Feller: "Als ob dir Klitschko in die Fresse haut"

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Manuel Feller ist ein Stehaufmännchen.

Mit seinen 27 Jahren hat der Tiroler bereits zwei Bandscheibenvorfälle erlitten. Den ersten 2014, vom letzten - Mitte Dezember - erholt er sich gerade.

Während andere Menschen mit so einer Krankengeschichte nicht einmal an Sport denken würden, steht Feller seit Anfang Jänner schon wieder auf Skiern. Das große Ziel nach dem Blitz-Comeback waren die beiden Heimrennen in Kitzbühel und Schladming.

Den Slalom am Ganslernhang beendete der Fieberbrunner am Sonntag auf Rang 13 und bitter enttäuscht. "Ich bin mit 110 Prozent in den zweiten Durchgang gegangen und schwinge als Dritter ab. Wer da zufrieden ist, ist kein Rennfahrer", analysiert ein niedergeschlagener Feller.

Feller: "War noch nie so ratlos"

Nur wenige Kilometer von seiner Heimat entfernt wollte der Jung-Papa vor seiner Familie, Freunden und Bekannten sowie zigtausenden Fans überzeugen, was ihm aus seiner Sicht nicht wirklich gelungen ist.

"Ich schwinge bei Olympia auch nicht als 15. ab und sage, das war ok! Dieses Rennen ist für mich mit Olympia vergleichbar, wenn nicht sogar wichtiger, als wenn ich Pyeongchang vor zehn Leuten fahre", verdeutlicht Feller den hohen Stellenwert des Heimrennens in Kitz.

Nach dem ersten Durchgang mit einer Sekunde Rückstand auf dem 18. Platz, wollte der 27-Jährige unbedingt in die Top-Ten und scheiterte. Trotz vollem Angriff und maximalem Risiko im Finale.

"Wenn du alles riskierst und im Ziel als Dritter abschwingst, dann ist das ungefähr so, als ob dir Klitschko in die Fresse haut."

"Ich haue lieber alles rein und liege auf der Goschn, bevor ich 20. werde", erklärt Feller. "Aber wenn du alles riskierst und im Ziel als Dritter abschwingst, dann ist das ungefähr so, als ob dir Klitschko in die Fresse haut."

Der Slalom-Vize-Weltmeister von St. Moritz 2017 sagt weiter: "Ich glaube, ich war in meiner Karriere noch nie so ratlos, warum ich so eine Packung kassiert habe. Ich habe alles gegeben, aber wie es aussieht, bin ich momentan einfach nicht schneller." Feller gibt angeschlagen zu: "Es ist eine schwierige Zeit."

Feller: "Das tut extrem weh"

Schon vor dem Saison-Auftakt in Sölden fabrizierte Feller "den wildesten Sturz meiner Karriere", kam aber noch glimpflich davon. Anfang Dezember schoss es im Riesenvorlauf-Training in Beaver Creek dann im Rücken ein. 

Anstatt den Verletztenstatus anzunehmen, entschied er sich, für das rasche Comeback zu arbeiten, kehrte Anfang Jänner in Zagreb zurück und durfte mit Platz zwölf zufrieden sein. In Madonna und Adelboden waren keine Punkte für den Tiroler drinnen, mit Platz 20 schrieb er in Wengen zumindest an. In Kitzbühel kam er zwar mit einem blauen Auge davon, der erhoffte Spitzenplatz blieb aber wieder aus. 

"Ich bin nie einer gewesen, der das lange nachgetragen hat. Ich habe auch schon vier Rennen hintereinander in den Sand gesetzt und bin dann wieder da gestanden. Aber ich habe noch nie so viel riskiert und war so weit hinten, ohne einen Riesenfehler gehabt zu haben", ist Feller fassungslos. "Das tut einfach extrem weh."

Fieberbrunner will in Schladming 120 Prozent geben

Viel Zeit, den Rückschlag zu verdauen, bleibt Feller nicht. Am Dienstag (ab 17:45 Uhr im LIVE-Ticker) steht mit dem Nightrace in Schladming bereits das nächste wichtige Rennen auf dem Programm. 

"Vielleicht schaut es da schon wieder ganz anders aus", übt sich Jung-Papa Feller in Zweckoptimismus. "Wenn 110 Prozent nicht ausreichen, werde ich in Schladming eben 120 Prozent geben. Vor so einem Publikum kann man sowieso nicht zurückstecken. Aber einfach wird es nicht."

Textquelle: © LAOLA1.at

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