hannes Reichelt. "Da herunter gibt es keinen Besseren. Der Hannes war noch lange nicht am Limit." Reichelt tippte hingegen auf den zweifachen Trainingsschnellsten Christof Innerhofer: "Der Innerhofer ist sicher der Topfavorit."

"Kein Pech, sondern Unvermögen"

Puelacher verlautete, dass man am liebsten jedes Rennen gewinnen würde. "Auch hier versuchen wir, dass wir diese Abfahrt gewinnen. Aber sollten wir es nicht gewinnen und wieder so dabei sein, wäre ich auch zuversichtlich, dass Olympia sehr, sehr gut ausgehen kann für uns."

Mit einem Sieg steige man definitiv unbekümmerter in den Flieger, erklärte Reichelt, der vor den Sotschi-Spielen 2014 in Kitzbühel triumphiert hatte. Mayer, der in Sotschi Olympiasieger wurde, ohne zuvor einen Weltcup-Sieg in der Tasche zu haben, wollte das nicht ohne weiteres unterschreiben: "Man kann als Favorit hinkommen und als Favorit scheitern, oder man kann als 'No Name' hinkommen und als Star wieder zurück. Das ist eigentlich ziemlich egal."

Jedes Rennen sei wichtig für das Selbstvertrauen, sagte Kriechmayr. Dem Oberösterreicher war wichtig zu betonen, dass er selbst schuld sei, in diesem Weltcup-Winter am Siegertreppchen noch nicht ganz oben gestanden zu sein. "Es war kein Pech, sondern Unvermögen, so ehrlich muss man schon sein", der 26-Jährige. "Das waren Fehler, das war kein Pech. Das einzige Pech war vielleicht der Einfädler in Bormio (in der Kombination/Anm.)."

Max Franz möchte beim Renn-Comeback nach einer Magen-Darm-Erkrankung nur auf sich schauen. "Für einen Sieg muss alles zusammenpassen. Erzwingen kannst du es nicht, wollen tue ich ihn. Die Form ist gut, ich war schon wieder gut dabei, aber man muss halt das bisschen Glück auch haben", meinte der Kärntner. "Ich bin gut drauf, ich weiß, dass ich schnell Skifahren kann. Das muss ich im Schädel haben. Dann wird man schauen, was Olympia bringt."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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